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epa07488867 Bayern Munich President Uli Hoeness attends the German Bundesliga soccer match between FC Bayern Munich and Borussia Dortmund in Munich, Germany, 06 April 2019.  EPA/LUKAS BARTH-TUTTAS CONDITIONS - ATTENTION: DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Bayern-Patron Hoeness glaubt, dass die Transferpolitik den BVB die entscheidenden Prozente kosten. Bild: EPA

«Unkluge» Transferpolitik! Uli Hoeness kritisiert BVB wegen Bellingham-Kauf



Borussia Dortmund ist bekannt dafür, junge Talente zu verpflichten, diese zu Superstars zu formen und dann gewinnbringend weiter zu verkaufen. Bestens funktioniert hat das beispielsweise bei Ousmane Dembélé, der 2016 für 15 Millionen Euro von Stade Rennes zum BVB kam und nach einem Jahr mit über 100 Millionen Euro Gewinn an den FC Barcelona abgegeben wurde.

Ähnlichen Profit winkt den Schwarz-Gelben in diesem Sommer mit dem Verkauf von Jadon Sancho. 120 Millionen Euro fordert Dortmund von Manchester United für den englischen Nationalspieler, der 2017 für nur 8 Millionen Euro von ManCity geholt wurde. In ein, zwei Jahren soll auch der Weiterverkauf von Erling Braut Haaland die Kasse klingeln lassen.

Dortmund's Erling Haaland, right, celebrates the opening goal with his team mate Jadon Sancho during the German Bundesliga soccer match between Fortuna Duesseldorf and Borussia Dortmund in Duesseldorf, Germany, Saturday, June 13, 2020. Because of the coronavirus outbreak all soccer matches of the German Bundesliga take place without spectators. (Bernd Thissen/Pool via AP)

Sancho und Haaland werden dem BVB viel Profit in die Kasse spülen. Bild: keystone

Ein weiterer Name in dieser Liste soll dereinst der 17-jährige Jude Bellingham werden. 23 Millionen Euro überwies der BVB in diesem Sommer für den überaus talentierten Mittelfeldspieler an den englischen Zweitligisten Birmingham City. Bellinghams Entdecker Pep Clotet ist sich sicher, dass die Transfer-Strategie von Borussia Dortmund auch in diesem Fall aufgehen wird. «Ich weiss, dass die 23 Millionen Euro vor allem in der jetzigen Zeit und durch Corona sehr viel Geld sind. Aber ich bin ehrlich: Das ist nicht zu viel für Jude. Er hat in Dortmund eine Riesen-Zukunft vor sich – und ich bin mir sicher, dass er dort auf die nächste Stufe steigen kann. Und am Ende wird Dortmund noch viel Geld mit ihm verdienen.»

So gewinnbringend die Transfers des BVB aber auch sein mögen, einer hält nicht viel von dieser Strategie. Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeness bezeichnet die Transferpolitik des Bundesliga-Erzrivalen gar als «unklug». Der Grund ist ganz simpel: «Wenn Dortmund einen hochtalentierten Spieler kauft und er gut spielt, kann man wenige Monate später entweder aus dem Klub selbst oder von ausserhalb hören, dass er irgendwann ein Verkaufsobjekt darstellen wird», erklärte der 68-Jährige in einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» und fügte an: «Wie soll ein Spieler die DNA eines Vereins 100-prozentig aufsaugen, wenn er das Gefühl hat, ein Verkaufsobjekt zu sein? Bei uns gibt es das überhaupt nicht. Wir holen Spieler für Bayern München. Und niemals, um daraus Geschäfte zu machen.»

Hoeness glaubt, dass die fehlende 100-prozentige Identifikation den BVB in den wichtigen Spielen 10 Prozent kosten könne. «Ein Spieler muss das Gefühl haben: Ich bin Bayern forever», sagte Hoeness und führte als Beispiel Robert Lewandowski an, den die Bayern trotz lukrativen Angeboten aus dem Ausland zu einer Vertragsverlängerung bewegen konnten.

