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epa08412454 (FILE) - Empty entrance gates at the Rudolf Harbig Stadion, stadium of German second Bundesliga side Dynamo Dresden in Dresden, Germany, 16 March 2020. Second division club Dynamo Dresden reports two new Covid-19 cases and the responsible public health department has placed the entire team in a 14-day quarantine with immediate effect. This means that Dresden will not be able to play in the next 14 days and cannot take part in the restart of the season next weekend.  EPA/FILIP SINGER *** Local Caption *** 55956772

Im Rudolf-Harbig-Stadion finden vorerst keine Geisterspiele statt. Bild: EPA

Der Fall Dynamo Dresden bringt den Bundesliga-Neustart ins Wanken

Irgendwie neun Bundesliga-Spieltage durchbekommen lautet die Maxime der DFL. Nachdem die Politik den Spielbetrieb grundsätzlich erlaubt hat, treffen die weiteren Entscheide nun die lokalen Behörden.



Die grosse Hoffnung des deutschen Profifussballs auf einen problemlosen Neustart in der Bundesliga hielt gerade einmal drei Tage. Nach zwei positiven Coronavirus-Tests beim Zweitligisten Dynamo Dresden werden die Fortsetzungspläne der Deutschen Fussball Liga (DFL) schnell massiv auf die Probe gestellt. Das komplette Team muss für zwei Wochen in Quarantäne, zwei Zweitliga-Spiele müssen schon vor dem heiss ersehnten Wiederanpfiff abgesetzt werden. Der Blick nach Sachsen zeigt: Der Profifussball muss in den kommenden Wochen eine ganz neue Anpassungsfähigkeit unter Beweis stellen, wenn er die Beendigung der Saison überhaupt durchbekommen will.

«Wenn Dresden jetzt 14 Tage in die Quarantäne geht, dann ist das für den Moment noch kein Grund, die Fortführung der Zweiten Liga komplett in Frage zu stellen», sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert im «Aktuellen Sportstudio» des ZDF. Er kündigte für die kommende Woche Gespräche mit den Zweitligisten an, um die neue Lage zu diskutieren.

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Das Gespräch mit Seifert. video: youtube

«Nur» 2 von 81 Spielen betroffen

Hannovers Mehrheits-Aktionär Martin Kind sieht nun die DFL in der Pflicht. «Die Frage ist, warum das Dresdner Gesundheitsamt bei einem wahrscheinlich vergleichbaren Vorfall eine andere Entscheidung getroffen hat als das Kölner die Tage zuvor», wird der 76-Jährige in einer Stellungnahme seines Klubs zitiert. Er empfehle, dass die DFL die notwendigen Fragen klärt und Entscheidungen trifft mit der Prämisse, die Saison auf jeden Fall zu Ende zu spielen – «notfalls in den Juli hinein.» Hannover 96 sollte am nächsten Sonntag beim Re-Start gegen die Dresdner spielen. Beim Bundesligisten 1. FC Köln mussten nach zwei positiven Fällen nur die beiden betroffenen Profis in Quarantäne.

Wirkte die Erlaubnis beim Polit-Gipfel um Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch noch wie eine kleine Erlösung, wird schon eine Woche vor dem geplanten Start die ganz grosse Schwäche des DFL-Konzepts offengelegt: Reagieren künftig noch mehr lokale Gesundheitsämter auf positive Fälle so wie in Dresden, könnte geregelter Profifussball im Mai oder Juni schnell zur Utopie werden. Denn sobald der Ball wieder rollt, wären dann bei einem positiven Test schnell zwei ganze Mannschaften involviert.

epa08402282 Training dummies set up for a training session of German Bundesliga side Bayern Munich at the club's ground in Munich, Germany, 05 May 2020. The German Football Association (DFL) has presented a comprehensive concept for the resumption of play amid the ongoing coronavirus COVID-19 pandemic. In order to slow down the spread of the COVID-19 disease caused by the SARS-CoV-2 coronavirus, the Bundesliga has been on a break since 13 March 2020.  EPA/LUKAS BARTH-TUTTAS

Der unsichtbare Feind spielt mit. Bild: EPA

«Von den 81 Spielen sind nur zwei betroffen. Klar ist, es gibt sicherlich eine Grösse, dann ist das irgendwann nicht mehr machbar», mahnte Seifert, dessen Ziel weiter eine Beendigung der Spielzeit bis zum 30. Juni ist. Eine konkrete Zahl nannte er nicht. Was das Motto für die kommenden Wochen sein wird, machte der Liga-Boss unmissverständlich klar: So viele Spiele wie möglich irgendwie durchzubekommen.

