Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Schönheitswettbewerb Trump und Xi

Bild: watson/keystone/shutterstock

Analyse

Wer ist schöner: USA oder China?

Die Coronakrise wird zu einem Test für die Gesellschaftsmodelle der beiden Supermächte.



Der ehemalige amerikanische Finanzminister Lawrence Summers verglich kürzlich in einer Kolumne in der «Financial Times» die Coronakrise mit so bedeutenden Wendepunkten in der Geschichte wie der Ermordung des österreichischen Thronfolgers 1914 in Sarajevo, dem Crash von 1929 oder der Konferenz von München im Jahr 1938:

«Sollte sich das 21. Jahrhundert als ein asiatisches herausstellen, so wie das 20. Jahrhundert ein amerikanisches war, dann dürfte sich die Pandemie als Wendepunkt erwiesen haben. Wir durchleben nicht nur dramatische Zeiten, sondern auch einen Dreh- und Angelpunkt der Geschichte.»

Auf dem Prüfstand der Geschichte stehen zwei Gesellschaftssysteme. Obwohl sich China immer noch zum Kommunismus bekennt, ist der Gegensatz zwischen freier Marktwirtschaft und Sozialismus wenig zielführend. Es handelt sich um zwei verschiedene Formen von Kapitalismus, Staats- gegen privaten Kapitalismus.

Bild

Bedeutender Ökonom: Branko Milanovic.

Worum es geht, zeigt Branko Milanovic, einer der bedeutendsten Ökonomen der Gegenwart, in einem Essay in «Foreign Affairs» auf.

China ist ein sehr zentralistisch geführter Staat. Alle Wege führen nach Peking. Die Provinzfürsten erhalten von der Zentrale Vorgaben, die sie einhalten müssen. Wie sie das tun, ist ihre Sache, doch wenn sie diese Ziele verfehlen, gibt es mächtig Ärger.

Die Achillesferse dieses System hat sich beim Ausbruch der Epidemie gezeigt. Die Provinzfürsten wollten keinen Ärger mit Peking und versuchten, das Ganze zu vertuschen. Milanovic stellt fest:

«Die Provinz-Autoritäten reagierten zögerlich – oder gar mit Verleugnung – weil sie nicht den Eindruck erwecken wollten, sie hätten das Ganze nicht im Griff. Sie übermittelten so wenig Informationen über die mysteriöse Infektion an die Zentrale wie möglich, selbst als die Saat der Pandemie bereits ausgestreut war. Erst als es nicht mehr zu verhindern war, dass die Wahrheit ans Tageslicht kommt, schalteten sie die Zentrale ein.»

Sobald Peking Bescheid wusste, zeigte sich jedoch die Stärke des chinesischen Systems. Mit drastischen, zentralistischen Massnahmen wurde das Virus eingedämmt. Mit Erfolg: Obwohl es mehr als drei Mal so viele Chinesen wie Amerikaner gibt, sind die Opferzahlen in China sehr viel kleiner als in den USA. Milanovics Fazit:

«Um den Rückstand wettzumachen, reagierte Chinas zentrale Regierung effizient und professionell.»

Wie die Schweiz sind auch die Vereinigten Staaten ein prinzipiell föderalistischer Staat. Von Washington lässt man sich nur Dinge vorschreiben, wenn es nicht anders geht. Umgekehrt delegiert das Weisse Haus die Verantwortung nach Möglichkeit in die Hauptstädte der einzelnen Bundesstaaten.

Dieses System hat sich bei der Bekämpfung des Virus als extrem untauglich erwiesen. Präsident Trump hat nicht nur öffentlich erklärt, er übernehme keine Verantwortung, er hat es auch nicht getan. Stattdessen führte er täglich idiotische Pressekonferenzen durch und überliess die Arbeit weitgehend anderen.

epa08415830 US President Donald J. Trump speaks during a press briefing on coronavirus testing in the Rose Garden of the White House in Washington, DC, USA, 11 May 2020.  EPA/Oliver Contreras / POOL

Stupide Briefings: Präsident Trump. Bild: EPA

Weil eine zentrale Führung fehlte, mussten sich die einzelnen Gouverneure gegenseitig um Masken, Schutzbekleidung und Beatmungsgeräte prügeln. Das erweist sich als extrem ineffizient: Die USA weisen heute die höchste Anzahl von Opfern weltweit auf. Deshalb sieht Milanovic China tendenziell als Gewinner des Systemwettbewerbs.

