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Bild: watson/shutterstock

Analyse

Warum die Schweizerische Nationalbank kein Sparschwein ist

Könnte man die Kosten der Corona-Krise nicht mit den Devisenreserven der Nationalbank begleichen? Nein – ausser man will den Franken in Simbabwe-Dollar verwandeln.



Die Kosten der Corona-Krise sind gewaltig. Der Bund hat bereits ein Hilfsprogramm in der Höhe von rund 42 Milliarden Franken geschnürt. Das wird kaum reichen. Wahrscheinlich wird der nochmals nachlegen müssen. Aber wer soll das bezahlen?

Im «SonntagsBlick» hat Chefredaktor Gieri Cavelty Entwarnung gegeben. «Am Geld fehlt es nicht», schreibt er in seinem jüngsten Editorial. «[…] Auch hat man das vielleicht stärkste finanzpolitische Instrument bislang völlig ausgeklammert. Die Nationalbank sitzt auf Devisenreserven im Wert von 750 Milliarden Franken. Wenn die der Wirtschaft nicht zu einem langen Atem im Lockdown verhelfen können!»

In der Tat: 750 Milliarden Franken sind ein Haufen Kohle. Doch der Bund kann dieses Geld nicht anrühren. Und das sind die Gründe:

Die SNB belässt den Leitzins und interveniert am Devisenmarkt. (Archiv)

Hüterin des Frankens: die Schweizerische Nationalbank. Bild: KEYSTONE

Cavelty geht von einer Vorstellung aus, die weit verbreitet sein mag, aber nichts mit der Realität zu tun hat. Er stellt sich das Verhältnis zwischen dem Bund und der SNB so vor wie zwischen dir und deiner Bank. Du hast verschiedene Konten: ein Kontokurrent, wo du deinen Lohn erhältst und deine Rechnungen bezahlst. Vielleicht noch ein Sparkonto oder, falls du an der Börse aktiv bist, ein Wertschriftenkonto.

In Zeiten der Not kannst du all dein Geld auf allen Konten zusammenkratzen. Bildlich gesprochen kannst du dein Sparschwein zertrümmern und das Geld verwenden, um über die Runden zu kommen.

Bei Bund und SNB ist das Verhältnis völlig anders. Der Bund hat keine Konten im oben beschriebenen Sinne, und die SNB sitzt nicht auf einem Devisenberg, den der Bund anzapfen kann wie du dein Sparkonto. Es geht ganz anders.

Der Bund finanziert sich über Steuern und Staatsanleihen. Diese Anleihen braucht es, weil die Steuern unregelmässig anfallen und weil gelegentlich Projekte finanziert werden müssen, die ein normales Budget sprengen. (Diese Anleihen werden übrigens nicht von der SNB, sondern von der Bundestresorerie emittiert.)

Der Bundesrat stockt die Wirtschaftshilfe im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie um 20 Milliarden Franken auf. Nun will er auch bei Missbrauch genauer hinschauen. Finanzminister Ueli Maurer hatte solchen zunächst als unwahrscheinlich bezeichnet. (Archivbild)

Hat in den letzten Jahren grosse Überschüsse gemeldet: Finanzminister Ueli Maurer. Bild: KEYSTONE

In den letzten Jahren sind die Steuereinnahmen in diesem Land reichlich gesprudelt. Jedes Jahr konnte Finanzminister Ueli Maurer Überschüsse in Milliardenhöhe ausweisen und damit Schulden abbauen. Die Schweizer Staatsfinanzen sind deshalb kerngesund. Im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt betragen sie weniger als 30 Prozent, international ein Spitzenwert.

Übrigens nur so nebenbei: Staatsschulden auf null herunterfahren ist keine gute Idee. Staatsanleihen sind sicher und daher ein prima Sparinstrument, etwa für die Altersvorsorge. Sie sind auch ein wichtiges Mittel auf den internationalen Finanzmärkten, aber das ist eine andere Geschichte.

