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Die Captains Garaba und Valderrama mit der unbekannten Frau. bild: youtube

Unvergessen

Valderrama staunt über die Barbusige, die gleich den Anstoss ausführt

2. Juni 1990: Die WM in Italien steht vor der Tür, noch einmal wird getestet. Kolumbien holt sich in Ungarn den letzten Schliff fürs Turnier – und wird dabei äussert zuvorkommend begrüsst.



Was hat die Organisatoren des Länderspiels zwischen Ungarn und Kolumbien denn da geritten? Einer ungarischen Quelle entnehmen wir bloss, dass es das Publikum «eher verwirrt als begeistert» aufgenommen habe, dass eine halbnackte Frau den Anstoss ausführte. Zu den Gründen erfahren wir nichts.

Heute würde das wohl nicht mehr so gemacht werden. Aber im Sommer 1990, als sich Osteuropa dem Westen öffnet, herrscht ein Gefühl von Aufbruch und Freiheit. (Eiserner) Vorhang auf – für die unbekannte Brünette, die nur mit einem Tanga bekleidet und auf Stöckelschuhen über den Rasen des Fáy-Utcai-Stadions in Budapest schreitet:

Vielleicht ist der Einsatz der Dame ja ein geschickter taktischer Schachzug der Ungarn, um den gegnerischen Spielern den Kopf zu verdrehen. Denn die Ungarn gewinnen das Freundschaftsspiel gegen den WM-Teilnehmer mit 3:1. «Es war eine sehr schwierige Begegnung, wir haben nicht gut gespielt», hält Carlos Valderrama fest. Ein Statement des kolumbianischen Captains zum ungewöhnlichen Kick-off ist leider nicht überliefert.

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Die Höhepunkte der Partie, in der Ungarn die Kolumbianer mit 3:1 besiegt. Video: YouTube/sp1873

WM 1990

Eine Woche später beginnt für Kolumbien die WM in Italien. Nach einem 2:0-Sieg gegen die Vereinigten Arabischen Emirate und einer 0:1-Niederlage gegen Jugoslawien benötigen die Südamerikaner gegen die BRD einen Punkt, um in die Achtelfinals zu kommen. Das gelingt: Gegen den nachmaligen Weltmeister erzielt Freddy Rincón in der Nachspielzeit den Ausgleich zum 1:1.

Rincón spielt später bei Real Madrid und Napoli, aber die Stars der Truppe sind andere: Spielmacher Carlos Valderrama mit seinen goldenen Zapfenlocken und René Higuita, der durchgeknallte Goalie.

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Doppelt gemoppelt: Higuita, Higuita, Valderrama und Valderrama. bild: el universo

«El Loco» macht seinem Ruf alle Ehre, indem er massgeblich am WM-Ausscheiden beteiligt ist. Im Achtelfinal gegen Aussenseiter Kamerun verdribbelt sich Higuita weit vor dem Tor gegen Roger Milla. Der Oldie stibitzt dem Keeper in der Verlängerung den Ball, ist auf und davon und schiesst die Afrikaner eine Runde weiter.

WM 1994

Auch Andrés Escobar gehört 1990 zum WM-Team der Kolumbianer. Der Verteidiger, in der Saison 1989/90 bei den Berner Young Boys, wird vier Jahre später in den USA zur tragischen Figur.

Kolumbien scheidet an der WM 1994 schon nach der Vorrunde aus, trotz eines 2:0-Siegs gegen die Schweiz. Escobar bezahlt dafür mit seinem Leben. Weil er beim 1:2 gegen Gastgeber USA ein Eigentor erzielt und die Wettspielmafia viel Geld verliert, wird er kurz nach der WM in Medellín erschossen.

Nach Valderrama und Co. dauert es zwei Jahrzehnte, ehe Kolumbien wieder ein schlagkräftiges Team beisammenhat. An der WM 2014 in Brasilien führt James Rodríguez, der mit sechs Treffern Torschützenkönig wird, seine Auswahl in die Viertelfinals. Dort scheitert Kolumbien an Gastgeber Brasilien.