Ebenfalls in «Foreign Affairs» beschäftigt sich Kevin Rudd, der ehemaliger Premierminister von Australien, mit den Folgen der Pandemie für die beiden Supermächte. Für ihn gibt es nur Verlierer:

«Ob zuhause oder im Ausland, beide sind geschwächt. Und das Resultat wird sein, dass die Welt zunehmend in die globale Anarchie abgleitet, sei es im internationalen Handel oder beim Management der Pandemie.»

Vor allem der Niedergang der USA ist gemäss Rudd dramatisch:

«Mit Schrecken hat die Welt zugeschaut, wie der amerikanische Präsident nicht als Führer der freien Welt gehandelt hat, sondern als Scharlatan, der den Menschen nicht getestete Medikamente angepriesen hat. Die Welt hat erlebt, was ‹America First› in der Praxis bedeutet: Erwartet von den Vereinigten Staaten keine Hilfe in einer globalen Krise, denn sie können nicht einmal für sich selbst schauen.»

Das Versagen der beiden Supermächte sollte gemäss Rudd jedoch kein Grund für Schadenfreude sein. Im Gegenteil, er sieht die Gefahr eines neuen Kalten Krieges am Horizont aufsteigen. Die angeschlagenen Staatsoberhäupter werden nun versuchen, mit Chauvinismus ihr Image aufzupolieren.

Erste Anzeichen dafür gibt es bereits. Der US-Präsident weitet den Handelskrieg zunehmend auf die Finanzmärkte aus. So hat er den amerikanischen Pensionskassen untersagt, in den chinesischen Markt zu investieren. Ebenso denkt er laut darüber nach, chinesische Publikumsgesellschaften von den amerikanischen Börsen zu verbannen. Neuerdings will er gar alle Verbindungen zu China kappen.

Gleichzeitig greift Trump Peking immer heftiger an. Er spricht alternativ vom «Wuhan»- oder «China»-Virus, verlangt Reparationszahlungen von Peking oder behauptet gar, die Pandemie sei ein Angriff auf die USA, der «schlimmer sei als Pearl Harbour».

epa08414092 (FILE) - A mural by the street artist EME Freethinker of US President Donald Trump and President of the People's Republic of China Xi Jinping kissing as they wear surgical masks at Mauer park  in Berlin, Germany, 29 April 2020 (reissued 11 May 2020). Some of EME's murals comment on the worldwide COVID-19 pandemic. Press pictures of his paintings like the 'Lord of the Rings' character 'Gollum' saying 'my precious' while holding a roll of toilet paper, or US President Donald Trump and Chinese President Xi Jinping kissing while wearing surgical face masks, were published in many countries. EME Freethinker moved to Germany three years ago and has been living and working in Berlin for two years.  EPA/ALEXANDER BECHER *** Local Caption *** 55971219

Leider nur eine Wandmalerei in Berlin. Bild: EPA

Xi Jinping seinerseits lässt sich ebenfalls nicht lumpen. China rüstet nicht nur militärisch auf, es verteidigt seinen Platz in der Welt zunehmend militanter. Er bezeichnet seine Diplomaten neuerdings als «Wolfskrieger» und fordert sie auf, die Coronakrise mit Fake News und Attacken auf politische Gegner zu Chinas Gunsten umzudeuten.

Die nationalistische Rivalität der beiden Supermächte ist zu einer Gefahr für die Welt geworden. Kevin Rudd befürchtet einen Rückfall in dunkle Zeiten: «Werden die falschen Entscheide gefällt, dann werden die 2020er Jahre eine hirnlose Wiederholung der 1930er Jahre werden. Nur die richtigen Entscheide (eine Kooperation der beiden Supermächte, Anm. d. Verf.) könnten uns vor dem Abgrund retten.»

