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Cristiano Ronaldo gibt Einblick in sein Seelenleben. bild: twitter

Ronaldo gibt Einblick in sein Seelenleben: «Fussball ist eine schwierige Welt»



Um seine Haarklinik «Insparya» zu promoten, kehrte Cristiano Ronaldo vor kurzem nach Madrid zurück. Während seines Aufenthalts in der alten Heimat gab er dem «ICON»-Magazin von «El Pais» eines seiner seltenen ausführlichen Interviews. Dabei beantwortet Ronaldo, der oft von sich in der dritten Person redete, nicht nicht nur Fragen rund um Haartransplantationen, sondern gab offen Einblick in sein Leben in der Glitzerwelt des Fussballs.

Cristiano Ronaldo ...

...ob er Fussball immer noch mag:

«Ich sehe Fussball als eine Mission: auf den Platz gehen, gewinnen, mich ständig verbessern. Die Momente, in denen ich auf den Platz gehe und denke ‹Ich gehe jetzt dribbeln!› – da bin ich ehrlich – die habe ich nicht mehr. Dafür habe ich zu viel Druck. Die Leute denken immer: ‹Es ist bald vorbei. Er ist 33, 34 oder 35 und sollte zurücktreten.› Aber ich versuche, sie jedes Mal von neuem zu überraschen.»

... über den Eindruck, er sei ein «Fussball-Roboter»:

«Ich glaube nicht, dass die Leute denken, ich sei ein Fussball-Roboter. Sie sehen mich vielleicht als eine Person, die niemals ein Problem hat, die niemals traurig ist und keine Sorgen haben kann. Aber die Leute denken anders als ich und ich kann das verstehen. Ich weiss, dass einige nur darauf warten, dass Cristiano einen Penalty verschiesst oder in einem wichtigen Spiel scheitert. Das ist ein Teil meines Lebens und ich bin darauf vorbereitet.»

... über den ständigen Druck:

«Es stimmt, dass ich schon als junger Spieler viel Druck Druck hatte. Als ich nach Madrid kam, war ich der teuerste Spieler der Geschichte. Schon in Manchester, als ich mit 23 meinen ersten Ballon d'Or gewonnen hatte, sagten die Leute: ‹Seht hin, der Junge gehört zu den Allerbesten.› In den letzten zehn, zwölf Jahren hatte ich diesen zusätzlichen Druck ständig.»

... über seine Ankunft bei Juve:

«Das Erste, was ich bei einem neuen Klub mache, ist, einfach ich zu sein, mehr nicht. Meine Arbeitsmoral ist immer dieselbe. Wenn ein neuer Chef in einer laufenden Firma kommt und anfängt, den ganzen Laden umzukrempeln, werden ihn die Leute nicht als Anführer sehen. Sie werden sagen: ‹Das ist zwar mein Chef, aber der behandelt mich nicht gut.›

Man muss demütig sein und lernen, dass man nicht alles weiss. Wenn du schlau bist, bekommst du als Sportler die kleinen Dinge mit, die dich besser machen. Ich habe mich bei Juve perfekt angepasst. Sie haben gesehen, dass ich kein Grossmaul bin. Es ist eine Sache, etwas zu sagen, eine andere ist, es zu tun. Warum habe ich fünf Ballons d'Or und fünf Mal die Champions League gewonnen?»

... über sein Leben in der Öffentlichkeit:

«Ich wäre gerne ein Schutzschild für meine Familie und würde alle meine Probleme allein lösen können. Es ist nicht immer einfach, eine der öffentlichsten Personen der Welt zu sein. Es gibt Leute, die mögen Cristiano und es gibt Leute, die mögen ihn nicht. Je mehr du erreichst, desto mehr wollen sie dich runterziehen. Für mich ist es okay, wenn ich für meine Leistungen auf dem Platz kritisiert werde, das ist mein Job. Aber mein Privatleben ist intimer.»

... über Freundschaften im Fussball:

«Ich könnte ‹Ja› sagen ... Aber ich möchte nicht leugnen, dass der Fussball eine schwierige Welt ist. Es ist, wie wenn man ein Model fragen würde, ob sie viele Freunde im Model-Business hat. Sie könnte ‹Ja› sagen, aber in Wirklichkeit isst sie selten zuhause mit einem anderen Model zu Abend.»

... ob er später Trainer werden will:

«Ich schliesse es nicht aus.»

... ob er sich vorstellen könne, nach seinem Rücktritt in Barcelona zu leben:

(lacht) «Barcelona ist nichts für mich, nein. Ich bin ein- oder zweimal dorthin gegangen und hatte das Gefühl, dass sie Cristiano nicht besonders mögen. Aber wegen der Rivalität zwischen Barça und Real ist das normal.»

(pre)

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