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YBs Nicolas Moumi Ngamaleu, links, gegen St.Gallens Leonidas Stergiou, beim Fussball Super-League Spiel zwischen dem FC St. Gallen und dem BSC Young Boys Bern, am Sonntag, 23. Februar 2020, im Kybunpark in St. Gallen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Grünes Licht: Auch die Super League geht womöglich bald weiter. Bild: KEYSTONE

Grünes Licht für den Schweizer Fussball: «Lieber 500 Fans als gar keine»

Fussball ja, Zuschauer nein. Der Bundesrat lockert im Sport per 6. Juni zwar die Massnahmen zur Bekämpfungen des Coronavirus, von der ersehnten Öffnung von Fussballspielen für Zuschauer sieht er vorerst jedoch ab. Vielen Klubs bleibt dadurch eine Zwickmühle erspart.

markus stalder / keystone-sda



Die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr des Schweizer Profifussballs mit Publikum war am Sonntag von prominenter Stelle gekommen. Und sie kam in Form einer unverbindlichen Empfehlung. Daniel Koch, der Delegierte des BAG für Covid-19, erklärte im «Sportpanorama» auf die Frage von Moderator Paddy Kälin, was er dem Bundesrat in Bezug auf Grossveranstaltungen in der Schweiz raten würde: «Ich würde dem Bundesrat raten, möglichst flexibel zu sein und möglichst früh aufzumachen.»

Kochs Aussagen machten in der Sportwelt schnell die Runde und nährten im Hinblick auf das neuste Lockerungspaket des Bundesrates vom Mittwoch Hoffnungen. Mehrere Schweizer Zeitungen berichteten im Vorfeld davon, dass bereits ab 8. Juni wieder Fussballspiele mit Zuschauern stattfinden könnten, Veranstaltungen bis zu 1000 Personen würden wieder erlaubt sein. Diesen Wunschszenarien erteilte der Bundesrat am Mittwoch aber eine Absage: Sport-Veranstaltungen ja, der Rahmen aber bleibt strikter begrenzt.

Per 6. Juni lässt der Bund erstmals Sportveranstaltungen mit bis zu 300 Personen wieder zu, und der Trainingsbetrieb wird unter Einhaltung der Hygienevorgaben ohne Einschränkung der Gruppengrösse erlaubt sein. Betreffend dem «Vorgehen bei Veranstaltungen mit bis zu 1000 Personen» wird der Bundesrat allerdings frühestens am 24. Juni einen Entscheid fällen. Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen, zu denen die Spiele der beiden Schweizer Profiligen grundsätzlich zählen, bleiben bis Ende August untersagt.

Für die 20 Klubs der Swiss Football League (SFL) bedeutet dies: Stimmen sie am Freitag an der ausserordentlichen Generalversammlung für Wiederaufnahme der Saison per 19. Juni, wird die Meisterschaft mit Geisterspielen fortgesetzt. Wobei selbst ein Limit von maximal 1000 Personen an diesem Umstand bei den wenigsten Klubs etwas geändert hätte. Gemäss dem Schutzkonzept der Liga sind 300 Plätze für Spieler, Staff, Sicherheitskräfte, Helfer und Reporter reserviert, wäre also Platz geblieben für bloss 700 Fans.

«Lieber lasse ich 500 Zuschauer ins Stadion als gar keinen.»

Philipp Bonorand, designierter Präsident FC Aarau

«Organisatorisch ist dies fast nicht machbar», sagte FCZ-Präsident Ancillo Canepa gegenüber Radio SRF am Montag zu einer Teil-Öffnung. Zudem werde er nicht einfach die Fans der Südkurve ausschliessen, «die uns Jahr aus, Jahr ein bei jedem Wetter unterstützen», nur weil sie keine Sitzplatz-Tickets hätten.

Anders hatte sich der designierte Präsident des FC Aarau, Philipp Bonorand, geäussert. Gegenüber der «Aargauer Zeitung» sagte er: «Lieber lasse ich 500 Zuschauer ins Stadion als gar keinen.» Nur würde im FC Aarau mit 2000 verkauften Saisonkarten und 1200 Sitzplätzen im Brügglifeld rasch die Frage aufgekommen, wer kommt überhaupt rein? Anderen Klubs ginge es ähnlich.

Ein ganz anderes Problem würde sich gar dem FC Winterthur stellen. Da auf der Winterthurer Schützenwiese ab Anfang Juni ein neuer Rasen verlegt wird, steht dem Challenge-League-Klub das eigene Stadion ohnehin nicht zur Verfügung. Bei der Suche nach einem Ersatzspielort habe man sich am Modell «Geisterspiel» orientiert, sagte Geschäftsführer Andreas Mösli gegenüber Radio SRF.