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

So kam das Coronavirus in die Schweiz – eine Chronologie

Corona: Schutzkittel und Schutzmasken aus China für Aarau

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

65
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
65Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • icewolf 17.05.2020 19:27
    Highlight Highlight Nun gut, China mag wohl tatsächlich in der Bewältigung der Corona-Krise erfolgreicher gewesen zu sein als die USA - jedoch wäre eine gesamtheitlichere Betrachtung wünschenswert. Wie so oft tritt auch in dieser Sache China menschenrechte mit Füssen und reagiert totalitär. Demgegenüber profitieren in den USA eindeutig einige Staaten vom Föderalismus und der Möglichkeit, sich von einem orientierungslosen Präsidenten zu lösen und das Virus eigenmächtig zu bekämpfenm
    • cdrom 17.05.2020 21:55
      Highlight Highlight @icewolf
      Und was macht das US Imperium?
      Obama, 6 oder 7 islamische Länder bombardiert,
      unzählige Sanktionen gegen alles was Rohstoffe hat oder den USA nicht genehm ist.
      Doktrin der Armee - wir lassen keinen zurück. Wenn die Veteranen dann zuhause sind dann können sie schauen wo sie bleiben.
      Seit dem 2. Weltkrieg haben die USA zwischen 20 und 30 Mio. Tote auf dem Gewissen.
      Die USA ist nur auf dem Papier eine Demokratie. Sie haben EINE Businesspartei mit zwei Fraktionen - Republikaner und Demokraten.
      Tump hat immerhin noch keinen Krieg angezettelt.

    • felixJongleur 18.05.2020 06:41
      Highlight Highlight Psst cdrom, nicht schlecht über den Popstar der Demokraten schreiben! Wall Street Barack ist unfehlbar!
  • Hillman 17.05.2020 19:04
    Highlight Highlight Interessant wäre hierbei noch die Analyse der Position der EU gewesen. Für mich ist die Frage wie die EU diese Zerreissprobe besteht. Es gibt ja leider viele strukturelle Probleme innerhalb der EU. Unter Umständen könnte aber auch ein grosser Druck von Aussen zu einem Erstarken im Innern führen ala "Wenn es muss dann geht es".
  • ChiliForever 17.05.2020 18:23
    Highlight Highlight Wenn der Föderalismus so schlecht auf etwas wie Corona reagieren Frage ich mich, warum Deutschland so verhältnismäßig gut damit zurecht kommt.

    Vielleicht liegt's doch nicht am Föderalismus ... 😉
    • Sarkasmusdetektor 19.05.2020 10:35
      Highlight Highlight Das Problem ist ein Föderalismus ohne Kopf. In Deutschland, genau wie bei uns, gibt es trotz Föderalismus noch eine funktionsfähige Bundesregierung, die alles zusammenhält. In den USA eher nicht.
  • Altweibersommer 17.05.2020 17:16
    Highlight Highlight Die USA sind keine Weltmacht mehr. Auch wenn sich Trump jetzt noch aufspielt ist China haushoch überlegen. Die einzige Möglichkeit ist Kooperation. Europa hingegen hätte noch eine Chance, sich eine gewisse Unabhängigkeit gegenüber China zu bewahren. Dazu müssten wir aber endlich zusammenfinden. Und zwar bevor Italien und Griechenland ganz an China verkauft wurden.
    • TheKen 17.05.2020 18:11
      Highlight Highlight Militärisch sind die Amis immer noch die einzige Supermacht. Auch wirtschaftlich geben sie immer noch den Takt an. Der USD ist immer noch enorm wichtig, keiner will da vom Handel ausgeschlossen werden. Immer wieder ein gutes Druckmittel der Amis.
    • trio 17.05.2020 18:14
      Highlight Highlight @Chrigi-B
      USA hat verloren, die können einpacken. Militärisch lässt sich heute nichts mehr wegputzen, dieser Zug ist abgefahren.
      Wir täten gut daran und zu stärken und zusammenzufinden, am Besten in der EU!
    • Theageti 17.05.2020 18:25
      Highlight Highlight @chrigi-b
      Das mag sein.

