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YBs Marvin Spielmann jubelt nach seinem Tor zum 2:1 im Fussball Schweizer Cup Final zwischen dem FC Basel 1893 und dem BSC Young Boys im Wankdorf Stadion in Bern, am Sonntag, 30. August 2020. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Der Matchwinner: Marvin Spielmann jubelt nach dem entscheidenden 2:1. Bild: keystone

«Das Grösste» für YB und «gewisse Leere» beim FCB – das sagen die Beteiligten zum Cupfinal

Natürlich traf Jean-Pierre Nsame, der YB-Torgarant schlechthin, auch im Cupfinal. Doch der YB-Held im Cupfinal war einer, der in dieser Saison Dreck fressen musste: Marvin Spielmann. Basels Trainer Marcel Koller trat mit einer Niederlage, aber mit Stil ab.



Gerardo Seoane war an der Seitenlinie mit einem seiner Gedanken schon im Penaltyschiessen – so sagte es der Trainer im Nachgang –, als zuerst Guillaume Hoarau um ein Haar das YB-Märchen schlechthin geschrieben hätte und wenig später Marvin Spielmann die Berner in diesem Cupfinal ins Glück schoss.

Spielmann schiesst YB ins Glück. Video: SRF

Spielmann erzielte in der 89. Minute, sieben Minuten nach seiner Einwechslung, aus grosser Distanz das 2:1, das YB das historische Double einbrachte. «Ein überwältigendes Gefühl - mir fehlen die Worte», säuselte der 24-jährige Joker, während sich seine Mitspieler im Hintergrund im fast menschenleeren Stadion zum kollektiven Jubel formierten.

Wenig später hatte der Kopf die Kontrolle über die Emotionen wieder übernommen. «Dieses Double ist das Grösste, was ich in meinem Fussballer-Leben bislang erlebt habe. Davon träumst du als Kind, und davon erzählst du deinen Enkelkindern», meinte Spielmann.

Dass es im Final mit dem Siegtor klappte, sah er auch als Lohn für seine Beharrlichkeit. «Wenn du an deine Stärken glaubst und nicht aufgibst, wirst du irgendwann dafür belohnt.» Sein Trainer pflichtete ihm bei: «Er liess im Training trotz seiner schwierigen persönlichen Situation nie nach.»

Enttäuschung bei Marcel Koller

Für Marcel Koller endete das Gastspiel als Trainer des taumelnden FC Basel ohne Happy End. «Wir fingen gut an, liessen in der zweiten Halbzeit aber etwas nach. Während 10, 15 Minuten passte die Abstimmung nicht mehr», analysierte Koller. Am Ende galt für den scheidenden FCB-Trainer eine Binsenweisheit: «Wer die Tore vorne nicht macht, bekommt sie hinten.»

Basels Cheftrainer Marcel Koller nach dem Fussball Schweizer Cup Final zwischen dem FC Basel 1893 und dem BSC Young Boys im Wankdorf Stadion in Bern, am Sonntag, 30. August 2020. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Marcel Koller bleibt mit dem FC Basel in dieser Saison ohne Titel. Bild: keystone

Kritische Töne über das Chaos im Klub und die kommunikativen Fehltritte der letzten Monate mochte Koller auch an seiner letzten Match-PK als FCB-Trainer nicht ins Feld führen. Er wählte den Abgang mit Stil. «Es fällt mir schwer, hier eine Bilanz zu ziehen. Im Moment überwiegt die Enttäuschung über diese Niederlage und spüre ich eine gewisse Leere. Ich denke, die Mannschaft kann stolz sein auf das, was sie geleistet hat in dieser ungewöhnlichen Saison», erklärte der 59-jährige Zürcher.

Dass er in den zwei Jahren bei dem aus den Fugen geratenen einstigen Schweizer Vorzeige-Klub Ungewöhnliches durchmachte, verhehlte Koller nicht: «Ich bin jetzt 23 Jahre Trainer. Dass ich noch so viel lernen kann, hätte ich nicht gedacht.» (dab/sda)

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