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epa07646259 Real Madrid's new soccer player Eden Hazard poses for the photographers during his presentation at Santiago Bernabeu stadium in Madrid, Spain, 12 June 2019. Belgian Eden Hazard has signed a five-seasons-contract with Real Madrid after Spanish LaLiga's club Real Madrid reached an agreement with Chelsea FC for his transfer for 100 million euro plus 30 on variables.  EPA/Rodrigo Jimenez

Eden Hazard wechselte im Sommer von Chelsea zu Real Madrid. Solche Transfers wären weiterhin möglich, aber seltener. Bild: EPA/EFE

Kommentar

Warum es besser wäre, wenn jeder Klub nur noch drei Transfers tätigen dürfte

Man darf ja mal laut denken. Als ich mich heute Morgen durch die vielen Transfergerüchte scrolle, kommt mir eine Idee. Sie würde den Fussball revolutionieren und viele Fans glücklich machen.



Die Transferzeit ist für viele Fans ein Highlight. Man darf spekulieren, wer zu seinem Lieblingsklub kommt. Davon träumen, wie sehr die Neuverpflichtung X einschlägt. Hoffen, dass das Supertalent Y auch eine Liga höher alle Gegner schwindlig dribbelt. Und daran glauben, dass die Karriere von Routinier Z nach vier schwierigen Saisons genau jetzt nach dem Transfer noch einmal Schwung aufnimmt.

Aber in der Transferzeit erkennen wir auch, was uns am Fussball heute alles stört. Dass die Grossen immer grösser werden etwa, oder dass die Fussballwelt immer rastloser wird. Dass kleinere Ligen den Anschluss verlieren oder Retortenklubs dank viel Sponsorengeld rasch an die Spitze vorstossen, während Traditionsklubs versauern.

Der Geistesblitz

Und hier kommt meine Idee, die viele Probleme lösen und den Fussball wieder ausgeglichener machen könnte:

Jeder Klub darf pro Saison höchstens drei neue Spieler engagieren.

Egal, ob die Spieler gekauft oder ausgeliehen werden, ob man bezahlen musste oder ob sie ablösefrei kommen. Drei Neue, fertig. Die Zahl der Abgänge wird nicht beschränkt. Verliert ein Klub auf einen Schlag viele Spieler, muss er die Lücken mit Nachwuchsspielern füllen.

Die Gründe dafür

1. Es gibt mehr Kontinuität

Der Fussball heute ist flüchtig. Ein Spieler bleibt im Durchschnitt bloss 2,2 Jahre bei einem Klub, bevor er zum nächsten wechselt. Jahr für Jahr wird beinahe die Hälfte des Kaders ausgetauscht.

Wenn jeder Klub nur noch drei neue Spieler holen darf, wird diese Entwicklung gebremst. Kontinuität ist angesagt und Klubs, die gut arbeiten, werden dafür belohnt. Es lässt sich nicht mehr alles mit dem Scheckbuch regeln.

2. Es gibt eine grössere Identifikation

Je kürzer ein Spieler bei einem Klub bleibt, umso weniger identifiziert sich der Fan mit ihm. Und umgekehrt ist es genauso: Spieler küssen heute dieses Wappen und morgen jenes. Im Grunde ist es ihnen egal, wo sie spielen, Hauptsache, der Lohn wird überwiesen.

FC Barcelona's new signing Denis Suarez kisses the emblem on his shirt, during his official presentation at the Camp Nou stadium in Barcelona, Spain, Wednesday, July 6, 2016. Suarez signed with Barcelona for the next four seasons, with an option for a fifth that is dependent on his number of appearances in the fourth season. (AP Photo/Manu Fernandez)

Denis Suarez küsst das Wappen des FC Barcelona. Just dieser Tage wechselte er zu Celta Vigo, nachdem er zuvor an Arsenal ausgeliehen war. Bild: AP

Wenn jeder Klub nur noch drei neue Spieler holen darf, wird diese Entwicklung gebremst. Fussballer bleiben länger bei einem Klub, identifizieren sich eher mit der Stadt und der Region. Und die Fans wissen beim Gang ins Stadion, wen sie dort sehen: jene Spieler, die «schon immer» da waren und kein beliebig austauschbares Team.