      Gleichzeitig hätten die Amis innert 48 Stunden sich sehr sehr seehr tief ins eigene Fleisch geschnitten. Bzw. die ganze Weltwirtschaft zerstört.

      Ich sag nur 'Designed in USA. Made in China'... 🤷
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mikey51 17.05.2020 16:59
    Highlight Highlight Trump und seine Regierung unternimmt alles um die Chinesen zu stärken und das hat mit Corona nichts zu tun. Es ist seine Unfähigkeit in Zusammenhängen zu sehen und entsprechen zu handeln. Trump ist auf dem Besten Weg zBsp. Google in naher Zukunft in die Bedeutungslosigkeit zu drängen, weil Huawai dazu gedrängt wird ein eigenes „Android „ mit dazugehörigen Dienstleistungen aufzubauen. Ähnliche Vorgänge finden wir auch in der Computer-, Solar- und Elektroindustrie. Trump ist der beste Unterstützer der Chinesischen Zukunft. Ja und das läuft unter dem Namen „America first“
    • cdrom 17.05.2020 22:04
      Highlight Highlight @Mikey51
      Gegen Huawai wird geschossen weil sie technologieführend sind in Sachen 5G Netzausrüstung und NSA & Co keine Backdoors einbauen können. Die dürfte zum Teil auch der Grund sein für die 5G Verschwörungstheorien.
    • BVB 18.05.2020 07:19
      Highlight Highlight @cdrom
      Und du glaubst wirklich Huawei hat keine Backdoors der chinesischen Regierung?
    • Mikey51 18.05.2020 12:03
      Highlight Highlight Wer hat keine Backdoors. Seit Snowden kennen wir wenigstens einige. Es wäre naiv zu glauben, dass chinesische Technologien nicht den gleichen Spielregeln folgen, wie die der restlichen Nationen
    Weitere Antworten anzeigen
  • TodosSomosSecondos 17.05.2020 16:20
    Highlight Highlight Das "chinesische Modell" wird sich nicht als nachhaltig erweisen. Es ist ein Trade-Off Freiheit gegen Wohlstand. Das chinesische Wohlstandswunder - so eindrücklich und bewundernswert es ist - ist am Ende. Die zyklische wirtschaftliche Gegenbewegung wird zu politischer Instabilität führen, da die einzige Legitimation des Kurses der Regierung wegbröckelt.

    Das einzig nachhaltige Modell ist das Europäische. Gleichheit, Freiheit, Solidarität und Fortschritt.
    • bebby 17.05.2020 19:21
      Highlight Highlight Das europäische Modell ist leider oft mehr Theorie als Praxis. Insbesondere was Solidarität betrifft. Die Legitimität der Regierungen wird auch vermehrt in Frage gestellt. Für mich ist es eine Frage der Zeit bis eine Le Pen in Frankreich regiert.
    • cdrom 17.05.2020 22:06
      Highlight Highlight @TodosSomosSecondos

      Das einzig nachhaltige Modell WÄRE das Europäische. Gleichheit, Freiheit, Solidarität und Fortschritt.

      Die EU ist am Boden und bräuchte einen Neustart.
  • Donald 17.05.2020 15:36
    Highlight Highlight Wird hier der aktuelle Kurs Chinas tatsächlich als nachhaltig und langfristig interpretiert? Wie kann man übersehen, dass dies früher oder später im Chaos enden muss?
    • ninolino 17.05.2020 22:01
      Highlight Highlight Aus westlichem Blickwinkel, ja. Leider gibts aber noch 359° andere...
    • Donald 18.05.2020 00:00
      Highlight Highlight @ninolino
      Den totalitären und den freiheitlichen. Welchen noch?
    • ninolino 18.05.2020 07:25
      Highlight Highlight Das sind nur zwei Pole, die ausserdem nirgends in Reinform existieren.
      Zudem sind bei beiden die Nachteile erdrückend, weil sie die Vorteile mangels Korrekturen hinterrücks aufressen. Ausgewogenere Zwischentöne wären vermutlich erfolgversprechender...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Vinc 17.05.2020 15:35
    Highlight Highlight Mich beschleicht so langsam das Gefühl, dass Philipp Löpfe den Donald Trump gar nicht mal so wahnsinnig toll findet.
    • Franz v.A. 19.05.2020 06:10
      Highlight Highlight Und Du findest ihn toll? Da gibts jedoch einige die diesen Lügen Baron nicht toll finden!
  • loplop717 17.05.2020 15:23
    Highlight Highlight Wir brauchen eine strake EU um unabhängig von den USA zu werden und nicht in eine Abhängigkeit von China zu geraten. Ein freies Europa wird es nur mit Hilfe von europäischer Zusammenarbeit geben.
    • DieFeuerlilie 17.05.2020 16:38
      Highlight Highlight @ loplop717