Valderrama und Maradona

Die Legenden damals und etwas später.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende sportliche Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • DuhuerePanane 02.06.2020 16:06
    Highlight Highlight Bin mir nicht mehr gewohnt, solche natürlich schönen Frauen zu sehen, die kein Silikon haben und so wohlgeformte schöne Brüste haben. WTF
  • zaphod67 02.06.2020 13:26
    Highlight Highlight Sehr schön anzuschauen, könnte man wieder einmal machen. Bei den Damen darf dann gerne Magic Mike ankicken.
  • Team Insomnia 02.06.2020 13:00
    Highlight Highlight Ja die 1990er WM bleibt fest in Erinnerung: Argentinien mit Maradona und dem Penalty-Killer Goycochea im Tor, Jugoslawien mit seinem letzten WM Team doch noch im 1/4 Finale nach der 1:4 Start-Niederlage gegen Deutschland, Kamerun mit Milla, Italien im Land der Tränen (wie immer nach Niederlagen😂), die Schweiz schon 24Jahre nicht an einer WM, und Andreas Brehme mit dem alles entscheidenden Elfmeter im Turnier. Noch Heute pure Emotionen!
    • Simon LeBon 03.06.2020 14:08
      Highlight Highlight England hast du noch vergessen finde ich (à propos Tränen). Unvergessen der dannzumal ganz gross aufspielende Paul Gascoigne im Turiner Halbfinal gegen die in grün spielenden Deutschen. Wie gehabt im Penaltyschiessen. Für Gazza ging es von diesem Spiel an mehr oder weniger sehr steil abwärts in seinem Leben. Ich bin sicher, dass diese unvergessliche Turiner Nacht das Ihre zu diesem beispiellosen Fall beitrug. Leider.
  • G. Samsa 02.06.2020 11:30
    Highlight Highlight Brüste..... ich mag Brüste!
  • Weiter denken! 02.06.2020 07:34
    Highlight Highlight 1990, als die Welt noch etwas normaler ihre Runden drehte.

    Man durfte eine Frau noch attraktiv finden.

    Die SVP war erst am Beginn ihres Aufstiegs (und dem Niedergang des Gemeinsinns).

    • fidget 02.06.2020 11:36
      Highlight Highlight Man darf Frauen auch heute noch attraktiv finden.

      Keine Frage, dass die Dame, die den Anstoss ausführte, sehr attraktiv ist. Aber warum musste sie das oben ohne und nur mit einem Tanga bekleidet tun? Sie hätte auch ein Trikot und Hose tragen können und wäre genauso attraktiv. Das war blosse zur Schaustellung. Wer das sehen will, der soll in einen Stripclub.
    • Raembe 02.06.2020 12:06
      Highlight Highlight Man darf heute auch heute noch Frauen attraktiv finden, die Meisten sind sogar froh drüber. Nur der respektvolle Umgang miteinander ist dabei wichtig. Und ein NEIN ist auch ein NEIN.
    • TJ Müller 02.06.2020 17:28
      Highlight Highlight Ja es war alles etwas normaler. Die Frauen im Appenzell hatte noch kein Stimm- und Wahlrecht, die Umwelt konnte bedenkenlos und ohne sinnlose FCKW Verbote oder Katalysatorvorschriften verpestet werden und auch Handel mit dem Apartheidsregime in Südafrika war völlig in Ordnung. Hach, die gute alte Zeit, wo man in der Schweiz die Ehefrau noch völlig legal vergewaltigen konnte; wie ich sie doch vermisse.
  • Militia 02.06.2020 07:26
    Highlight Highlight Ja, das waren noch Zeiten. Da war alles etwas noch etwas... sagen wir "anderst".
    • Max Cherry 02.06.2020 15:25
      Highlight Highlight ??
      Benutzer Bild
    • Militia 02.06.2020 20:21
      Highlight Highlight Ist es doch noch jemand aufgefallen... War nicht ganz sicher, da hab ich halt die Dialektvariante genommen, die Autokorrektur hatte nichts dagegen. 🤷‍♂️ Steht ja in Anführungszeichen, du Grammatiknazi. 😜
  • TheOnlyZeus 02.06.2019 20:42
    Highlight Highlight Danke Watson, da werde ich tatsächlich gerne dran erinnert. 👍🏼
  • Demo78 02.06.2019 19:37
    Highlight Highlight Die Brüste... Ich kann echt nicht Wegschauen🙈🙊🙉
    • Fumia Canero 02.06.2020 12:22
      Highlight Highlight Ich kann Dich verstehen - bin auch ganz traumatisiert. Das ist Exhibitionismus!
    • Gopfidam 02.06.2020 12:31
      Highlight Highlight Sie sind wunderschön
  • eysd 02.06.2019 17:02
    Highlight Highlight SEXISMUS..Habe den Artikel nur um Sexismus zu enttarnen und um mich zu empören, angeschaut. Also hat mich die Barbusige angelockt..was sagt uns das
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 02.06.2020 09:13
      Highlight Highlight Über wen ? Über dich ? 🤣🤣🤣
    • insert_brain_here 02.06.2020 11:09
      Highlight Highlight Ehrlich gesagt hat mich auch das Bild angelockt, aber mehr im Sinn von "WTF???"

Unvergessen

Roger Milla gegen René Higuita – der Alte entzaubert den Irren

23. Juni 1990: Ein Torhüter will der Star der WM in Italien werden – und kassiert eines der kuriosesten Tore aller Zeiten. Nach der Partie sagt der Paradiesvogel: «Es war ein Fehler so gross wie ein Haus.»

Hätten die Kolumbianer doch auf Max Merkel gehört. Der einstige Bundesliga-Trainer und bissige Polemiker hatte vorgeschlagen, die Kolumbianer sollten René Higuita «einfach am Pfosten anbinden».

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