ARCHIV – ZUR BEKANNTGABE DES BUNDESRATS ZUR FINANZIELLEN UNTERSTUETZUNG DER EISHOCKEY- UND FUSSBALL-LIGEN IN DER HOEHE VON 350 MILLIONEN FRANKEN STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Das neue Logo der Schweizer Fussball Super League, Raiffeisen Super Leage, wird am Freitag, 15. Juni 2012, in der Swisspoor Arena in Luzern von der Swiss Football League praesentiert. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Die Stadien im Schweizer Fussball bleiben weiterhin leer. Bild: KEYSTONE

Wenn es jetzt plötzlich geheissen hätte, ab Juni könne wieder mit Publikum gespielt werden, hätte der FC Winterthur nochmals über die Bücher gehen müssen. Deshalb: Der Entscheid des Bundes bringt die Klubs der Schweizer Profiligen zumindest nicht in eine Zwickmühle. Denn vielerorts wären die Kosten für einen Mini-Betrieb mit ein paar hundert Fans höher als die Ausgaben für ein Geisterspiel. (abu/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Grubinski 28.05.2020 10:49
    Highlight Highlight Hoffentlich bleiben die scheiss Hooligans zu Hause.
    • ChlyklassSFI 28.05.2020 13:25
      Highlight Highlight 🤦‍♂️

      Ich nehme an, du schaust nie Fussball vor Ort.
    • Grubinski 28.05.2020 14:15
      Highlight Highlight Nein. Erzähl mal aus dem Nähkästchen eines Kleinklässlers.
  • deepsprings 27.05.2020 19:32
    Highlight Highlight Ich hoffe darauf, dass zumindest alle Geisterspiele irgendwo konsumentenfreundlich übertragen werden. Und ich meine damit nicht, dass das gratis sein soll aber auch nicht dass ich ein Abo für alle Spiele kaufen muss. Aber ich bin bereit, für einzelne Spiele im TV vielleich 5-8 Franken zu zahlen.
    • ThePower 27.05.2020 20:25
      Highlight Highlight Teleclub & konsumentenfreundlich🤣
      Benutzer Bild
    • Danilowski 27.05.2020 20:37
      Highlight Highlight Vorallem auch die Challenge League!
    • pun 27.05.2020 21:03
      Highlight Highlight ich mach das immer über Swisscom TV Air. 5 Franken pro Monat für den TV Air Zusatz zum Handyvertrag und dann 5 Franken pro Spiel.
      Mit den heutigen Lockerungen darf man die Spiele ja aber auch in der Kneipe mit 299 Freunden gucken.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Jacob Crossfield 27.05.2020 19:09
    Highlight Highlight 500 Fans wünscht sich GC schon lange..
    • Bene86 27.05.2020 21:52
      Highlight Highlight Sher luschtig, wier hopers werden schon balt wider in der champignonsligue spilen und zürich und basel und yungboies dürfen den abstig antretten!

      "Weisch was das isch? Das isch GC! Rekordmaischter! Än Inschtitution, he!"

      Zitat von Ricardo Cabanas, irgendwann als GC noch nicht abgestiegen war.
    • Grubinski 28.05.2020 10:45
      Highlight Highlight @Bene86
      Ihr Hoppers würdet lieber mal den Migros-Klubschule Grundkurs für die Deutsche Sprache besuchen.
  • ThePower 27.05.2020 16:49
    Highlight Highlight Tja, das ist eine echte Knacknuss. 300 Leute, da müsste man über 1000.- pro Ticket verlangen, um die Kosten zu decken. Heftig. Ob das machbar ist?
    • pun 27.05.2020 18:35
      Highlight Highlight Der Bundesratsentscheid ist vielmehr die Grundlage, dass überhaupt Geisterspiele möglich sind:

      "Gemäss dem Schutzkonzept der Liga sind 300 Plätze für Spieler, Staff, Sicherheitskräfte, Helfer und Reporter reserviert".
    • easy skanking 27.05.2020 18:44
      Highlight Highlight ?
    • JohnDoe 27.05.2020 18:49
      Highlight Highlight Hätte mir eine Öffnung auf Anfang August gewünscht.

      Nei geringerer Anzahl Plätze sollte das Ticket als Los gelten, wobei die teureren Tickets, mehr Losen entsprechen
    Weitere Antworten anzeigen

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