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epa02081533 (FILES) A file  photo of passengers as they rush to take a TGV few minutes before 8 o'clock pm at the Gare de Lyon in Paris, France, 19 October 2009. In what may be called a big blunder, a dramatic message describing an explosion with 102 dead on board a TGV near Macon has been released in error on the homepage of the SNCF website on 16 March during a routine exercise. The message said that 'an explosion of unknown origin occurred around 8 am today on board the TGV 1234, near Macon. Initial estimates of firefighters would report 102 dead and 380 wounded. All the victims were evacuated to hospitals in Macon. The help is already on site, including an emergency medico-psychological cell,' continued the text. According to a SNCF spokesman a crisis simulation exercise that included this message, went wrong. The message was suppressed at 12.25 hours.  EPA/HORACIO VILLALOBOS

In Frankreich sollen bis 2016 neue, breitere Züge zum Einsatz kommen. Bild: EPA

Teurer Fehler

341 neu bestellte Züge werden Frankreich deutlich teurer zu stehen kommen als geplant. Der Grund: Sie sind zu breit für 1200 bestehende Perrons

Um die Kapazitäten zu erhöhen, kaufte das französische staatliche Bahnunternehmen SNCF 300 neue Züge ein. Doch diese sind für jeden sechsten Bahnhof zu breit gebaut. Der Umbau wird mehrere Millionen Euro kosten, doch die Verantwortlichen spielen den Fall herunter.



Bei der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF hat man sich ganz aktuell eine Panne geleistet, die das Land teuer zu stehen kommen wird. Aufgedeckt hat dies das Satire-Blatt Le Canard Enchaîné in seiner Ausgabe vom 21. Mai 2014. Demzufolge hat man 182 neue Wagenreihen bei Alstom und 159 Stück bei Bombardier in Auftrag gegeben, um den steigenden Bedarf abdecken zu können. 

Um die Kapazität der einzelnen Züge zu erhöhen, bestellte man etwas breitere Exemplare als jene, die bisher zum Einsatz gekommen waren. Das Problem: Man hat sich offenbar verrechnet, denn diese neuen, breiteren Wagen – die bis Ende 2016 auf Frankreichs Schienen unterwegs sein sollen – passen nicht mehr in 1200 bestehende Perrons. Was in der Konsequenz bedeutet, dass diese nun alle umgebaut werden müssen. 

Laut SNCF und RFF ist alles halb so schlimm

Dass nicht alle Perrons in Frankreich betroffen sind, hängt damit zusammen, dass nur ein Teil von ihnen zu einem Zeitpunkt konstruiert wurde, als es noch keine Norm für Perrons gab. Intern scheint das Problem bekannt gewesen zu sein, denn die ersten 300 Perrons wurden bereits umgebaut. Laut dem «Canard Enchaîné» soll diese Massnahme allein 80 Millionen Euro gekostet haben.

Beim Bahnunternehmen SNCF und der für die Schienen verantwortlichen Gesellschaft «Réseau Ferré de France» (RFF) spricht man dagegen von anderen Zahlen: Die Bestellung breiterer Züge und der Umbau der Perrons würden einen Teil nötiger Modernisierungen darstellen, die ohnehin fällig gewesen wären.

Der Umbau aller betroffenen Perrons werde insgesamt gerade mal 50 Millionen Euro kosten, was nur einen kleinen Teil der 4 Milliarden Euro ausmache, die jedes Jahr in die Entwicklung des Schienennetzes investiert würden. Ausserdem sei nur jeder sechste Bahnhof Frankreichs davon betroffen. Eigentlich sei also alles ganz nach Plan gelaufen, man habe die Sache mit dem Breitenunterschied nur etwas zu spät festgestellt. Dafür nehme man die Schuld auf sich, so ein Sprecher der RFF.

«Wir werden keinen Cent bezahlen»

Besonders verärgert über den Fall äussern sich die Regionen, die jeweils für den Ausbau des regionalen Verkehrs aufkommen müssen: «Wir weigern uns, auch nur einen Cent für diese Reparaturen zu bezahlen. Wir, die Regionen, werden uns nicht ausbeuten lassen», so Alain Rousset, der Vorsitzende der Vereinigung der französischen Regionen.

Via Le Parisien und Le Figaro

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