      Ja. Das würde ich mir auch wünschen.

      Nur leider ist da nichts mit Zusammenarbeit in Europa.

      Der Osten kocht einen eigenen, rechten Brei und niemand kann sie stoppen.
      Flüchtlinge aufnehmen?
      Wir doch nicht!
      EU-Fördergelder?
      Aber klar doch, her damit!

      Und da immer alle Mitgliedsländer zustimmen müssen, egal wobei, kann das nie etwas werden.

      Eine Kern-EU könnte sich vielleicht einigen. Vielleicht.

      Aber in der jetzigen Zusammensetzung sehe ich schwarz für jegliches gemeinsame Vorgehen. Zu unterschiedlich sind die Ansprüche.
    • El Vals del Obrero 17.05.2020 17:10
      Highlight Highlight Weiss ja, dass das wohl unrealistisch ist, aber am besten wäre es, wenn die EU wie die CH organisiert sein könnte. Sogar die Anzahl "Kantone" wäre ungefähr gleich. Und in einer Exekutive wie bei unserem Bundesrat könnten sowohl Ost und West und Süd und Nord vertreten sein.
    • DieFeuerlilie 17.05.2020 18:26
      Highlight Highlight @ El Vals del Obrero

      Keine schlechte Idee.

      Nur.. die in der CH übliche Konsenspolitik ist den meisten europäischen Ländern eher fremd.
      Und das jeweilige Länderdenken wohl noch ausgeprägter als unser Kantönligeist..

      Bestes Beispiel ist wohl UK.
      Sie hatten eigentlich alles in der EU (mehr sogar als die meisten anderen Mitglieder) und trotzdem fühlten sie sich bevormundet und sind nun raus.

      Und Schweden und -beispielsweise- Ungarn unter einen Hut zu bringen, wäre wohl eine Lebensaufgabe..

      Nein, ich habe wenig Hoffnung, was ein starkes, geeintes Europa angeht. Leider. :(
    Weitere Antworten anzeigen
  • Guido Zeh 17.05.2020 14:55
    Highlight Highlight Schöner? Ich denke, der mit Maske...
  • DieFeuerlilie 17.05.2020 14:31
    Highlight Highlight Ich stelle Milanovics Schlüsse in Frage.

    Kann man den gemeldeten CHN-Totenzahlen trauen?
    Eher nein.
    —> Vergleiche unzulässig

    Trump stellvertretend für das System USA‘?
    Nur bedingt. Weil er nur das Schlechte davon darstellt. Ein guter Präsident hätte Verantwortung übernommen.
    —> Schluss China=Gewinner wieder nicht zulässig.

    Und echte Kooperation USA-CHN in der Ära Trump halte ich für ausgeschlossen. Zuviel Ego, zuwenig Wissen.