Das sagt BVB-Sportchef Zorc zu den Vorwürfen:

«Ich finde die Aussagen ziemlich arrogant, aber einiges ist auch sachlich de facto falsch. Grundsätzlich: Wenn man jedes Jahr 250 Millionen Euro mehr in der Tasche hat, lässt es sich mit vollen Hosen gut stinken.» (Sport1.de)

Hoeness weiss aber auch, dass der BVB auf den Verkauf von Spielern angewiesen ist. «Im Sponsoring kommen sie an uns überhaupt nicht heran, aber mit ihren Transfers haben sie unseren finanziellen Vorsprung ganz schön ausgeglichen», lobte der ehemalige Bayern-Boss. Dass der finanzielle Vorsprung der Münchner weiterhin gewaltig ist, zeigt der aktuelle DFL-Geschäftsbericht. Laut diesem sind die Bayern mit 713 Millionen Euro der umsatzstärkste Klub der Bundesliga, Dortmund folgt einem Umsatz mit 476 Millionen Euro auf Rang 2.

ESSEN, GERMANY - JULY 27: (L-R) Manager Michel Zorc and chairman Hans-Joachim Watzke of Dortmund are senn prior to the friendly match between Rot Weiss Essen and Borussia Dortmund at Stadion Essen on July 27, 2014 in Essen, Germany.  (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Der BVB ist zu guten Transfers verdammt – momentan geht die Strategie auf. Bild: Bongarts

Bei aller Kritik gestand Hoeness aber auch ein, dass Dortmund für junge Talente ein interessanter Klub sei und führte gleich ein Beispiel an: «Mit Jadon Sancho war bei uns alles klar, aber im letzten Moment entschied er sich für Dortmund.» Vor allem, weil sich der junge Engländer beim BVB grössere Hoffnungen auf baldige Spielpraxis machen durfte, wie er einst in der «Sport Bild» erklärte: «Ich habe mich für den BVB entschieden, weil mir der Verein eine tolle Perspektive aufgezeigt hat. Der BVB hat sich frühzeitig und sehr intensiv um mich bemüht, das hat mir ein gutes Gefühl gegeben. Zudem haben in den letzten Jahren viele junge Spieler eine unglaubliche Entwicklung hier genommen.»

