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Switzerland's coach Vladimir Petkovic, centre, congratulates his players at the end of a Euro 2020 Group D qualifying soccer match between Gibraltar and Switzerland at the Victoria stadium in Gibraltar, Monday Nov. 18, 2019. Switzerland defeated Gibraltar 6-1. (AP Photo/Marcos Moreno)

Die Schweizer Nati feiert mit Trainer Vladimir Petkovic die gelungene EM-Qualifikation. Bild: AP

Die Petkovic-Frage – Nati-Trainer lässt Zukunft offen, Presse fordert seinen Kopf

Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft hat sich zum vierten Mal in Folge für ein grosses Turnier qualifiziert. Doch von Jubel und Frohlocken keine Spur. Stattdessen dreht sich alles um die Frage, ob es nach der EM 2020 mit oder ohne Vladimir Petkovic weitergehen soll.



Vladimir Petkovic ist der erste Schweizer Nationaltrainer, der die SFV-Auswahl drei Mal erfolgreich durch eine Qualifikation führt. «Wenn man das Nations-League-Finalturnier mitzählt, sind es sogar vier Turniere, die wir erreicht haben. Wir haben in diesen Jahren eine gute Entwicklung gemacht und dafür sage ich ein grosses Danke an alle, die beteiligt waren. Diese Erfolge müssen wir schätzen.»

In der EM-Qualifikation 2020 hat die Schweizer Mannschaft ein paar heikle Momente gehabt. Dennoch sah Petkovic bei seinen Spielern einen weiteren Schritt nach vorne. «Wir haben mentale Stärke gezeigt – die Mannschaft, aber auch ich.»

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Die Highlights beim 6:1 gegen Gibraltar. Video: YouTube/SRF Sport

Dass die Schweiz mit dem Prozess der Verjüngung und Verbreiterung des Kaders auf dem richtigen Weg ist, dokumentiert ein Blick auf das Scoreboard. Cedric Itten schoss in seinem zweiten Länderspiel die Tore zwei und drei, Ruben Vargas, Christian Fassnacht und Loris Benito waren erstmals für die Schweiz erfolgreich.

Tore gegen Gibraltar reichen noch nicht, um die Positionen von Xherdan Shaqiri, Haris Seferovic oder Breel Embolo anzugreifen. Doch Petkovic ist froh um die Alternativen. «Das bringt mich in eine schwierige Situation, wenn ich das EM-Kader zusammenstellen muss.» Wichtig sei, dass die Spieler in den nächsten Monaten im Klub viele Einsätze bekämen und ohne Verletzungen blieben. «Dann sehen wir, welche 23 am besten zusammenpassen.»

Zu viele Gedanken an die EM-Endrunde wollte Petkovic kurz nach dem Erreichen des Zwischenziels aber nicht verschwenden. «Ich bin jetzt ganz leer im Kopf. Heute Abend können wir ein wenig feiern, dann gehen wir an die Auslosung nach Bukarest und schauen, welche Gegner wir bekommen.» Und seine eigene Zukunft als Nationaltrainer der Schweiz über die EM 2020 hinaus? «Das schauen wir dann. Gehen wir Schritt für Schritt!»

Doch darf Petkovic überhaupt Nationaltrainer bleiben? Der 56-Jährige hat die Schweiz zwar erneut an ein grosses Turnier geführt, dennoch bleiben die Lobpreisungen in der Öffentlichkeit aus. Schlimmer gar: Am Tag nach der erfolgreichen EM-Qualifikation fordern fast alle grossen Schweizer Tageszeitungen Pektovics Kopf.

Blick:

«Die Zeit für eine Trennung nach sechs Jahren ist für alle Parteien die beste Lösung. Zu viel hat im kommunikativen Desaster geendet, ob die Doppeladler-Affäre, die Fälle mit Valon Behrami oder mit Xherdan Shaqiri. Die Ausstrahlung der Nationalmannschaft bei Fans, Sponsoren und Medien hat gelitten und ist in dieser Konstellation kaum mehr zu kitten.

Es gibt neben den nackten Resultaten (und auch die waren nicht nur überzeugend) auch eine zweite Wahrheit. Will man die Nati in der Öffentlichkeit besser und sympathischer positionieren, ist ein neuer, unverbrauchter Kopf als Trainer unumgänglich. Zu viel Geschirr ist zerschlagen worden.»

Bild

bild: screenshot blick

NZZ:

«Petkovic ist ein Trainer, der einen recht erfolgreichen Fussball spielen lässt, der immer wieder für eine Überraschung gut ist. Und dennoch fehlt etwas. Die Offenheit, die Wärme. Dinge, von denen Petkovic gerne redet, aber die er nur im Ausnahmefall so lebt, dass sie nicht nur für seine Spieler sichtbar werden, sondern auch für die Menschen in der Schweiz.

Das Nationalteam ist mehr als Lieferant von Ergebnissen und Teilnehmer an Turnieren. Und es gehört nicht dem Trainer. Es gehört dem ganzen Verband. Es gehört den Leuten. Deshalb ist es Zeit für Veränderungen. Sie müssen bei Petkovic beginnen.»

Bild

bild: screenshot nzz

Tages-Anzeiger:

«Petkovic mag auf dem Trainingsplatz stark sein, daneben ist er es nicht. Und das ist sein Problem, weil er vergisst, dass ein Nationalcoach mehr als nur Coach ist, er ist auch Vermittler zwischen Mannschaft und Öffentlichkeit. Die Kommunikation ist weiterhin eine empfindliche Schwachstelle rund um die Mannschaft.

In diesem Herbst hat Petkovic selbst einiges zu den Irrungen und Wirrungen rund um das Fehlen von Xherdan Shaqiri beigetragen. Ob er bereit ist, sein Auftreten zu ändern, das Misstrauische in seinem Denken aufzugeben und sich nach aussen hin zu öffnen, wird für eine Frage entscheidend sein: Will der Verband mit ihm über den kommenden Sommer hinaus weitermachen?»

Bild

bild: screenshot tages-anzeiger

Es bleibt aber auch die Frage offen, ob Petkovic überhaupt weitermachen will. Immer wieder ranken sich Gerüchte um eine Rückkehr in Serie A. Die Gruppenauslosung für die EM 2020 findet am 30. November statt. Erst zwei Wochen später – am 13. Dezember – zieht der Nati-Trainer seine Jahresbilanz. Spätestens dann wird die Öffentlichkeit erfahren, ob es im Sommer mit oder ohne Petkovic weitergeht. (pre/sda)

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Die Noten der Nati im Spiel gegen Gibraltar

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Die Noten der Nati im Spiel gegen Gibraltar
quelle: keystone / anthony anex
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