3. Stärkung der kleinen Ligen

Kaum kann ein Spieler in der Super League drei Mal jonglieren, träumt er von Real Madrid. Das darf er auch ruhig, aber wenn ausländische Klubs ihre Kader immer weiter aufblähen, trocknen die kleinen Ligen aus. Und der Klassenunterschied wird noch grösser.

Wenn jeder Klub nur noch drei neue Spieler holen darf, wird diese Entwicklung gebremst. Grossklubs müssen sich gut überlegen, welches Trio sie holen. Sie können nicht mehr «auf Vorrat» einkaufen und jene Spieler, die nicht liefern, einfach wieder verleihen. Klubs in kleinen Ligen können ihre Spieler dadurch länger halten und wenn nicht jeder, der drei Mal jonglieren kann, sofort ins Ausland wechselt, hebt es auch das Niveau der Liga an.

FILE - In this Aug. 12, 2017 file photo, Chelsea's Michy Batshuayi in action. Chelsea striker Michy Batshuayi has joined Valencia on a season-long loan it was reported on Friday, Aug. 10, 2018. The 24-year-old Belgium international spent the second half of last season on loan at Borussia Dortmund. (John Walton PA via AP, FIle)

Michy Batshuayi gehört Chelsea. Aber er war schon an Dortmund, Valencia und Crystal Palace ausgeliehen. Bild: AP

4. Chance für den Nachwuchs

Längst unterhält fast jeder Klub eine eigene Akademie. Doch die grossen Vereine bilden zumeist für die Konkurrenz aus: Der Sprung vom Nachwuchs in die Startelf ist einfach zu gross. Und bei kleineren Klubs wird dem Eigengewächs ein zweitklassiger Ausländer vor die Nase gesetzt, während der Junior in eine tiefere Liga ausgeliehen wird, um Spielpraxis zu sammeln.

epa07049596 Dortmund's Jadon Sancho celebrates after scoring the 6-0 lead during the German Bundesliga soccer match between Borussia Dortmund and FC Nuernberg in Dortmund, Germany, 26 September 2018.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL CONDITIONS - ATTENTION:  The DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Jadon Sancho sah bei ManCity keine Chance, also ging er nach Dortmund. Dort startete er voll durch und heute werden sie sich in Manchester darüber ärgern, ihr Talent verloren zu haben. Bild: EPA

Wenn jeder Klub nur noch drei neue Spieler holen darf, wird diese Entwicklung gebremst. Die Klubs sind darauf angewiesen, mehr Nachwuchsspieler zu integrieren, um im Falle von Verletzungen einen breiteren Kader zu haben. Der Einbau von Talenten aus der eigenen Jugend fördert zudem die Identifikation vom Fan mit dem Team.

5. Retortenteams wachsen langsamer

Was wäre Paris Saint-Germain ohne die Blankoschecks seiner arabischen Besitzer? Gäbe es Red Bull RasenBallsport Leipzig in seiner heutigen Form überhaupt? In den vergangenen Jahren sind einige Teams schier aus dem Nichts an die Spitze vorgestossen, weil ihre Investoren tief in die Taschen griffen. Zum Ärger vieler Anhänger, für die Retortenteams das Letzte sind.

Wenn jeder Klub nur noch drei neue Spieler holen darf, wird diese Entwicklung gebremst. Natürlich kann PSG immer noch wie bei Neymar den teuersten Transfer der Geschichte tätigen, aber die Pariser können dann nur noch zwei weitere Spieler holen. Auch sie sind gezwungen, eigene Talente auszubilden und zu fördern. Und einem Konstrukt wie der Red-Bull-Fussballfirma wird ein Riegel geschoben, weil nicht mehr endlos viele Spieler von Liefering nach Salzburg und von dort nach Leipzig befördert werden können.