Weil die Staatsfinanzen kerngesund sind und der Bund ein verlässlicher Schuldner ist, kann er im Niedrigzins-Zeitalter zu besten Bedingungen Geld aufnehmen, ja bei Negativzinsen wird er dafür sogar belohnt. Gerade in den derzeit turbulenten Zeiten an den Finanzmärkten sind die sicheren Schweizer Staatsanleihen sehr begehrt.

Trotzdem: Warum aber zertrümmert er nicht sein Devisenreserve-Sparschwein, wie Cavelty dies fordert? Weil es ihm gar nicht gehört. Die SNB ist nach wie vor eine private Aktiengesellschaft und nicht im Besitz des Bundes, sondern mehrheitlich der Kantone. (Es gibt auch noch ein paar wenige private Eigentümer.)

Selbst wenn der Bund Zugriff auf die Devisenreserven der SNB hätte, wäre es fatal, wenn er dies täte. Und das ist der Grund:

ARCHIV --- ZU DER VOLKSINITIATIVE

Gold hat seinen Glanz nicht verloren. Bild: KEYSTONE

Die primäre Aufgabe der SNB besteht darin, den Franken stabil zu halten. Eine schwankende Währung ist Gift für die Wirtschaft. Wer kauft schon bei einem Schweizer Unternehmen, wenn sich die Preise täglich ändern?

Um den Franken stabil zu halten, muss er sicher verankert sein. In früheren Zeiten hat Gold diese Rolle gespielt. Die Älteren unter euch können sich vielleicht noch daran erinnern, dass man ihnen gesagt hat, man könne bei der SNB jederzeit sein Papiergeld gegen Gold eintauschen. Waren das noch Zeiten!

Der Goldstandard ist jedoch Geschichte. (Zum Glück übrigens, aber auch das ist eine andere Geschichte.) Deshalb spielen die Devisenreserven zusammen mit den nach wie vor reichlich vorhandenen Goldbeständen der SNB diese Rolle.

Mittels dieser Reserven hält die SNB den Franken auf einem stabilen Kurs. Wird er zu stark, kauft sie mit Franken Devisen, erhöht damit die Menge der Franken und macht ihn schwächer.

Umgekehrt würde sie Devisen verkaufen und damit die Frankenmenge verringern, sollte der Franken an Wert verlieren. Doch das ist weitgehend hypothetisch. Wahrscheinlich wissen die bei der SNB gar nicht mehr, wie das geht.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) und ihr Chef Thomas Jordan dürften letzte Woche am Devisenmarkt interveniert haben. Hinweise dazu lieferen jedenfalls die am Montag publizierten Sichtguthaben von Banken.(Archivbild)

SNB-Chef Thomas Jordan hat letztes Jahr beinahe 50 Milliarden Franken Gewinn erzielt. Bild: KEYSTONE

Die Devisenbestände der SNB sind angeschwollen, weil sie verhindern musste, dass der Franken zu stark wird und die Schweizer Wirtschaft deswegen international ihre Wettbewerbsfähigkeit verliert. Auf diesen Beständen hat die SNB auch Gewinne eingefahren, und zwar nicht zu knapp. 2019 betrugen sie beinahe 50 Milliarden Franken.

Können wenigstens diese Gewinne ausgeschüttet werden? Zumindest teilweise. Jedes Jahr überweist die SNB aus ihrer Ausschüttungsreserve zwei Milliarden Franken an die Kantone. Angesichts des Rekordgewinnes vom letzten Jahr wurde auch eine Erhöhung dieses Betrags diskutiert.

Die Gewinne der SNB, vor allem wenn sie in dieser Grössenordnung anfallen, sind zu einem Zankapfel der Politik geworden. Sie sollen die AHV sicher machen, lautet eine Forderung. Oder sie sollen à la Norwegen in einen Staatsfonds fliessen, ein riesiges volkseigenes Sparschwein sozusagen.

