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Europa League, Viertelfinal-Rückspiele

Liverpool – Dortmund 4:3 (Hinspiel: 1:1)

Sevilla – Bilbao 1:2, 5:4 n.P. (Hinspiel: 2:1)

Donezk – Braga 4:0 (Hinspiel 2:1)

Sparta Prag – Villarreal 2:4 (Hinspiel: 1:2)

Football Soccer - Liverpool v Borussia Dortmund - UEFA Europa League Quarter Final Second Leg - Anfield, Liverpool, England - 14/4/16
Liverpool's James Milner and Manager Juergen Klopp celebrate after winning the match
Reuters / Darren Staples
Livepic
EDITORIAL USE ONLY.

Klopp und seine Spieler fallen sich nach dem Schlusspfiff in die Arme. Bild: Darren Staples/REUTERS

Klopp nach der magischen Nacht im Anfield: «Mein rechter Arm tut weh, ich weiss gar nicht warum» 

WAS. FÜR. EIN. SPIEL! Der FC Liverpool steht zum ersten Mal seit 2010 im Europa-League-Halbfinal. Dank drei Toren in der letzten halben Stunde besiegt das Team von Jürgen Klopp Borussia Dortmund mit 4:3. Natürlich ist der Trainer nach dem Spiel total aus dem Häuschen.



Leidenschaft besiegt System, Jürgen Klopp zeigt Thomas Tuchel den Meister: Liverpool schlägt Dortmund nach einem 0:2- und 1:3-Rückstand noch 4:3 und qualifiziert sich dank einer unglaublichen Willensleistung für die Halbfinals der Europa League. Ein Spiel, das keiner so schnell vergessen wird!

» Hier gibt's sämtliche Highlights im Video

In der Nachspielzeit stürmt Liverpool förmlich dem vierten Tor und der Vollendung der grossen Wende entgegen. Dabei hatte sich Dortmund bis zur letzten halbe Stunde ein eigentlich komfortables 3:1-Polster erspielt. Zwei Tore innerhalb von zwölf Minuten durch Coutinho (66.) und Verteidiger Sakho (78.) sorgen aber für eine der prickelndsten Schlussphasen der Fussball-Geschichte.

Liverpool rennt, Liverpool stürmt, Liverpool fightet: Der belgische Stürmer Divock Origi beschäftigt die Dortmunder Innenverteidiger unaufhörlich, Captain James Milner und die Brasilianer Lucas Leiva und Coutinho treiben die Mannschaft nach vorne – bis das entscheidende vierte Tor in der 92. Minute doch noch fällt: Milner flankt zur Mitte und am hinteren Pfosten köpfelt der kroatische Verteidiger Lovren die «Reds» erstmals seit sechs Jahren in einen Europacup-Halbfinal ein.

abspielen

Das Liverpooler Siegtor von Dejan Lovren. streamable

Somit lebt in der Hafenstadt die Hoffnung, eine an sich schwache Saison doch noch sehr erfolgreich zu Ende zu bringen. Im Cup ist Liverpool ausgeschieden, in der Meisterschaft steckt es im Mittelfeld fest. Doch gelingt in der Europa League der Coup, holt Jürgen Klopp mit seinem neuen Team nicht nur auf Anhieb einen Titel, sondern führt es auch in die nächstjährige Champions League.

Auf die Frage eines Reporter zu einem möglichen Sieg in der Europa-League sagt Klopp: 

«Fragen Sie mich nicht so einen Scheiss. Daran denke ich an so einem intensiven Abend überhaupt nicht. Wir haben nicht eine Sekunde an die Champions League gedacht. Wir haben erst einmal ein Halbfinal gegen einen auf jeden Fall sehr starken Gegner.»

Was Klopp seinen Jungs in der Pause (0:2)  gesagt hat:

«Es war schwer, den Kopf oben zu halten, aber wir hatten einen Schwur. Wir wollten Charakter zeigen, und das haben die Jungs mehr als getan. So etwas passiert selten, aber wenn, ist es umso unglaublicher. Für jeden, der hier war.»

Origi verrät etwas mehr.

Klopp kommt nach dem Spiel nicht aus dem Schwärmen heraus:

«Es ist wirklich kaum zu glauben, was hier passiert ist. Das war europäischer Fussball at it's best. Unglaublich, wunderbar. Mein rechter Arm tut weh, ich weiss gar nicht, warum. Es war sehr intensiv, aber eine grosse Nacht.»

Liverpool's head coach Juergen Klopp celebrates after his team scored during the Europa League quarterfinal second leg soccer match between Liverpool  FC and Borussia Dortmund in Liverpool, England, Thursday, April 14, 2016 . (AP Photo/Jon Super)

Vom Jubeln, lieber Jürgen!
Bild: Jon Super/AP/KEYSTONE

«Am Ende hätte alles passieren können, aber jeder hier im Stadion wird sagen, dass es verdient war. Ein bisschen glücklich natürlich, wenn du in der 92. Minute ein Tor schiesst. Aber grossartig. Wir haben so viel durchgemacht in diesem Spiel. Und dann das vierte Tor zu machen, ist verrückt, einfach unglaublich.»

«Ich habe etwa 500 Spiele als Trainer erlebt, aber es gab vielleicht fünf Spiele dieser Art. Die muss ich nicht miteinander vergleichen. Ich geniesse es einfach und werde es sowieso nie vergessen. Anfield ist ein Ort für grosse Fussball-Momente.»

Für Dortmund ist die Niederlage extrem bitter. Der BVB ist lange Zeit das bessere Team und scheint nach Marco Reus' 3:1 in der 57. Minute auf dem Weg zu einem souveränen Auswärtssieg. In der elektrisierenden Atmosphäre überragen die Deutschen vor allem in den ersten Minuten. Achtung, fertig, Tor(e): Nach acht Minuten führt Dortmund dank Treffern von Mchitarjan, Aubameyang bereits 2:0.

Doch knapp zwei Stunden später sind die Zahlen der drei Borussia-Stürmer nichts mehr wert. Das Trio hat in dieser Europacup-Saison 27 Tore erzielt – zehn mehr als etwa die Barcelona-Offensive mit Lionel Messi, Neymar und Luis Suarez. Es nützt aber die beste Offensive wenig, wenn am Ende ausgerechnet die Verteidiger des Gegners mit ihren Kopfbällen die Entscheidung herbeiführen.

Football Soccer - Liverpool v Borussia Dortmund - UEFA Europa League Quarter Final Second Leg - Anfield, Liverpool, England - 14/4/16
Borussia Dortmund players look dejected after losing the match as Liverpool's Daniel Sturridge and Alberto Moreno celebrate
Reuters / Darren Staples
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Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.
Bild: Darren Staples/REUTERS

Die Stimmen der Dortmunder

«Wir haben gedacht, das Ding ist durch. Nach dem 3:1 haben wir aufgehört, Fussball zu spielen und Schiss bekommen. Wir haben das Ding hergeschenkt.»

Inneverteidiger Mats Hummels

«Es ist schwer, das in Worte zu fassen. Wir haben nicht mehr gut verteidigt, haben nicht mehr das gespielt, was wir in der ersten Halbzeit gespielt haben. Wir dürfen so nicht verlieren, es ist extrem bitter.»

Torschütze Marco Reus

«Wir kamen ab dem 3:1 nicht klar damit, mit wie viel Risiko Liverpool gespielt hat. Irgendwann war die gegnerische Mannschaft völlig emotionalisiert, dann kriegen wir einen späten Lucky Punch.»

Trainer Thomas Tuchel

Die Reaktionen auf Twitter

Na, Büne?

(pre/sda)

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