Hilfloser Fussball

Mit Blick auf das Hygienekonzept der DFL, das nur eine Quarantäne für infizierte Spieler vorsah, sagte Seifert: «Es ist relativ egal, was wir uns mal gedacht haben. Die staatlichen Stellen geben den Takt vor. Momentan hätte ich es mir anders gewünscht.» Man ändere nach dem Fall Dresden dennoch nicht das Ziel, sondern «wenn überhaupt die Pläne». Die neue Quarantäne-Situation ist auch ein erheblicher Dämpfer für die erhoffte Bundesliga-Normalität, die viele Vereine am Donnerstag und Freitag schon wieder suggeriert haben.

epa08407205 (FILE) - General view of the locked south stand (Suedtribuene) before the German Bundesliga soccer match between Borussia Dortmund and VfL Wolfsburg in Dortmund, Germany, 18 February 2017 (re-issued on 07 May 2020). The German Football League (DFL) announced on 07 May 2020 that German Bundesliga soccer matches will resume on 16 May without spectators following a videoconference of the DFL and the 36 clubs amid the ongoing coronavirus COVID-19 pandemic. Borussia Dortmund is set to face league rivals Schalke 04 on 16 May 2020.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL *** Local Caption *** 55941490

Am Samstag steht in Dortmund das Revierderby gegen Schalke auf dem Programm. Bild: EPA

Seiferts Auftritt zeigte auch, wie hilflos die DFL der aktuellen Situation nach der Erlaubnis der Politik ausgesetzt ist. «Kann ich nicht sagen», «die Frage kann ich nicht beantworten» oder «das ist hypothetisch» antwortete der geforderte Bundesliga-Krisenmanager zu Szenarien, die nun bei weiteren Positivtests im Spielbetrieb drohen – und die von der DFL trotz des Konzepts offensichtlich nicht vorbereitet werden können. Der Dachverband, der das Milliardenschiff Bundesliga jahrelang von Umsatzrekord zu Umsatzrekord steuerte, muss nun dabei zusehen, wie andere Institutionen wichtige Entscheidungen zur nahen Zukunft des Profifussballs treffen. (pre/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Dynamischer-Muzzi 11.05.2020 14:34
    Highlight Highlight Wer den Doppelpass gestern verfolgt hat, der konnte gut sehen und hören wie Ratlos der Herr Seifert eigentlich ist. Die grösste Angst bestand ja darin, was gemacht wird wenn es ein Team trifft und das zuständige Gesundheitsamt die 14 Tage verhängt, so wie jetzt beim Fall Dresden. Der Spieler ist seit Wiederaufnahme des Trainings 5x negativ getestet wurden und der 6. Test war dann eben positiv. Davor ist niemand geschützt, schon gar nicht wenn die Saison wieder läuft. Dort wird es unvermeitlich zu weiteren Kontakten kommen, die eine Übertragung befeuern würden. Und das weiss Herr Seifert!!
  • Posersalami 11.05.2020 11:41
    Highlight Highlight Nur 2 Spiele? Nein, die ganze restliche Saison wird Dresden einen grossen Nachteil herumschleppen. Der besteht darin, dass das Team jetzt 2 Wochen nicht trainieren kann.

    Ich finde schon, dass das ein gewaltiger Nachteil ist.
  • BetterTrap 11.05.2020 09:09
    Highlight Highlight Komisch...

    Kommt der Fussball verfrüht zurück? Ja, kann sein. Aber warum gibt es nur Corona-Fälle bei Teams die Abstiegsbedroht sind?
    Dresden auf dem letzten Platz in der BL - Brighton, seit 10 Spielen ohne Sieg.

