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epa08299916 General view of the Wembley Stadium in north London, Britain, 17 March 2020. The UEFA meet on 17 March 2020 to discuss the effects of the coronavirus COVID-19 pandemic on the UEFA EURO 2020 and the European Cup competitions. The final of the UEFA EURO 2020 soccer tournament was scheduled to be played at Wembley Stadium on 12 July 2020. Several European countries have closed borders, schools as well as public facilities, and have cancelled most major sports and entertainment events in order to prevent the spread of the SARS-CoV-2 coronavirus causing the Covid-19 disease.  EPA/NEIL HALL

In Grossbritannien wird gerade geprüft, ob man für 2021 auch EM-Austragungsorte zur Verfügung stellen möchte. Bild: EPA

Nach EM-Verschiebung: Ziehen sich jetzt erste Spielorte zurück?

Die verschobene EM-Endrunde könnte für 2021 ein anderes Gesicht bekommen. Der Rückzug von eingeplanten Spielorten ist möglich.



Die UEFA-Pläne für die auf 2021 verlegte Fussball-EM könnten ins Wanken geraten. Der Wunsch des Dachverbands, das pan-europäische Turnier wie eigentlich geplant auch im nächsten Jahr in den gleichen zwölf Spielorten auszurichten, droht zu platzen.

Medienberichten zufolge gibt es in mehreren Städten Probleme mit dem neuen Termin. Münchens Behörden prüfen derzeit beispielsweise die Machbarkeit der Verschiebung aufs neue Datum.

Konkreter sollen die Probleme mit den neuen Spieldaten der wegen der Corona-Pandemie verlegten EM in Bilbao sein, berichtete jüngst der «kicker». Die britische «Daily Mail» will auch von ernsthaften Zweifeln beim italienischen Verband am Spielort Rom erfahren haben. Zudem gibt es demnach in Amsterdam, Glasgow, Dublin und am Finalort London Kollisionen mit anderen für 2021 geplanten Veranstaltungen in den jeweiligen Arenen.

Spielplan noch nicht definitiv

«Die UEFA steht in dieser Angelegenheit mit allen zwölf Austragungsorten in Kontakt und weitere Ankündigungen werden zu gegebener Zeit erfolgen», hatte die UEFA dazu mitgeteilt. Der Spielplan sei «noch nicht offiziell bestätigt».

Ein Entscheid könnte Ende April fallen. Eigentlich sollte die EM in diesem Jahr zur Feier des 60. Jahrestags der ersten Turnierauflage 1960 in zwölf Ländern stattfinden. Als neuer Termin ist nun der Zeitraum zwischen dem 11. Juni und dem 11. Juli 2021 angesetzt. Laut UEFA «mit der Absicht, den gleichen Spielplan und die gleichen Austragungsorte zu haben».

Das russische Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees, Alexej Sorokin, sprach jedoch bereits von möglichen Alternativ-Szenarien: «Sollte irgendeine Stadt ausfallen, bleiben nur wenige Varianten.» Es würden neue Austragungsorte ausgewählt oder Spiele auf die übrigen Städte verteilt. «Die zweite Option ist weniger zeitaufwendig», sagte Sorokin, der auch das Organisationsteam des Spielorts St.Petersburg leitet, der Agentur Tass.

Baku möchte mehr Spiele

In Russland selbst sei ein Rückzug kein Thema, versicherte Sorokin. Sollten einige Städte wegen der Corona-Krise abspringen, könnte Russland gerne aushelfen. Auch das ölreiche Aserbaidschan will in jedem Fall am Spielort Baku festhalten, wo auch die Schweiz für 2020 zwei seiner EM-Vorrunden-Spiele im Programm stehen hatte (gegen Wales und die Türkei).

A worker rides a tractor as he mows a lawn in front of the Olympic stadium, where UEFA planned to host four UEFA Euro 2020 matches, including a quarterfinal, in Baku, Azerbaijan, Wednesday, March 18, 2020. Taking a tough decision that became more inevitable by the day, the governing body of European soccer postponed its marquee championship for one year on Tuesday. For some people the new COVID-19 coronavirus causes only mild or moderate symptoms, but for some it can cause more severe illness. (AP Photo/Aziz Karimov)

In Baku hätte auch die Schweiz gespielt. Bild: AP

Regionale Medien spekulierten zuletzt schon über mögliche Vorteile einer Absage anderer Gastgeber wie Rom oder Bilbao. So könne Baku weitere Spiele erhalten.

Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi hatte jedoch gleich nach der Verschiebung der EM beteuert: «Wir wollen die EM in Sorglosigkeit und ohne Risiken erleben, und ich bin sicher, dass es ein unvergessliches Ereignis für unsere Stadt sein wird.» Italien ist eines der Länder, das am schwersten von Corona betroffen ist. Und in Rom wäre die Schweiz an der nun verschobenen Endrunde in ihrem zweiten Vorrundenspiel gegen Gastgeber Italien angetreten.

Auch Spanien leidet stark unter der Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie. Ein Sprecher des nationalen Verbands versicherte der Nachrichtenagentur PA jedoch, dass es «kein Problem» sei, 2021 Partien am geplanten Spielort Bilbao auszutragen. Bilbaos Bürgermeister Juan Maria Aburto dagegen will sich vor einer noch ausstehenden Stellungnahme der Stadt an die EM-Organisatoren nicht öffentlich äussern.

epa08301510 General view of San Mames stadium, one of the 12 official venues for the UEFA EURO 2020, in Bilbao, the Basque Country, Spain, 17 March 2020. UEFA President Aleksander Ceferin announced earlier in the day that the quadrennial intra-European soccer tournament has been postponed to 2021 due to the ongoing pandemic of the COVID-19 disease caused by the SARS-CoV-2 coronavirus.  EPA/LUIS TEJIDO

Bleibt das San Mames Stadion in Bilbao auch 2021 leer? Bild: EPA

Kopenhagen indes will unbedingt EM-Austragungsort bleiben und zusammen mit dem Start der Tour de France 2021 «einen riesigen Sportsommer» feiern, wie Oberbürgermeister Frank Jensen sagte. Wie die meisten Veranstalter gehen auch die Dänen aber von erhöhten Kosten durch die EM-Verlegung aus. Für den als grossen Fussballfan bekannten ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban ist dies jedoch kein Grund, am Spielort Budapest zu rütteln.

«Fussball ist unwichtiger als die Sicherheit der Öffentlichkeit.»

Sadiq Khan, Bürgermeister von London

Auch Bukarest kann sich der weiteren Unterstützung durch Rumäniens Regierung sicher sein. Die Investitionen für die EM kämen dem Land langfristig zugute und würden «gerade in diesen Zeiten die Wirtschaft stützen», sagte Sportminister Ionut Stroe.

Die Abschätzung von Risiken und Chancen eines Festhaltens an der EM läuft derzeit noch in Dublin, Glasgow und London. Grundsätzlich dürften diese Spielorte zwar auch für 2021 bereitstehen. Die schweren Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie in Grossbritannien veranlassten Londons Bürgermeister aber auch zu warnenden Worten. «Die Sicherheit der Öffentlichkeit steht immer an erster Stelle», sagte Sadiq Khan und betonte: «Fussball ist unwichtiger als das.» (abu/sda/dpa)

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