DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04479907 A pedestrian walks past a monitor showing the foreign exchange rate between Japanese yen and US dollar in Tokyo, Japan, 07 November 2014. The US currency trades at between the lower and middle of 115 yen level on 07 November in Tokyo.  EPA/KIMIMASA MAYAMA

Ein Passant vor einer Währungstabelle in Tokio – der Devisenmarkt generiert ein tägliches Volumen von 5 Milliarden. Bild: KIMIMASA MAYAMA/EPA/KEYSTONE

Handel mit Fremdwährungen

Der Skandal um Devisenmarktmanipulation: So funktioniert der Schwindel

Weltweit haben die Aufsichtsbehörden wegen angeblicher Manipulationen am Devisenmarkt ermittelt – und treffen die Banken damit an einer empfindlichen Stelle. Denn in diesem Segment verdienen die Institute jedes Jahr Milliarden. Die nun untersuchten Manipulationen sind komplex – und illegal.



twitter/birdyword

Die Umsätze am Devisenmarkt sind seit dem Jahr 2001 stetig gewachsen. Ein Ende des Trends ist nicht in Sicht. Je mehr Geld umgesetzt wird, desto attraktiver ist dieser Markt für die Banken und damit auch für teils illegale Tricks.

Bereits seit 2013 gibt es immer wieder neue Meldungen um angebliche Manipulationen auf den Devisenmärkten durch Händler von Grossbanken. Dabei wird von Absprachen und Manipulationen der Wechselkurse gesprochen. Was zunächst in London begann, weitete sich rasch auch auf andere europäische Staaten, die USA und Hongkong aus.

Dabei wurde unter Finanzexperten stets behauptet, dass ein Markt wie der Devisenhandel mit einem täglichen Volumen von über 5 Billionen Dollar kaum durch einzelne Massnahmen zu manipulieren sei. Die nun teilweise abgeschlossenen Verfahren zeichnen ein anderes Bild – und lassen erahnen, wie der Schwindel funktioniert.

People dressed as blocks of currency notes as part of a marketing campaign take a break in Moscow April 28, 2014. REUTERS/Sergei Karpukhin (RUSSIA - Tags: SOCIETY)

Müde Währung: Dollar-Bündel gönnen sich in Moskau eine Pause nach einem harten Arbeitstag. Bild: SERGEI KARPUKHIN/REUTERS

Schaltstelle London

Jeden Wochentag um 16 Uhr wird in London ein so genanntes Fixing der wichtigsten Devisenkurse durch die Informationsdienstleister World Markets und Thomson Reuters durchgeführt. Die Basis dafür ist die Beobachtung des Handels in einem Zeitraum von 60 Sekunden.

Da Devisenhändler über den Tag hinweg bis kurz vor 16 Uhr Aufträge zum Kauf oder Verkauf erhalten, können sie ein Gespür dafür entwickeln, wohin sich der Wechselkurs einer Währung während des Fixings entwickeln könnte. Auf dieser Basis lassen sich einträgliche Geschäfte abschliessen – oder Absprachen mit anderen Händlern treffen.

Eine Möglichkeit, aus dem Wissen um die Auftragslage Kapital zu schlagen, wäre zum Beispiel, vor dem Fixing selbst die betreffende Währung zu kaufen. Weiss ein Händler, dass seine Bank während des Fixings im Auftrag von Kunden grosse Summen an Dollar kaufen muss, kann er darauf spekulieren, dass der Dollar wegen der hohen Nachfrage teurer wird.

epa04485415 People pass by a board listing foreign currency rates against the Ukrainian hryvnia outside an exchange office in downtown Kiev, Ukraine, 11 November 2014. The official exchange rate of US dollar to Ukrainian hryvnia broke a new record on 11 November, renewing its historical minimum and overcoming 15 UAH for 1 USD, that makes a double rate of the US dollar since the previous year, local media report.  EPA/TATYANA ZENKOVICH

Wechselstube in Moskau: der grosse Handel findet an den Börsen statt. Bild: TATYANA ZENKOVICH/EPA/KEYSTONE

Gewinne für Banken und Händler

Kauft er schon vor dem Fixing Dollar und verkauft diese dann kurz darauf wieder zum Kurs des Fixings, erhält er mehr Euro, als er zuvor ausgeben musste. Die Differenz ist Gewinn. All dies kann zum Vorteil der Bank genutzt werden.

Angesichts der Milliarden, um die es auf dem Devisenmarkt geht, reicht beim Wechselkurs schon eine Veränderung auf der dritten oder vierten Stelle hinter dem Komma, um Gewinn zu machen. Noch lukrativer wird das Ganze, wenn Händler sich gegenseitig über ihre Auftragslage informieren, die Entwicklung der Wechselkurse also noch besser absehen können, oder wenn sie Aufträge sogar abgestimmt ausführen. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

So machen Apples neue Anti-Tracking-Massnahmen den grossen Datenkraken zu schaffen

Apple zwingt App-Anbieter ab Januar 2021 dazu, mögliche Datenschutzrisiken offen zu legen. Der Facebook-Konzern macht dagegen mobil: Die Massnahme gefährde die Existenz unzähliger kleiner Unternehmen.

Seit kurzem brauchen iOS-Apps ein sogenanntes «Privacy Label», wenn sie im App Store angeboten werden. Damit will Apple mehr Transparenz in Sachen Datenschutz schaffen: Nutzer sollen auf einen Blick sehen, ob und wie gut eine App die Privatsphäre schützt.

Dazu müssen die Entwickler bis Januar 2021 genaue Angaben machen, welche Daten ihre Apps erfassen und ob ein Nutzertracking stattfindet. Im App Storen werden diese Informationen seit dem Update auf iOS 14 .3 übersichtlich in einem eigenen …

Artikel lesen
Link zum Artikel