Beide Vorschläge werden von der SNB gar nicht gerne gehört und sind unter Ökonomen umstritten. Es ist jedoch denkbar, dass Geld aus den Ausschüttungsreserven der SNB auch für die Finanzierung der Kosten der Corona-Krise verwendet wird.

epa07670918 A woman holds the Zimbabwe dollar notes and the US dollars in Harare, Zimbabwe 24 June 2019. the government of Zimbabwe has banned the sale of goods in a foreign currency other than the local currency. Zimbabwe has brought back its own currency, the Zimbabwe dollar after its usefulness was destroyed by hyperinflation  EPA/AARON UFUMELI

Wertloses Papier: der Simbabwe-Dollar. Bild: EPA/EPA

Der Grossteil der Kosten wird jedoch über Staatsanleihen finanziert werden. Das wird nicht schmerzlos bleiben. SVP und FDP müssen sich wohl daran gewöhnen, dass Steuersenkung in den nächsten Jahren ein Fremdwort sein wird.

Was aber, wenn der Staat pleitegeht? Darf er selbst dann nicht an die Devisenreserven? Die Frage ist falsch gestellt. Staaten können nicht bankrott gehen. Sie sind keine Unternehmen, wo man die Immobilien und Maschinen versteigern und die Arbeitnehmer entlassen kann. Ein Volk kann man nicht liquidieren, es sein denn, man heisse Adolf Hitler oder Josef Stalin.

Wenn Staaten ihre Schulden nicht mehr begleichen können, dann verkaufen sie tatsächlich zuerst ihre Devisen. Sind diese aufgebraucht, dann druckt die Nationalbank Geld, das nicht mehr gesichert ist. Die Folge ist eine Hyperinflation, welche die Wirtschaft und das Vermögen der Bürger zerstört, und zwar rasch.

Sollte der Bund also Caveltys Ratschlag folgen und auf die Devisenreserven der SNB zurückgreifen, dann würde aus dem Schweizer Franken bald einmal ein Simbabwe-Dollar. Viel Glück damit!