    Bleibt also eigentlich nur noch der Schw@#%-Vergleich.. 😁
  • Gorgol 17.05.2020 14:27
    Highlight Highlight Im letzten Abschnitt sagt Rudd eigentlich, dass wir schon verloren sind.
    "Richtige" Entscheidungen aus den USA, der ist gut...
    • Gorgol 17.05.2020 16:04
      Highlight Highlight China ist dabei in keiner Weise besser. Überspitzt gesagt geht es aktuell um die Wahl zwischen Pest und Cholera
    • ninolino 17.05.2020 22:04
      Highlight Highlight @Gorgol:
      Ist es nicht immer so?
  • Do not lie to mE 17.05.2020 14:26
    Highlight Highlight Es braucht schon ein gewaltigen ideologische Nebel um nur ansatzweis die USA mit China zu vergleichen „Hut Ab“ Also ich kann mich gut erinnern wie in Wuhan die Türen zu Hochhäuser verscheisst worden sind. Wie die Türen in den Hochhäusern zugenagelt wurden. Wie Krankenschwestern nichtmehr zurück in Ihre Wohnhäuser durften. Wie Afrikaner aus ihren Häusern getrieben wurden. Wie CCP Agenten weltweit alle Schutzmasken Aufkauften, fragen sie nur die Australier da gibt es Mittelwellen 5 Jahre Gefängnis für den Verkauf von Masken an China.
    • Do not lie to mE 17.05.2020 18:43
      Highlight Highlight Wovor genau eigentlich? Das z.B. das Linke politische Spektrum, ihr Konzentrationslager (Uiguren) der Kommunisten in China einfach ignorieren kann und überhaupt kein Skrupel hat mit „Der Linken (SED-Nachfolgepartei)„ ein Ministerpräsidenten zu stellen, der noch dazu 2012 Stalin Fanbilder postet. Das z.B. Die zwei von den drei prominenten Aktivisten, die uns die Bilder zugestellt haben heute noch jede Spur fehlt und sehr wahrscheinlich auch in ein Konzentrationslager/Arbeitslager stecken.
    • DerTaran 18.05.2020 01:10
      Highlight Highlight China ist schon seit über 20 Jahren nicht mehr Links.
  • Füürtüfäli 17.05.2020 14:26
    Highlight Highlight Der "gute" Mr. Trump ist einfach eine Parodie seiner selbst.

    Man braucht nur das, was er von sich gibt, jemand anderem in den Mund legen, und man sieht sofort die völlige Absurdität dieses Charakters.
  • versy 17.05.2020 14:10
    Highlight Highlight USA und die Schweiz sind föderalistisch, ok. Aber im Gegensatz zur USA hat bei uns die Regierung - Bundesrat - ab dem ersten Tag des Ausbruchs die Verantwortung übernommen und den Kantonen Vorgaben gemacht. Das hat ziemlich gut funktioniert, auch wenn es noch besser werden kann.
    Sprich, auch föderalistische Systeme können professionell und effizient reagieren.
    Die Schweiz muss jetzt nur die richtigen Schlüsse ziehen und sich weiter verbessern (z.b. die fax nachrichten digitalisieren, wäre mal ein punkt 🤣).
    Dann haben wir ein System mit Volkswillen und ohne Regionalfürsten.
  • Super8 17.05.2020 14:06
    Highlight Highlight #TeamEuropa
  • Majoras Maske 17.05.2020 14:03
    Highlight Highlight Totgesagte leben zwar länger, aber der Westen ist am Ende. Trump ist kein Zufall, sondern der Höhepunkt einer verblödeten, erzkapitalistischen und neureligiösen Gesellschaft, die an all ihren geerbten und nicht gelösten inneren Konflikten zerbricht und Europa ist ein greiser Staatenverein geworden, der nur ewig lange moralisch debattiert um auch ja jede nötige Änderung versanden zu lassen. Es ist auch unsere inhaltleere Kultur, die uns an diesen Punkt gebracht hat. Das politische System ist da zweitrangig, wenn die Gesellschaft über genügend Drive verfügt.
  • Magnum 17.05.2020 13:46
    Highlight Highlight Die USA stehen für das neoliberale Modell des entfesselten Kapitalismus, in dem das Prekariat mehrere Jobs braucht, um über die Runden zu kommen - und dennoch weder Erspartes noch eine Kranken- oder eine Arbeitslosenversicherung hat.

    China steht für einen kruden Mix aus Planwirtschaft und Hyperkapitalismus ohne individuelle Bürger- oder Freiheitsrechte - und ja: ohne Gewerkschaften und ohne Ansätze eines Sozialstaats, dafür mit enormen Unterschieden zwischen reich und arm (in den USA nicht anders).

