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Cantona hat gerade eine grossartige Dankesrede gehalten (nicht nur Ronaldo ist verwirrt)



Langweilige 08/15-Auftritte sind nichts für Eric Cantona. Und der französische Fussballgott enttäuschte seine Fans nicht, als ihm anlässlich der Champions-League-Auslosung in Monaco der «President's Award» der UEFA verliehen wurde. Bei Cantonas Dankesworten konnte man die Fragezeichen in den Gesichtern der Fussballstars im Saal förmlich sehen:

Die Spielmacher-Legende von Manchester United startet mit einem Shakespeare-Zitat. So weit, so ungewöhnlich. Danach spricht Cantona davon, wie die Menschheit den Alterungsprozess aufhalten könne und bald unsterblich sein werde. «Nur Unfälle, Verbrechen und Kriege können uns noch töten. Aber leider werden sich Verbrechen und Kriege häufen. Ich liebe den Fussball. Vielen Dank.»

Das Highlight nebst der Rede an und für sich: Wie Lionel Messi angestrengt versucht, den Sinn in Cantonas Worten zu finden (oder wie er einfach so tut als ob). Und vor allem der Blick von Cristiano Ronaldo, der nicht weiss, ob er hier gerade bei der versteckten Kamera ist und von einem als alten Mann mit Schiebermütze und Bart verkleideten TV-Promi verarscht wird:

Die Sache mit den Möwen und den Sardinen

Vor einem Vierteljahrhundert hätte wohl noch keiner daran gedacht, dass dieser Eric Cantona jemals von einem UEFA-Präsidenten einen Preis erhalten wird. Der Franzose war ein besonders streit- und rauflustiger Zeitgenosse, selten lagen Genie und Wahnsinn so nahe beisammen wie bei ihm.

Tiefpunkt (er selber bezeichnete den Moment allerdings rückblickend als Höhepunkt seiner Karriere) war, als Cantona einen Zuschauer, der ihn wüst beleidigt hatte, mit einem Kung-Fu-Tritt niederstreckte. Er wurde für ein halbes Jahr gesperrt – und gab danach eine legendäre Pressekonferenz, an der er bloss einen einzigen Satz sagte:

«When the seagulls follow the trawler, it's because they think sardines will be thrown into the sea. Thank you very much.»

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«Die Möwen folgen dem Fischkutter, weil sie glauben, dass die Sardinen wieder ins Meer geworfen werden. Danke.» Video: YouTube/NewsAndOffersNow

Der Satz sei ihm spontan eingefallen, verriet Cantona später. «Als diese ganzen Sportjournalisten vor mir sassen und mit gierigen Augen darauf warteten, dass ich ihnen eine Sensation liefere. In dem Moment hatte ich das Bild des Fischkutters vor mir, dem die Möwen folgen.»

Eric Cantona war noch nie ein 08/15-Typ. Und wird es in diesem Leben wohl auch nicht mehr werden. (ram)

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