    Kalkül? Oder sind es die grossen, die eine Topsaison hinter sich haben, die Fälle verstecken?
    • BVB 11.05.2020 09:32
      Highlight Highlight Köln sind als Aufsteiger auf dem zehnten Platz, ein gutes Ergebnis speziell nachdem die Formkurve nach der schlechten Hinrunde nach oben zeigt und sie wahrscheinlich weiter in der Tabelle steigen würden. Sie haben mehrere Coronafälle und haben durch den Fakt dass sie mit nur 5 Punkten Rückstand auf Schalke (in einer schlechten Form) auf Platz 6 die Chance auf das europäische Geschäft noch haben allen Grund etwas zu vertuschen, tun dies aber nicht.
    • Amazing Horse 11.05.2020 10:01
      Highlight Highlight Nein, es ist Kalkül. 🙄 🤦‍♂️
    • Dynamischer-Muzzi 11.05.2020 10:51
      Highlight Highlight Unterstellst Du den betroffenen Teams etwa Absicht? nur mal so zur Info. Das ausführende Labor ist zertifiziert und zugelassen. Diese Ergebnisse nun indirekt anzuzweifeln, ist ganz schön vermessen. Den Dresdnern fehlen gerade mal 1 Punkt bis zum Relegationsplatz und nur 4 bis zum rettenden Ufer. Kein Mensch bei klarem Verstand infiziert sich freiwillig mit dem Virus.
      Gleichberechtigung sieht anders aus und dieses Vorkommnis jetzt, nimmt massiv Einfluss bei den möglichen Auf- und Absteigern. Der DFL geht der Arsch auf Grundeis, weil sie keinen wirklichen Plan haben wie nu weiter!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sven O 11.05.2020 08:53
    Highlight Highlight Es geht auch hier mal wieder nur ums Geld und dann wieder ums Geld und als letztes um den Sport! Fans werden sicher 'heimlich' Corona-Fussballpartys abhalten. Wer von den Hardcorefans will schon alleine schauen. Wenn der Schuss mal nicht nach hinten losgeht.
    • BVB 11.05.2020 10:36
      Highlight Highlight Es ist so dass wenn die Saison in Deutschland nicht beendet wird gehen 13 der 36 Profivereine insolvent. Das ist auch für den Sport und vorallem die Fans scheisse.
    • Beat-Galli 11.05.2020 12:45
      Highlight Highlight Und wenn, gehen 12 Insolvent... oder sogar 14... wer weiss dass schon.
      Warum sollte bei Beendigung mehr Geld da sein? Hast du dies im Bundesliga Manager von EA am Computer angeschaut?
    • BVB 11.05.2020 13:42
      Highlight Highlight @Beat-Galli
      Weil man sonst die TV-Gelder zurückzahlen muss. Das sind übrigens offiziele Informationen von der DFL.
  • Bernie81 11.05.2020 07:54
    Highlight Highlight Und wie soll das funktionieren wenn die Saison tatsächlich fertiggespielt wurde und der Meister feststeht - eine Meistetfeier mit zehntausenden euphorischen Fans lässt sich schlecht verbieten...
    • BVB 11.05.2020 10:38
      Highlight Highlight Wie kommst du darauf dass sich das schlecht verbieten lässt? Ausserdem könnte man sie ja vielleicht verschieben.
    • Bernie81 11.05.2020 11:16
      Highlight Highlight Wenn Dein Klub die Meisterschaft gewinnt (oder zum Beispiel auch aufsteigt) möchtest Du doch genau in dem Moment mit allen feiern wenn das entscheidende Spiel abgepfiffen wird und nicht erst 6 Monate später...
    • BVB 11.05.2020 11:55
      Highlight Highlight Ja klar aber wir sind nicht die einzigen die etwas wollen und nicht können, es ist eine Pandemie man muss Einschränkungen akzeptieren können. Wir können froh sein dass man versucht die Saison zu ende zu spielen.
  • Der Kritiker Bernd 11.05.2020 07:12
    Highlight Highlight 2 Spieler positiv getestet, symptomlos, wären in der normalen Gesellschaft nie als Corona Fälle entdeckt worden, legen den grundstein zur Beerdigung des Konzepts des deutschen Fussball Bundes, weil die regionalen Regierungen bezüglich Quarantäne das Sagen haben. Wo sind wir gelandet, liebe Welt?
    • Kak Attack 11.05.2020 12:38
      Highlight Highlight Die wären in der normalen Gesellschaft nicht getestet worden und somit unentdeckt geblieben, soweit korrekt.
      Aber in der normalen Gesellschaft hätten die auch nicht Zweikämpfe ohne den im Moment noch immer nötigen Abstand machen wollen....
      Gelandet ist die Welt an dem Punkt, wo die Pandemie den Takt angibt und die Massnahmen der Regierungen das Tempo des Songs bremsen sollen.
    • Victor Paulsen 11.05.2020 17:17
      Highlight Highlight @Der Kritiker Bernd
      Man darf etwas nicht vergessen, auch Fussballer sind Menschen. Bei der aktuellen Diskussion hat man das Gefühl, dass im Fussball das Risiko einer Ansteckung nicht grösser sein sollte als sonstwo, aber das ist nicht das Ziel. Niemand willcfreiwillig angesteckt werden, auch wenn es glimpflich enden kann. Daher sollte man auch hier versuchen, so wenig Ansteckungen wie möglich zu ermöglichen und nicht nur weniger als im normalen Alltag
  • Scaros_2 11.05.2020 07:08
    Highlight Highlight Diese verkrampfte vorpreschen des Fussballs. Das wird noch so hinten raus gehen. garantiert.
    • neutrino 11.05.2020 07:54
      Highlight Highlight Klar, wünscht man sich Fussball anders. Aber was ist die Alternative? Im Herbst wird Corona genau so da sein wie heute. Im Frühling 2021 wohl auch noch. Das Risiko jetzt ist da, dass die ganze Übung abgeblasen werden muss. Aber wenn man wartet, bis Corona weg ist oder ein Impfstoff da ist, wartet man wohl noch monate- oder jahrelang - dann sind einfach alle Clubs Konkurs. Durchaus denkbares Szenario - aber dann bin ich froh, hat man es jetzt mal probiert.

      Irgendwie gibt es noch zu viele Personen, die denken im Herbst sei alles anders. Es wird jedoch alles gleich sein.
    • Michael Scott 11.05.2020 08:43
      Highlight Highlight @Scaros_2 Wieso? 22 Spiele auf wieviel m2? Ich finde das vorpreschen des Bundesrats viel schlimmer, z.B im ÖV, da hat es vermutlich viel mehr Leute pro m2 als auf einem Fussballfeld.
    • PlayaGua 11.05.2020 09:29
      Highlight Highlight Der Fussball ohne Zuschauer ist nun wirklich das kleinste Problem. Er steht halt einfach medial massiv im Fokus.
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