    Europäer sollten beide Modelle ablehnen. Die soziale Marktwirtschaft zeigt nun ihre Vorzüge.
  • Gawayn 17.05.2020 13:43
    Highlight Highlight Trump in seiner totalen hirnrißigen Verblendung kapiert die Situation nicht.

    Ein RIESIGER Teil der Ami Schulden, da ist China der Gläubiger.
    Bisher hat es sich für China ausgezahlt Kredite den USA zu geben.

    Ich stelle mir schon lange die Frage, was muss die USA noch anstellen, bevor China ihre $ Obligationen auf dem Markt wirft, die liquidiert und dafür in € investiert?

    Klar für China ein Billionen Verlust.
    Für die USA aber, das faktische Ende...
    • bebby 17.05.2020 19:28
      Highlight Highlight Die FED würde diese Schulden sehr wahrscheinlich abnehmen- der grösste Auslandgläubiger sind übrigens die Japaner, da China ihre Reserven diversifiziert hat.
  • Alju 17.05.2020 13:40
    Highlight Highlight Interessante Analyse. Hoffen wir auf eine baldige Wende in den USA. Als aller Erstes muss Trump weg...und wenn möglich ein Demokrat her. Ein Progressiver wäre mir zwar lieber, doch hat ein gemässigter Demokrat (oder gar ein gem. Republikaner) vorerst bessere Chancen, das gespaltene Land wieder zu einen.

    In China sehe ich vorerst kaum Anzeichen für Änderung. Die Regierung wird zwar auch kritisiert, jedoch ist man sich eher einig, den Weg weiterzugehen. Im Schnitt geht es den Chinesen besser als jemals zuvor. Somit sehen die Chinesen kaum einen Grund für einen Kurswechsel.
    • Töfflifahrer 17.05.2020 14:51
      Highlight Highlight Ich denke auch bei einer Ablösung von Trump werden die USA in den nächsten Jahren und evtl. Jahrzehnten mit sich selbst beschäftigt sein. Die Gesellschaft ist dort so gespalten, dass man nicht einfach zum Courant Normale übergehen kann. Zudem müssen die USA international erst mal wieder Vertrauen schaffen. Der Westen ist zerstritten, die EU handlungsunfähig. Ich denke, China wird dies zu Nutzen wissen.
    • *klippklapp* 17.05.2020 16:08
      Highlight Highlight USA: Die "Moderater" von beiden Seiten stehen für den vollendeten Neoliberalismus. Trump hat gewonnen, weil er einen Wahlkampf gegen die Moderaten beider Parteien geführt hat, indem er mit der verständlichen Wut der Menschen auf diese Art von Politik und Wirtschaft gespielt hat. Das Problem kann nicht die Lösung sein.

      China: Wenn man z.B. die französischen Revolution anschaut, dann sieht man, dass sich die Bevölkerung dann auflehnt, wenn in einem System eine (obere) Mittelschicht entstanden ist, welche die Oberschicht hinterfragt und der Wut der Bürger ein intellektuelles Fundament geben.
    • Shabaqa 17.05.2020 16:59
      Highlight Highlight @*klippklapp*: Ich habe schon einige Politologen, die China-Kenner sind, sagen hören, sie halten westliche Politologiemodelle nicht auf China anwendbar. Das gilt gerade auch für die These, dass der Mittelstand früher oder später eine Beteiligung an der Macht einfordert.

      Wir werden sehen...
    Weitere Antworten anzeigen

Kommentar

Liebe Velofahrer, ihr seid leider die schlimmsten Verkehrsteilnehmer

Das Coronavirus hat dazu geführt, dass in der ganzen Schweiz mehr Leute mit dem Velo unterwegs sind. Das Geschäft boomt, auch mit den E-Bikes. Zusätzlich stimmt die Stadt Zürich am 27. September darüber ab, ob man sich verpflichten will, 50 Kilometer Veloschnellrouten einzurichten.

Das Velo – und besonders die Velofahrer – stehen damit wieder einmal im Zentrum der Aufmerksamkeit. Ein guter Zeitpunkt, euch die Leviten zu lesen. Oder sollte ich sagen: uns? Denn bevor ihr mich in der …

Artikel lesen
Link zum Artikel