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46Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Abendländer 08.04.2020 21:36
    Highlight Highlight Als Kind habe ich gelernt dass das Geld nicht auf Bäumen wächst. Heute, im Zeitalter des Notenbank-Sozialismus werde ich eines Bessern belehrt.
  • Schneider Alex 08.04.2020 05:57
    Highlight Highlight „Diese Gewinne sollten der breiten Bevölkerung zugutekommen. Eine Möglichkeit wäre, die Gewinne in Form ausländischer Wertpapiere in den AHV- oder in einen anderen staatlichen Reservefonds fliessen zu lassen. Die Bildung oder Aufstockung von Reservefonds lässt sich auch deshalb rechtfertigen, weil die Liquiditätsschöpfung und die Negativzinsen zu einer nicht zu rechtfertigenden Vermögens- und Einkommensumverteilung geführt haben.“ (Prof. K. Schiltknecht in Weltwoche 49/2019)
  • Pitsch Matter 07.04.2020 18:52
    Highlight Highlight Wenn es im Euro eine Hyperinflation geben würde, was passiert dann mit dem Franken? Der wäre dann auch futsch, oder?
    • KingK 08.04.2020 18:00
      Highlight Highlight Nein.
      Da die Finanzwirtschaft schneller ist, als die Realwirtschaft, gäbe es erst eine (massive) Aufwertung des CHF (wenn die SNB nichts täte), es gäbe noch mehr Shopping im Ausland, sofern man uns liesse, der Auslandtourismus und die Exportindustrie kämen unter die Räder.
  • Insektenstich 07.04.2020 16:58
    Highlight Highlight Wie immer einfach und einleuchtend geschrieben. Trotzdem, zum Volksvermögen gehört das Portfolio der Nationalbank halt eben doch und ob da 10% an die AHV oder in das Corona-Auffangnetz fliessen oder nicht würde wohl kaum zu Hyperinflation führen.
  • Tomtom64 07.04.2020 16:50
    Highlight Highlight Täte vielen gut, hier mal die Grundlagen zu studieren: https://our.snb.ch/de/
  • Smeyers 07.04.2020 15:51
    Highlight Highlight Ein bischen sehr dramatisch geschildert. Es wäre ein langer Weg bis zu den Simbabwe Dollar.
    • Neruda 08.04.2020 00:04
      Highlight Highlight Ja, z. B. müssten wir anfangen Betriebe zu schliessen oder die Qualität zu sabotieren um erstmal die Konkurrenzfähigkeit zu zerstören.
  • d10 07.04.2020 14:49
    Highlight Highlight Danke Herr Löpfe! Ich war noch selten mit einem Artikel von Ihnen so einverstanden wie mit diesem, auch wenn die vielen Hobbyökonomen hier das nicht einsehen wollen ;)
    • Neruda 08.04.2020 00:05
      Highlight Highlight "Hobbyökonomen" Da kannst du dann alle mit Unidiplom auch dazu zählen. Alles was man da nämlich lehrt, kann man sich auch im Selbststudium beibringen. Sag ich als Studierter.
  • homo sapiens melior 07.04.2020 14:07
    Highlight Highlight Danke für die Erklärung, Herr Löpfe. Mit Wirtschafts-Themen tu ich mich immer schwer. Aber so wie sie es erklären, checkt man es immer gut.
  • KYBI60 07.04.2020 14:04
    Highlight Highlight Wenn die SNB Devisen verkaufen würde, würde sie vor allem den Euro schwächen. Sie hat ja in den letzten Jahren vor allem eines getan, nämlich mit ihren Devisenkäufen den Euro gestützt. Deshalb könnte sie ruhig ein paar Milliarden dieser Junkwährung abstossen.
    • mrmikech 07.04.2020 16:56
      Highlight Highlight Euro ist sicher keine Junkwährung. Politisch ist der Euro extrem wichtig.
    • Pitsch Matter 07.04.2020 18:39
      Highlight Highlight Sie unterschätzen die grösse des Euros, glaube nicht das die paar Miliarden eine grössere Kursschwankung geben würde. Ausserdem kauft die SNB auch Dollar, wieviel von den 750 Miliarden Euros sind, weiss nur die SNB.
  • Angus 07.04.2020 14:01
    Highlight Highlight Simbabwe Dollar in weiter Ferne. 800 Milliarden Franken „gedruckt“ und der Franken ist immer noch zu stark.
  • ChillDaHood 07.04.2020 13:08
    Highlight Highlight Nun, ich bin kein Volkswirtschafter - ich arbeite einfach in einem Exportbetrieb. Seit über 10 Jahren leiden wir darunter, dass der Franken irgendwo Richtung Parität dümpelt und nicht eher bei 1 Euro 50 liegt, vom Dollar ganz zu schweigen.

    Ich habe langsam wirklich Bock auf das Experiment, dass die SNB einfach ca. 60 Mia drucken würde und Helikoptermässig an die Schweizer Bevölkerung verteilen würde. Wenn das den Franken abwertet? Wen kratzts? Er ist ja massiv überbewertet und die SNB hält Milliarden in Fremdwährungen.

    Coronahelikoptergeld
    • MacB 07.04.2020 15:15
      Highlight Highlight Die Ursache liegt aber nicht beim zu starken Franken sondern beim zu schwachen Euro, der massenweise Anleger in den Franken gezogen hat.
    • ChillDaHood 07.04.2020 15:49
      Highlight Highlight MacB. Klar, der Euro ist zu schwach, genau wie der Dollar. Und auch der Renmimbi, Yen, Rupie, you name it.

