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Real Madrid's Cristiano Ronaldo shoots to score a penalty against Valencia during their Spanish first division soccer match at the Mestalla stadium in Valencia, January 4, 2015. REUTERS/Stringer (SPAIN - Tags: SPORT SOCCER)

Bekanntes Bild zum Start in die Rückrunde in der Primera Division: Ronaldo beim Elfmeterschuss. Bild: STRINGER/SPAIN/REUTERS

Zahlen lügen nicht

Real ist der Penaltykönig Europas: Und Cristiano Ronaldo trägt nicht zu Unrecht den Spitznamen «Penaldo»

Real Madrid und Barcelona haben gestern beide zum Auftakt der Rückrunde eine unerwartete Pleite kassiert. Wie Cristiano Ronaldo die Führung erzielt hat, war hingegen weniger überraschend: per Elfmeter. Die Penalty-Statistiken bringen dabei Erstaunliches zutage.



In der 12. Minute pfeift der Schiedsrichter im gestrigen Spitzenspiel in Spanien einen Elfmeter für Real Madrid. Der Ball ist Stürmer Alvaro Negredo zuvor unglücklich an die Hand gesprungen, doch die dafür nötige Absicht für eine Vergrösserung der Abwehrfläche ist nicht zu erkennen. Das Heimteam Valencia reklamiert zwar heftig, aber vergebens. Schliesslich wissen sie genau, wer bei den Königlichen zum Strafstoss antreten wird.

epa04546544 Real Madrid's Portuguese striker Cristiano Ronaldo (R) places the ball in front of Valencia's goalkeeper Diego Alves prior to score the 0-1 lead from a penalty during the Spanish Liga's Primera Division match between Valencia and Real Madrid at Mestalla stadium in Valencia, eastern Spain, 04 January 2015.  EPA/JUAN CARLOS CARDENAS

Valencia Keeper Diego Alves will beim Penalty noch Cristiano Ronaldo mit ein paar Worten aus dem Konzept bringen.  Bild: EPA/EFE

Der Schütze heisst Cristiano Ronaldo und Penaltys sind bei ihm praktisch eine todsichere Sache. So behält der Portugiese auch diesmal die Nerven und verwandelt souverän zur Führung.

Ronaldo und Elfmeter sind eine Liebesgeschichte

Der aktuelle Weltfussballer trägt damit auch zu einer Ausarbeitung (s)einer interessanten Statistik bei. Sein letztes Tor 2014 war ein Elfmeter, sein erstes Tor 2015 ebenso. Seine Tor-Premiere bei den Königlichen 2009 feierte «CR7» aus elf Metern. Beim «Clàsico» gegen Barcelona gelingt der Einstand per Penalty. Auch die letzte Begegnung gegen die Katalanen schliesst Ronaldo per Elfer ab. Und auch in der Champions League zeigt die Statistik an, dass sein finaler Treffer ein Elfmeter war.

«Mit Ronaldo in der Aufstellung geht man schon mit einem Tor Vorsprung ins Spiel.»

Trainer Carlo Ancelotti

Ronaldo beim Elfer stets cool

Seine Gegner haben deshalb ja schon länger einen Spitznamen für den Portugiesen kreiert und nennen ihn spöttisch «Penaldo». Sie verkennen dabei, dass Cristiano Ronaldo beispielsweise in der spanischen Meisterschaft auch locker ohne Strafstösse Torschützenleader wäre. Bei seinen 26 (!) Saisontoren waren acht davon Penaltys. Verfolger Lionel Messi steht mit drei Toren weniger bei 15 Treffern (allesamt keine Elfer).

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Barcelona's Lionel Messi takes a penalty against Real Madrid to score during La Liga's second 'Clasico' soccer match of the season at Santiago Bernabeu stadium in Madrid March 23, 2014.   REUTERS/Sergio Perez (SPAIN - Tags: SPORT SOCCER)

Messi bekommt beim Penaltyschiessen weniger Übung als Rivale Ronaldo.  Bild: SERGIO PEREZ/REUTERS

Nichtsdestotrotz liefern die Statistiker nicht nur für den Erzrivalen aus Barcelona überraschendes Material, welches in den Fan-Foren der beiden verfeindeten Lager für hitzige Diskussionen sorgt. So hat Barcelona in der laufenden Saison in der Primera Division erst einen Elfmeter zugesprochen erhalten. Aber von den insgesamt 32 gepfiffenen Penaltys in der Liga entfällt ein Viertel auf Real Madrid beziehungsweise also deren Standard-Schützen Cristiano Ronaldo.

Penalty aber Ronaldo ausgewechselt, dass wäre ein Traum für diesen Mann.

Wettbewerbsübergreifend sieht die Penalty-Statistik noch krasser aus. So steht Cristiano Ronaldo seit Saisonbeginn bei elf Penaltytoren (plus zwei verschossene). Der FC Barcelona kommt in der Primera Division gerademal auf den erwähnten Elfmeterpfiff. Der fällige Penalty wurde erst noch von Messi vergeben. In der Champions League sieht's ein wenig besser aus: Einmal durfte Messi anlaufen und treffen.

Wird Real Madrid bei Penaltyentscheidungen bevorzugt?

Wie sieht es in der Schweiz und im Rest Europas aus?

In der Super League hat der FC Zürich in der laufenden Spielzeit sechs Penaltys bekommen (davon einen verschossen). Am anderen Ende der Statistik liegen der FC Basel (ein Penalty, vergeben) und der FC Aarau, der kein einziges Mal zum Strafstoss antreten durfte.

In der Premier League liegt Manchester City mit fünf Elfmetern an der Spitze (davon einer verschossen). Schlusslicht bildet zusammen mit Aston Villa Manchester United, die beide in dieser Spielzeit noch nie zum Strafstoss antreten durften. 

In der Bundesliga schwingt der SC Freiburg mit sechs Penaltys (zwei vergeben) obenaus. Bayer Leverkusen und der VfB Stuttgart hingegen haben als einziges Team in der Meisterschaft noch keinen Strafstoss gekriegt. 

In Italien wird ja schon lange darüber geklagt, dass die grossen Vereine bevorzugt werden. Nicht ganz zu Unrecht, wenn man sich die Statistik zu Gemüte führt. So liegen Inter (3), AS Roma (4), Napoli (4), Milan (4) und Juventus (4) im vorderen Bereich. Spitzenreiter ist mit Cagliari (fünf Elfmeter, davon zwei vergeben) aber dann doch ein kleiner Klub.

Am nächsten an die Marke von Real Madrid kommt mit sieben Strafstössen (davon zwei vergeben) der FC Metz aus der Ligue 1.

Fazit

Es ist also festzustellen, dass kein anderes europäischen Spitzenteam so häufig zum Strafstoss antreten darf wie Real Madrid. Über die Gerechtigkeit dieser Elfmeter ist aber logischerweise nichts gesagt. Und an die Adresse von Ronaldos Kritikern darf man ruhig auch erwähnen, wenn «CR7» die Elfmeter kriegt, wieso soll der Portugiese sie nicht auch verwerten? Und dies macht Ronaldo derzeit sicher besser als alle anderen Spieler.

Ein Vergleich der beiden weltbesten Fussballer der Neuzeit.

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