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Ein Häufchen Elend: Der 18-jährige German Gomez. bild: eurosport

Das sagt der Junior, der an der WM weinend am Strassenrand stehen gelassen wurde



Es ist ein herzzerreissender Moment, der sich am Donnerstag im Junioren-Rennen der Strassen-WM in der englischen Region Yorkshire ereignet. Der junge Kolumbianer German Gomez fährt vorne im Feld der Favoriten, als er einen Hinterrad-Defekt erleidet.

Gomez hält am Strassenrand an und wartet auf Hilfe. Und wartet und wartet und wartet. Vergeblich. Ein Auto ums andere fährt an ihm vorbei, kein einziges hält. Dem jungen Talent kommen die Tränen, es schüttelt ihn durch.

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Video: streamja

In seiner Verzweiflung schnappt Gomez sein Velo und das Hinterrad und macht sich zu Fuss auf, um an einem anderen Ort auf das Begleitfahrzeug zu warten. «Ich war verzweifelt, machtlos, frustriert und traurig, weil ich mich wirklich gut gefühlt habe», sagte Gomez im Ziel. «Ich war in der Gruppe mit den Favoriten und hätte dort bleiben können.»

Wieso dauert das so lange?

Fast vier Minuten nach der Panne ist endlich das Teamfahrzeug bei ihm, um zu helfen. Die Spitze des Feldes ist abgerauscht, sämtliche Medaillenträume ausgeträumt. German Gomez beendet das Rennen trotzdem, auf Rang 60.

Es ist einer Verkettung unglücklicher Zustände zuzuschreiben, dass dem 18-Jährigen nicht rascher geholfen werden konnte. Einerseits wurde das Teamfahrzeug Kolumbiens bei der Auslosung der Fahrzeug-Reihenfolge als 21. von 25 Autos platziert. Hinzu kam die Rennsituation. Das Feld hatte sich kurz vorher geteilt, Gomez war im vorderen Teil, das Auto noch hinter einem zweiten Feld. Denn weil die Strasse im Bereich der Panne äusserst eng war, fällte die Rennjury den Entscheid, dass aus Sicherheitsgründen keine Autos die einzelnen Gruppen überholen dürfen.

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Das betraf nicht nur die Begleitfahrzeuge der Teams, sondern auch den neutralen Materialservice, der vom Veranstalter für genau solche Fälle gestellt wird. Ein Umstand, der vom kolumbianischen Verband kritisiert wurde, vom Weltverband UCI aber zurückgewiesen wurde. «Es ist ärgerlich, dass das einem Fahrer Ihres Landes passiert ist», schrieb ein Kommissär in einem Brief an die Kolumbianer, «aber die Rennbedingungen waren dafür verantwortlich. Es war Schicksal, dass der Fahrer im dümmsten Moment des Rennens eine Panne hatte.»

«Tja, solche Sachen können eben passieren»

Im Ziel in Harrogate konnte Pechvogel Gomez bereits wieder lächeln. «Seit ich das Aufgebot für das WM-Rennen erhalten habe, nahm ich mir vor, alles zu geben und Kolumbien bestmöglich zu vertreten. Das habe ich heute versucht umzusetzen, aber tja, solche Sachen können eben passieren.» Dass er in den sozialen Medien viel Zuspruch erhalten habe, freue ihn, sagte Gomez zum belgischen Portal Sporza.

Sein Ziel sei es, eines Tages die grossen Rundfahrten zu bestreiten. «Aber ich möchte nicht nur an der Tour de France teilnehmen, ich möchte sie gewinnen!» So wie es im Sommer sein 22-jähriger Landsmann Egan Bernal vorgemacht hat, der als jüngster Fahrer seit 110 Jahren die Frankreich-Rundfahrt für sich entschied.

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