      Was für mich klar ist, ist dass dieses System in der Schweiz Verwalter und Besitzer von Vermögen, Spekulanten, Grundbesitzer und Zitronenauspressmanager fördert und einfache ehrliche harte Arbeit nicht. Deswegen fürchte ich auch ein wenig die Folgen so eines Experiments, könnte aber damit leben, wieder arbeitstechnisch konkurrenzfähig zu sein. Was hatte die Boomer im Gegensatz zu uns. Nix in der Tasche aber gute Aussichten. Wir haben geerbten Luxus und miese Zukunft.
    • mrmikech 07.04.2020 17:02
      Highlight Highlight Negativzinsen sind eine Falle, man kommt praktisch nicht mehr raus. Alle sind Währungsmanipulatoren. Das billige Geld hat die Aktien extrem aufgepumpt. Nichts hat noch mit Realität zu tun. Und dies ist nur der Anfang, es wird immer mehr "Stimulanz" brauchen. Deswegen wird es auch ein BGE geben. Nicht weil links oder rechts das wollen oder nicht, einfach weil es keine andere Möglichkeit gibt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ökonometriker 07.04.2020 12:57
    Highlight Highlight Nunja, wenn der Bund via Staatsanleihen die Hilfsprogramme finanziert, dann erhöht er das Angebot an Staatsanleihen. Daher muss er c.p. mehr für diese Staatsanleihen bezahlen. Die Zinsen würden steigen.

    Die SNB versorgt die Märkte aber derzeit mit viel Liquidität und hält die Zinsen tief. Damit sie nicht noch weiter in den Negativbereich muss, kauft sie Devisen. Stiegen die Zinsen c.p. durch die zusätzliche Verschuldung, muss sie weniger Devisen kaufen und kann u.U. sogar etwas Devisenreserven abbauen.

    Über die Staatsschulden kommt der Bund also indirekt an die Devisenreserven der SNB.
  • Cpt. Jeppesen 07.04.2020 12:54
    Highlight Highlight Etwas mehr Zimbabwe Dollar würde dem Franken aber auch nicht schaden. Durch seine Position als Fluchtwährung ist der Franken im Verhältnis zu € oder US $ vollkommen überbewertet. So sehr gar, dass es nun Negativzinsen hat. Trotzdem fliesst weiterhin Fluchtgeld ins Land. Das ist Gift für die Aussenwirtschaft, da die Preise für Schweizer Arbeitskraft über Gebühr zu Buche schlägt und somit Schweizer Produkte im Ausland durch ihren hohen Preis weniger konkurrenzfähig sind.
    Durch die momentane Politik der SNB wird dieser Trend nur noch verstärkt. Eine Staatsfont wie in Norwegen würde allen helfen.
    • Peter R. 07.04.2020 13:37
      Highlight Highlight Der Franken ist halt stark weil jede Währung quasi ein Abbild seiner Wirtschaft/Struktur ist.
      Die Verschuldung ist nirgends so tief wie in der Schweiz, wir haben seit Jahren stabile politische Verhältnisse, schweizerische Qualitätsprodukte sind in der Welt gefragt und das Zinsniveau ist nahe bei den Zinsen im Euro.
      Also wir brauchen keine Simbabwe Verhältnisse (Korruption, Misswirtschaft, Monokultur etc.)
      Der starke Franken anderseits ist positiv für den Import und Rohstoffe können günstig eingekauft werden - es gibt immer 2 Seiten der Medaille.
    • rburri38 07.04.2020 13:54
      Highlight Highlight Der Franken ist zum Dollar längst nicht mehr überbewertet. Auch der Euro nicht. Die USA und Europa hatten eine viel höhere Inflation als wir. Im Endeffekt ist der Euro schon fast fair bewertet, der Dollar sogar zu hoch (sollte eher bei 85-90 Rappen sein).
  • Liselote Meier 07.04.2020 12:51
    Highlight Highlight Ein Staat kann sehr wohl Bankrott gehen und dadurch Handlungsunfähig werden.

    Ein Staat ist ein künstliches Konstrukt und ist nicht identisch mit den Bewohner. Der Staat bezahlt die Löhne der Richter, Polizisten usw. Kann er die nicht bezahlen liegt die "Macht auf der Strasse".