Was hältst du von der Idee, dass Klubs nur noch drei Transfers pro Saison machen dürfen?

Was würde die neue Regelung bewirken?

Einige Beispiele:

Real Madrid hat für die kommende Saison bereits fünf Spieler engagiert: Eden Hazard, Luka Jovic, Eder Militao, Ferland Mendy und Rodrygo. Die «Königlichen» müssten sich mit neuer Regelung für ein Trio entscheiden – die Chance für einen Klub wie Eintracht Frankfurt, Stürmer Jovic zu halten und ein grosses Team aufzubauen, das um den Titel mitspielen kann?

epa07624426 (FILE) - Frankfurt's Luka Jovic reacts after scoring a goal during the German Bundesliga soccer match between Werder Bremen and Eintracht Frankfurt in Bremen, Germany, 01 April 2018 (re-issued 04 June 2019). Serbian forward Luka Jovic joins Spanish La Liga side Real Madrid for a transfer fee of reported 70 million euro, the German Bundesliga soccer club Eintracht Frankfurt confirmed on 04 June 2019. Jovic signed a six-year contract with Real Madrid.  EPA/DAVID HECKER *** Local Caption *** 54235460

Jovic hätte die Eintracht vielleicht noch länger im Herzen. Bild: EPA

Bayern München muss die Abgänge der Altstars Arjen Robben (35), Franck Ribéry (36) und Rafinha (33) kompensieren. Auch Verteidiger Mats Hummels und Offensivkraft James Rodriguez verliessen den deutschen Rekordmeister im Sommer. Die Bayern könnten nur drei von ihnen mit Einkäufen ersetzen – die Chance für Spieler aus dem eigenen Nachwuchs?

YB ist ein Opfer seines Erfolgs, denn mit ihren Leistungen machten die Nationalspieler Kevin Mbabu und Djibril Sow so Eindruck, dass sie in die Bundesliga wechselten. Schwierig für den Schweizer Meister, sie adäquat zu ersetzen – die Chance für andere Klubs, um wieder aufzuholen?

Die Spieler Kevin Mbabu, Djibril Sow und Albian Ajeti, von links, posieren vor einem Training der Schweizer Fussball Nationalmannschaft, am Sonntag, 9. September 2018, in St. Gallen. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Mbabu (links) spielt neu in Wolfsburg, Sow in Frankfurt. Bild: KEYSTONE

Beim FC St.Gallen weist die Statistik für die Saison 2018/19 insgesamt 19 Zugänge und 20 Abgänge aus. So ein Jekami gäbe es nicht mehr – die Chance für den Klub, wieder Kontinuität hinein zu bringen und für die Fans die Gelegenheit, sich stärker mit dem Team zu identifizieren?

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43 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
L_k_01
03.07.2019 16:51registriert July 2019
Das Problem hierbei ist, dass aufgrund des extrem sinkendem Angebot an Spieler auf dem Markt die Preise für Spieler extrem ansteigen werden. Sprich noch höhere Ablösesummen wie jetzt (und jetzt beklagen sich schon viele).
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jellyshoot
03.07.2019 17:35registriert December 2015
dann fängt der transferwahnsinn einfach bei den jugendspielern an ...
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satyros
03.07.2019 16:48registriert August 2014
Völliger Quatsch. Wie sollten z.B. Ajax Amsterdam oder Eintracht Frankfurt damit umgehen, dass ihre Spieler durch die sehr guten Einsätze im Europacup nun halt einiges begehrter sind und in eine grössere Liga oder zu einem grösseren Verein wechseln wollen? Damit leben, dass man mit einer verbesserten Juniorenequipe antreten muss und dann vielleicht in vier, fünf Jahren wieder zur nationalen Spitze gehört?
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