Wirtschaft
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Former trader Jerome Kerviel smokes as he arrives  at the French-Italian border, near Menton, southeastern France, Saturday, May 17, 2014.  A rogue trader facing three years in prison for one of the biggest trading frauds in history is appealing to the French president. Jerome Kerviel, who almost took down his bank, Societe Generale, with 4.9 billion euros in losses, has been on a months-long pilgrimage back to France after meeting the pope. He stopped his return just short of the border Saturday. Kerviel, convicted in 2010, insists he was the victim of a system that allowed his illegal trades as long as they made money.  An appeals court threw out a fine equal to his losses, but upheld his prison sentence. (AP Photo/Claude Paris)

Kerviel am Samstag an der italienisch-französischen Grenze. Bild: AP/AP

Skandalbanker Kerviel an der Grenze

«Wenn sie mich holen wollen, sollen sie doch kommen»



Der französische Skandalbanker Jérôme Kerviel weigert sich, die Haftstrafe anzutreten, die er in Frankreich verbüssen soll. Er warte in Italien auf eine Antwort der französischen Behörden, sagte er am Samstag bei der italienisch-französischen Grenze bei Ventimiglia.

Er werde auf der italienischen Seite abwarten, welche Antwort der französische Präsident François Hollande auf seine Vorschläge zum weiteren Verfahren gebe, sagte Kerviel hundert Meter vom Grenzposten entfernt. Unter Hinweis auf die französische Polizei fügte er hinzu: «Wenn sie mich holen wollen, sollen sie doch kommen.»

epa04211133 Former trader Jerome Kerviel arrives at the Franco-Italian border outside Vintimille, Italy, 17 May 2014. Kerviel could finally be behind bars this weekend after being ordered to present himself into custody at a police station upon arrival in France. Kerviel, whose high-risk trading cost his former employer Societe Generale nearly five billion euros, is currently on a walk from Rome to Paris. The banner reads ' I support Jerome Kerviel, no to the faceless and inhuman dictatureship of economy '.  EPA/STR

Der ehemalige Skandalbanker bekommt Unterstützung. Bild: EPA/EPA

Kerviel hatte die Grossbank Société Générale mit gefährlichen Geldgeschäften fast in den Ruin getrieben. Er spekulierte mit dutzenden Milliarden Euro auf hochriskanten Märkten und vertuschte die Transaktionen, ohne sich dabei aber selbst zu bereichern. Im Zuge der Finanzkrise 2008 entstanden Milliardenverluste.

Fünf Jahre Haft

2012 verurteilte das Pariser Berufungsgericht Kerviel in zweiter Instanz wegen Vertrauensmissbrauchs, Fälschung und wegen der betrügerischen Eingabe von Daten in das Computersystem der Bank und bestätigte die in erster Instanz verhängte Strafe: Fünf Jahre Haft – davon zwei zur Bewährung ausgesetzt – und eine Schadenersatzzahlung von 4,9 Milliarden Euro an die Société Générale.

Gegen die Verurteilung zog Kerviel vor den Kassationsgerichtshof. Dieser bestätigte im März zwar die Haftstrafe von drei Jahren gegen Kerviel, erklärte aber den Rekord-Schadenersatz für ungültig.

Zu Fuss nach Frankreich

Nach einem Treffen mit Papst Franziskus in Rom im Februar beschloss der Ex-Banker, zu Fuss nach Paris zurückzuwandern. Die französische Staatsanwaltschaft setzt ihm eine Frist, sich bis zum Sonntag bei der Polizeiwache in Menton auf der französischen Seite der Grenze bei Ventimiglia zu melden.

Das französische Präsidialamt teilte am Samstagabend mit, ein Gnadengesuch Kerviels werde, wenn er es stelle, «entsprechend dem üblichen Verfahren» geprüft. Kerviel hatte von Hollande Straffreiheitsgarantien für Zeugen verlangt, die ihn durch ihre Aussagen entlasten könnten. (egg/sda)

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