Trotz aller Super-Talente beim BVB hatten die Bayern zuletzt im Kampf um Titel und Pokale stets die Nase vorn. Irgendetwas scheint dem Team von Lucien Favre also doch zu fehlen. Dass es die 10 Prozent sind, die Uli Hoeness angesprochen hat, wird man in Dortmund aber mit Sicherheit heftig dementieren. (pre)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Octavius 03.08.2020 23:25
    Highlight Highlight Als grosser BVB Fan ,sage ich es nicht gern aber Hoeness hat recht.
    Die Spieler identifizieren sich zuwenig mit dem Verein,weil sie wissen sie sind nur eine oder zwei Saisons zum ihr wert steigern in Dortmund. Sie spielen sicher gut, aber eigentlich nicht mit Herzblut für den Verein sondern nur für ihren Wert zu steigern.Darum sollte man das ganze mit dem Geld stoppen,bevor der Fussball ganz kaputt gemacht wird.
  • Barracuda 03.08.2020 19:54
    Highlight Highlight Haha, und Höness gehört dann zu denen, die jeweils solche Spieler für 100 Mio. abkaufen. Widersprüchlich! 🤦🏻‍♂️
  • Martin Blank 03.08.2020 18:26
    Highlight Highlight Wenn ihr wüsstet, wen wir alles schon fix haben...
  • Stefan Morgenthaler-Müller 03.08.2020 15:45
    Highlight Highlight Hoeness soll besser darauf achten, seine Steuern richtig zu deklarieren. Was der BVB macht, geht nur den BVB etwas an. Nur weil Hoeness Rentner ist und nichts zu tun hat, muss er nicht jeden umgefallenen Sack Reis kommentieren.
    • honigmilch 03.08.2020 19:13
      Highlight Highlight Hat mit dem nichts zu tun. Und mit dem was er hier anspricht hat er nun mal recht.
  • Couleur 03.08.2020 14:50
    Highlight Highlight Dortmund ist auch wegen diesem leidigen Börsengang quasi dem wirtschaftlichen Imperativ, sprich wachsenden Gewinnzahlen, verpflichtet. Darum geht das quasi nicht anders als fast ein- oder zweijährlich das Tafelsilber zu hohen Preisen zu verscherbeln. Das dies zu Lasten des sportlichen Erfolgs geht, da ein Trainer immer wieder mit neuen Talenten von vorne anfangen muss, ist selbstredend. Nur bleibt dem BVB in der aktuellen Konstellation mit finanziell sehr potenten Vereinen wie Bayern oder alimentierten Klubs wie ManC, PSG etc. und ihrem Börsenkorsett kaum eine andere Wahl.
  • Tom Garret 03.08.2020 14:46
    Highlight Highlight Da hat er nicht ganz unrecht der Höness. Wobei man schon sagen muss, dass Bayern halt schon ein anderes Standing hat als Dortmund. Trotzdem hat er nicht ganz unrecht hat, Dortmund hat schon ein bisschen den Ruf eines guten Ausbilungsvereins. Wenn sie nicht lernen diese Millioneneinnahmen dazu zu verwenden Stars längerfristig binden zu können, hat das tatsächlich die Folge das Spieler wie Jude mit der Absicht nach Dortmund kommen um dann weiter zu ziehen. Ähnlich wie es vielen Schweizer Vereine mit den eigenen nachwuchsspieler geht, welche die Vereine selbst nur als Sprungbrett missbrauchen...
  • Sir Albert 03.08.2020 14:35
    Highlight Highlight Wieder mal Blödsinn vom Steuer-Verbrecher. Bayern kann das Dreifache des Gehaltes zahlen, das Dortmund zahlt. Aber ne, klar, einfach ein paar mia san-Sprüche klopfen und dem Spieler sagen, er müsse bleiben, dann wird für den BVB alles gut. Wenn es doch so einfach wäre.
    Ohne diese Dortmunder Strategie - Talente kaufen, entwickeln und teuer weiterverkaufen - wäre der finanzielle Vorsprung der Bayern noch grösser. Hoeness vergisst, dass in der Fussballwelt vielleicht ein halbes Dutzend Klubs wie Madrid, Barca, Liverpool etc. nicht so handeln müssen wie der BVB, weil sie eben genug Kohle haben.
    • honigmilch 03.08.2020 19:14
      Highlight Highlight Definitiv mal kein Blödsinn.
  • Grego 03.08.2020 13:29
    Highlight Highlight "Hoeness glaubt, dass die fehlende 100-prozentige Identifikation den BVB in den wichtigen Spielen 10 Prozent kosten könne."
    Da könnte der Uli ganz schön recht haben. Irgendwas fehlt bei Dortmund einfach immer um ganz an die Bayern heranzukommen und vielleicht sind es wirklich diese fehlenden 10% aufgrund der mangelnden Identifikation mit dem Verein. Wobei man den Talenten natürlich auch mangelnden Charakter vorwerfen kann, wenn sich diese mit dem Club, der sich darum bemüht, sie ganz gross zu machen, nicht identifizieren können.
    • vierundzwanzigsieben 03.08.2020 13:52
      Highlight Highlight Absolut. Da muss man sich nur mal einen Kimmich anschauen bei den Bayern. JEDES Spiel kennt der nur Vollgas. Auf der 6 und als Rechtsverteidiger in den Top10 weltweit. Und der will mit Bayern absolut alles gewinnen und es kommen auch keinerlei Gerüchte bezüglich Wechsel auf. Alaba in diesem Sommer wäre der erste "Dämpfer" seit längerem (wenn er denn wirklich gehen sollte). Ansonsten gehen prinzipiell nur Spieler die keine Perspektive haben bzw. die man eh nicht mehr unbedingt haben möchte. Bei Dortmund gehen die Stammspieler.
  • Amboss 03.08.2020 13:27
    Highlight Highlight Da hat der Uli leider völlig Recht.
    Ist zwar irgendwie schon toll, sich die jungen Talente zu schnappen.
    Aber leider gibt sich der BVB so gleich selbst das Etikett "Ausbildungsverein". Und nimmt sich quasi selbst aus dem Meisterrennen.
    Ich finde, der BVB sollte was anderes sein.
    Den jungen Talenten ist das egal. Die wechseln nach der Ausbildung beim BVB an eine andere Station und werden dort noch Titel zu genüge feiern.
    • Forest 03.08.2020 13:57
      Highlight Highlight Nein hat er nicht. Teams wie Bayern oder PSG haben viel höhere Sponsoren Einnahmen und können dementsprechend andere Gehälter zahlen, auch bei Transfers stehen solchen Vereinen deutlich mehr Finanzielle mittel zur Verfügung. Hoeness kritisiert alle, die welche mit Geld um sich schmeissen und Vereine wie BVB welche Vorbildlich voran gehen.
    • Amboss 03.08.2020 14:38
      Highlight Highlight Du hast bestimmt teilweise recht.
      Andererseits macht man es sich auch ein bisschen gar einfach, immer nur auf die hohen Gehälter zu verweisen.
      Auf die hohen Gehälter verweisen kann zB der SC Freiburg. Aber doch nicht der BVB mit seinen Möglichkeiten, dem 80'000 Zuschauer-Schnitt, der regelmässiger CL-Teilnahme, der ein Büro in Shanghai besitzt etc...

