Wirtschaft
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epa05685541 French Minister for Ecology, Sustainable Development and Energy Segolene Royal (C) inaugurates a solar panel road in Tourouvre au Perche, northern France, 22 December 2016. The world's first solar panel road introduced a technology  developed in France despite criticism of its high costs of five million euro per kilometre. Aim of the road's test phase is to evaluate whether it can provide enough energy to power the street lighting in the village.  EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON

Solarzellen statt Asphalt: Finde ich gut, sagt die französische Umweltministerin Segolene Royal.  Bild: EPA/EPA

China will Autobahnen mit Solarzellen pflastern

Die rasante Entwicklung der Solartechnik macht es möglich, dass Strassen zu Mini-Kraftwerken werden.



Bisher werden Solarpanels vorwiegend auf Dächern installiert oder in Feldern aufgereiht. Das ist nicht immer ästhetisch und oft eine Verschwendung von Boden. Die beiden chinesischen Unternehmen Pavenergy und Qilu Transportation testen deshalb eine neue Variante der Mini-Kraftwerke: Solarpanels auf Autobahnen.

ZUR EIDGENOESSISCHEN ABSTIMMUNG VOM 21. MAI 2017 UEBER DAS ENERGIEGESETZ STELLEN WIR IHNEN ZUM THEMA SOLARENERGIE FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG – Photovoltaikanlage im Zentrums fuer meteorologische Messtechnik des Bundesamtes fuer Meteorologie und Klimatologie von MeteoSchweiz in Payerne, Kanton Waadt, aufgenommen am 5. April 2017. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Ästhetisch fragwürdig: Solardächer im Kanton Waadt. Bild: KEYSTONE

Die Tests finden in einer hügeligen Gegend in der Provinz Shandong statt. «Wenn es hier klappt, dann klappt es überall», sagt Li Wu, Chairman von Pavenergy in der «New York Times». Die Chinesen verfügen über ein grosses Knowhow. Weltweit werden drei von vier Solarpanels im Reich der Mitte hergestellt.

Im Winter werden die Strassen geheizt

Der Plan, Autobahnen mit Solarzellen anstatt Asphalt zu pflastern, hat gute Gründe: Es könnte viel Boden eingespart werden. Weil Strassen Städte verbinden, befinden sich die Mini-Kraftwerke in der Nähe der Verbraucher. Im Winter hätten die Panels zudem einen angenehmen Nebeneffekt: Sie würden die Strassen heizen und damit eine Vereisung verhindern.

Auch wirtschaftlich beginnt sich der Plan zu rechnen. Die Preise für Solarpanels sind in den letzten Jahren dramatisch gesunken. Zwar kostet ein Solarzellen-Belag immer noch deutlich mehr als gewöhnlicher Asphalt. Die Erlöse aus dem Verkauf des Stroms würden die Mehrkosten jedoch nach einer Laufzeit von rund 15 Jahren wieder einspielen.

Auch die Franzosen tüfteln an Solar-Strassen

Die Chinesen sind nicht die einzigen, die auf die Idee gekommen sind, statt Asphalt Solarzellen zu verwenden. Das französische Bauunternehmen Colas hat in der Normandie verschiedene Teststrecken gebaut.  

Aus Sicherheitsgründen verzichten die Franzosen allerdings darauf, Autobahnen damit zu belegen. Sie beschränken sich auf Landstrassen und Parkplätze. Die Chinesen sind jedoch überzeugt, das Sicherheitsproblem im Griff zu haben.

epa04486581 A cyclist drives on the SolaRoad, the first road in the world made of solar panels, during the official opening in Krommenie, the Netherlands, 12 November 2014. The solar energy that will be generated on the cycle path can be used for, traffic lights, households and charging points for electric cars.  EPA/EVERT ELZINGA

Ein Solar-Veloweg in der Normandie. Bild: EPA/ANP

Es ist durchaus denkbar, dass den Solar-Autobahnen die Zukunft gehört. Nachhaltige Energie ist wettbewerbsfähig geworden. Mehr noch: Die Zahlen der internationalen Energieagentur IAE zeigen, dass Solar- und Windenergie in der Stromproduktion fossilen Energieträgern und Atomkraft den Rang abgelaufen haben.

Im Jahr 2016 wurden weltweit 297 Milliarden Dollar in nachhaltige Energie investiert. Bei Kohle, Gas und Erdöl waren es gerade mal 143 Milliarden Dollar. Weltweit führende Kraftwerkhersteller wie Siemens oder General Electrics (GE) sind längst auf diesen Trend aufgesprungen. «Es sind rein betriebswirtschaftliche Überlegungen», sagt GE-Technikchefin Danielle Merfeld im «Wall Street Journal». «An den meisten Orten ist es schlicht billiger geworden.»

Boom der nachhaltigen Energie auch in den USA

In den USA können selbst Präsident Trump und sein Erdölkumpel und Energieminister Rick Perry diesen Trend nicht mehr stoppen. Inzwischen stammen bereits 17 Prozent des amerikanischen Stroms aus nachhaltigen Quellen. Diese Entwicklung wird sich weiter fortsetzen. Ausgediente Kohlen- und Atomkraftwerke werden durch Solar- und Windkraft ersetzt. Experten gehen davon aus, dass heute schon rund 40 Prozent des US-Stromverbrauchs aus nachhaltigen Quellen gedeckt werden kann.

Sollten sich die chinesischen Tests mit Solarautobahnen als erfolgreich erweisen, wird sich dieses Potenzial noch deutlich erhöhen. Xu Chunfu, CEO von Qilu, würde lieber heute als morgen loslegen. «Ich würde sehr gerne Solar-Strassen in den Vereinigten Staaten bauen», sagt er.

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