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«Amerikanisches Recht verletzt»

USA ordnen Köpferollen an: CS soll neun Mitarbeiter entlassen



Im Kampf gegen die Steuerhinterziehung gehen die US-Behörden gegen neun Angestellte der Credit Suisse vor. Die amerikanische Notenbank Fed erliess einen Befehl, wonach die CS mit neun Personen die Zusammenarbeit beenden müsse respektive diese nicht mehr einstellen dürfe. 

Diese neun Personen seien an den Aktivitäten beteiligt gewesen, welche amerikanisches Recht verletzt hätten, teilte die Fed in der Nacht auf Dienstag in einem Communiqué mit. Die US-Notenbank behält sich vor, weitere an den illegalen Machenschaften beteiligte Personen ausfindig zu machen. 

Hier habe die Credit Suisse ihre Mitarbeit versprochen, hiess es. Gegenstand der Untersuchungen sei die CS aber nicht mehr. 

Auch die Finanzaufsicht des Bundesstaates New York verlangte die Beendigung der Zusammenarbeit mit gewissen Personen. Die Behörde nennt dabei explizit Markus Walder, Susanne Ruegg Meier und Marco Parenti Adami. Walder war der Chef des Offshore-Geschäfts in Nordamerika, die beiden anderen genannten waren im Senior-Management des Offshore-Geschäfts. 

Kein Lizenzentzug 

Die Finanzaufsicht habe entschieden, kein Verfahren zum Entzug der Credit-Suisse-Lizenz in New York einzuleiten, hiess es in deren eigenen Communiqué. Die Filiale der Credit Suisse in New York, die die Gesetzesverstösse begangen habe, sei mittlerweile geschlossen worden. 

Dennoch sei es nötig, dass die CS und ihr Top-Management weitere Schritte unternehmen würden, um sicherzustellen, dass die Bank sich an die Regeln halten werde und das Management gegen Regelverstösse in der Firma vorgehe. 

«Nicht nur einige faule Äpfel»

«Die Erleichterung von Steuerhinterziehung war eine Strategie und ein Geschäftsmodell, das die Firma jahrzehntelang verfolgt hat», schreibt die New Yorker Finanzaufsichtsbehörde: «Das war nicht nur das Resultat des Verhaltens einiger fauler Äpfel.» 

Damit trat die Behörde der CS-Führung eins ans Bein, die im Februar vor dem Senat in Washington antraben musste. Konzernchef Brady Dougan bestritt in der Anhörung, von den Tricks der CS-Berater bei den US-Kunden gewusst zu haben und machte kleine Teams in der Bank für die Verfehlungen verantwortlich. 

Angesichts der Befunde sei es angemessen, dass die CS ein Schuldeingeständnis habe abgeben müssen, befand die New Yorker Finanzaufsichtsbehörde. Die Corporate Governance der Credit Suisse, die zu den Verstössen beigetragen habe, stehe weiterhin unter Beobachtung. (rey/sda) 

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