      Aber eben: Wenn man sich selbst nur als Ausbildungsverein sieht, dann kann es auch mit dem Erfolg nicht klappen.
    • Sir Albert 03.08.2020 15:18
      Highlight Highlight @ Amboss
      Auch mit "dem 80'000 Zuschauer-Schnitt, der regelmässiger CL-Teilnahme, der ein Büro in Shanghai besitzt etc..." bleibt es dabei, dass Bayern am Ende seinen Spielern das Doppelte bis Dreifache des Gehalts zahlen kann. Oder in Millionen: In Dortmund verdienen Topspieler so 7-10 Mio., bei Bayern über 20 Mio, gewisse Quellen sprechen sogar von bis zu 25 Mio. im Jahr. Die Gehälter in der PL sind noch astronomischer.
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  • vierundzwanzigsieben 03.08.2020 13:25
    Highlight Highlight Hoeness kritisiert nicht den Bellingham-Transfer, sie wollten ihn ja selber. Aber und da gebe ich ihm als Dortmund-Fan recht, er kritisiert die Transfer-Politik. Dortmund hat ein einzigartig gutes Scouting. Aber die BVB-DNA wird nicht eingeimpft. Jedem jungen Talent wird versprochen, dass Dortmund der richtige Klub ist, um den "nächsten Schritt" zu machen. Und dementsprechend werden diejenigen Spieler (z.B. Sancho), welche du für den Gewinn von Titeln bräuchtest, regelmässig weiterverkauft und sie müssen jedes Jahr einen Umbruch machen. Das passiert bei den Kimmichs und Neuers halt nicht.
    • Sir Albert 03.08.2020 14:40
      Highlight Highlight Schon mal überlegt, das weltweit praktisch jeder Fussballverein bis vielleicht auf einen Handvoll Klubs, sogenannte "Ausbildungsvereine" sind?

      Warum passiert das bei den Kimmichs und Neuers nicht? Weil Bayern viele Millionen Gründe dafür hat.
    • Mr. Mathias 03.08.2020 14:47
      Highlight Highlight Aber die Kimmichs und Neuers bleiben doch nicht in München, weil ihnen das Bayern-Gen eingeimpft wurde, sonder, weil sie jedes Jahr um alle Titel mitspielen können und diese auch noch meistens gewinnen (zumindest die nationalen).
    • Tom Garret 03.08.2020 14:49
      Highlight Highlight Wenn man Regelmässig Spieler zu hohen zweistelligen wenn nicht sogar dreistelligen Mio Beträge verkauft müsste man aber schon auch irgendwann den Cut schaffen und mal den einen oder anderen halten können? Wo fliessen denn all diese Mio hin? Dortmund ist ja weiss Gott kein kleiner Verein und vom Staning her eigentlich alles andere als ein Ausbildungsverein...
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