    Revolutionäres 1x1. Daher wird auch das SNB Geld angezapft falls es mal nötig sein würde um Handlungsfähig zu bleiben und die Macht zu sichern.





    • Philipp Löpfe 07.04.2020 14:31
      Highlight Highlight #Liselote Meier: Ein Staat kann sich weigern, seine Schulden zu bezahlen (Argentinien), oder seine Schulden mit einer Hyperinflation wegzuschmelzen (Zimbabwe). Doch er kann nicht bankrott gehen wie ein Unternehmen.
    • Liselote Meier 07.04.2020 15:28
      Highlight Highlight Ein Baum stirbt auch nicht wie ein Mensch, sterben tut er trotzdem.

      Ein Staat kann sehr wohl Bankrott gehen nur gibt es dafür kein geordnetes Insolvenzverfahren wie bei einem Unternehmen. Das ist der Unterschied.



    • Liselote Meier 07.04.2020 15:57
      Highlight Highlight Historisches Beispiel Neufundland, existiert wegen eines Staatsbankrottes in den 30er Jahren nicht mehr als eigenständiges Dominion.

      https://www.diepresse.com/1417245/bankrott-als-sich-der-staat-neufundland-aufloste
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. 07.04.2020 12:50
    Highlight Highlight Auf wieviel Gold hocken wir ?

    Gibt es einen Konsens, ab wann die Anhäufung fremder Devisen zum Problem wird ? Oder ist rein theoretisch ein Berg von 2000 Milliarden möglich, ohne Erdbeben ?
  • pierolefou 07.04.2020 12:34
    Highlight Highlight Gute Analyse, klar erklärt. Danke und bleiben Sie gesund.
  • Stiller Berg 07.04.2020 12:31
    Highlight Highlight Herr Löpfe, wenn die Nationalbank ihre Devisenreserven reduzieren würde,dann würde der Franken auf- und nicht abwerten. Sie würde ja dann das Gegenteil machen, was sie die letzten Jahre gemacht hat (den Franken schwächen). Der Artikel ergibt keinen Sinn. Das Gerede der Notenbanker übrigens auch nicht, da gebe ich ihnen Recht.
    • gzoderso 07.04.2020 13:09
      Highlight Highlight Nein. Wenn die Nationalbank die Devisenreserven ganz oder teilweise verkauft, stärkt sie den Franken. Er wird aufgewertet, weil er gegen Fremdwährungen getauscht wird. Diese würden im Gegenzug geschwächt. Das ist Geldmengentheorie. Oder das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Der Artikel macht Sinn und das Gerede der SNB auch.
    • TheManoure 07.04.2020 13:19
      Highlight Highlight Devisenreserven bezeichnen hauptsächlich Positionen in Fremdwährung. Verkauft nun die SNB zum Beispiel Euro erhält sie dafür CHF und reduziert somit die CHF im Markt, was den Franken theoretisch stärkt. Soweit sind Sie korrekt. Ich denke Sie beziehen sich auf: "...Devisen verkaufen und damit die Frankenmenge verringern, sollte der Franken an Wert verlieren". Gemeint ist damit, durch den Verkauf stärkt die SNB den CHF um den Wert stabil zu halten, wenn dieser durch andere Umstände geschwächt wird. Nicht das der CHF durch den Devisenverkauf geschwächt wird.
    • Xonic 07.04.2020 13:47
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zauggovia 07.04.2020 12:31
    Highlight Highlight Danke für diese Ausführungen! Wenn die Coronakrise noch weitergeht, werden noch mehr Begehrlichkeiten auf die Devisenreserven der SNB geweckt werden. Eine populistische Forderung von Politikern, die dern Zweck der SNB nicht verstanden haben.
    Weiter würde ich aber vom Autor auch ein Loblied auf die Schuldenbremse hören, dank der der Bundeshaushalt nun so glänzend dasteht, und die vor der Krise besonders von links stark angegriffen wurde.

Kommentar

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