Wirtschaft
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Starker Franken

Privatbanken und Vermögensverwalter läuten die Alarmglocke



Schweizer Privatbanken und Vermögensverwalter sorgen sich um ihre weltweit führende Position. Nachdem das grenzüberschreitende Bankgeheimnis geknackt, der Konkurrenzkampf härter und die Regulierungen verschärft wurden, sorgt nun der SNB-Entscheid für weiteren Druck.

Die Geschäftsmodelle der Privat- und Vermögensverwaltungsbanken glichen jenen von Exportindustrie und Tourismus: Die Kosten fallen vorwiegend in Franken an, die Erlöse hingegen zu 80 Prozent in Fremdwährungen, sagte Boris Collardi, Chef der Bank Julius Bär und Präsident des Assetmanagement- und Vermögensverwaltungsverbandes VAV am Dienstag beim jährlichen Mediengespräch in Bern.

Immer weniger Privatbanken

Wenn nun also der Franken derart stark bleibe, würden Einnahmen und die Profitabilität sinken, «wenn wir nichts machen», sagte Collardi. Er erwartet, dass sich die Konsolidierung im Private Banking beschleunigt. Zwischen 2005 und 2013 habe die Zahl der Privatbanken in der Schweiz bereits von 182 auf 139 abgenommen.

In fünf Jahren könnten es nur noch 100 sein, prognostizierte Collardi. Die Banken müssten ihre Geschäftsmodelle überdenken und sich auf Kundengruppen respektive Länder konzentrieren, um die Kosten zu optimieren. Sie würden dazu voraussichtlich mehr im Ausland investieren und Dienstleistungen verlagern respektive zusammenlegen.

Christoph Gloor, Teilhaber der Basler Privatbank La Roche 1787 und Präsident der Vereinigung Schweizerischer Privatbanken, kritisierte die Schweizerische Nationalbank (SNB). Vom Negativzins auf den Giroguthaben seien Privatbanken und Vermögensverwalter mehr betroffen, während grosse Banken von hohen Freibeträgen profitierten. (whr/sda)

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