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Die Börse kennt derzeit nur eine Richtung: nach oben.  bild: shutterstock

Eine neue Börsenblase droht

Krise? Die Märkte boomen, als gäbe es kein Morgen

Die Experten sagten ein schwieriges Börsenjahr voraus. Jetzt werden von der Finanzmarkt-Front täglich neue Rekorde gemeldet. Doch selbst Investoren bekommen jetzt Höhenangst.



Verlässt Griechenland die Eurozone? Artet die Krise in der Ukraine zu einem Flächenbrand aus? Die letzten Wochen waren geprägt von politischer Unsicherheit und Angst. Die Finanzmärkte lässt dies kalt. Ob Dow Jones oder Dax, ob Ftse oder Nikkei: Alle melden neue Höchststände. Selbst der von der Frankenstärke gebeutelte SMI holt seine Verluste Tag für Tag wieder auf. Alles paletti, oder was? 

Während die Börsianer jubeln, machen sich die Experten Sorgen. Robert Shiller, Nobelpreisträger und Yale-Professor, weist daraufhin, dass Aktien inzwischen höher bewertet sind als im Sommer 2007. Shiller gehört zu den ganz wenigen Ökonomen, welche die Finanzkrise hatten kommen sehen. 

«Ich fürchte, die Bewertungen sind ein bisschen sehr nach oben gedehnt worden.»

Randy Batemann, Hedge Fund Manager

Diesmal ist Shiller kein einsamer Warner in der Wüste. In der «Financial Times» weist Satyajit Das auf eine ähnliche Konstellation wie vor der Asienkrise Ende der 90er Jahre hin. Auch 1997-98 fiel der Ölpreis, wurde der Dollar stärker und erhöhte die US-Notenbank, die Fed, die Leitzinsen. Auch jetzt wird eine solche Zinserhöhung erwartet, spätestens im Herbst.

Der Aktienboom hat nichts mit der realen Wirtschaft zu tun

Vereinzelt macht sich selbst bei Investoren Höhenangst bemerkbar. «Ich fürchte, die Bewertungen sind ein bisschen sehr nach oben gedehnt worden», erklärt beispielsweise der Hedge Fund-Manager Randy Bateman im «Wall Street Journal». 

Der Aktienboom ist nicht in der realen Wirtschaft verankert. Die Investoren stürzen sich auf die Aktien, weil sie angesichts der aussergewöhnlichen Zinssituation kaum andere Optionen haben. Um es mit einem Vergleich auszudrücken: Investoren gehen im See schwimmen, nicht etwa, weil das Wasser warm wäre, sondern weil alle Hallenbäder geschlossen sind. Dabei könnten sie sich allerdings böse erkälten. 

Knifflige Entscheidung für Janet Yellen

Die Anzeichen für schlechtere Börsenzeiten mehren sich: Der überraschende Sturz des Ölpreises könnte eine gefährliche Pleitewelle in der Energiebranche auslösen. Zudem lässt der starke Dollar die Gewinne der amerikanischen Unternehmen schmelzen und bringt die Schwellenländer in Nöte. 

Federal Reserve Chair Janet Yellen attends the Board of Governors of the Federal Reserve System open meeting at the Federal Reserve Building in Washington, Tuesday, Dec. 9, 2014, to discuss a proposal to establish risk-based capital surcharges for systemically important bank holding companies. (AP Photo/Susan Walsh)

Wie weiter? Fed-Präsidentin Janet Yellen. Bild: Susan Walsh/AP/KEYSTONE

In den USA steht die Fed-Präsidentin Janet Yellen vor einer kniffligen Entscheidung. Angesichts des nach wie vor kräftigen Wachstums der amerikanischen Wirtschaft muss sie, wie schon lange angekündigt, bald einmal die Leitzinsen erhöhen. Als ihr Vorgänger Ben Bernanke dies jedoch bloss andeutete, löste er sofort ein Erdbeben auf den Finanzmärkten aus. Yellen möchte dies auf jeden Fall vermeiden. Aber wie? 

Die Fed-Präsidentin plagt noch ein weiteres Problem: In den USA werden absurd viele Menschen eingesperrt. Derzeit sitzen 2,3 Millionen Menschen hinter Gittern, fast doppelt so viele wie zu Beginn der 90er Jahre und fast so viele wie in China und Russland zusammen. Das ist nicht nur eine humane Katastrophe, es ist auch ein ökonomischer Unsinn. Die Arbeitslosenquote wird wegen der hohen Zahl von Gefangenen nach untern verfälscht. 

Selbst Bill Gates und George Clooney wären arbeitslos

Wenn die Häftlinge wieder auf freien Fuss gesetzt werden, haben sie wenig Chancen, einen anständigen Job zu erhalten. In den USA werden selbst geringste Vergehen registriert und niemals gelöscht. Edward Luce weist in der «Financial Times» darauf hin, dass selbst Bill Gates oder George Clooney Mühe hätten, einen Job zu bekommen. Gates war 1977 wegen eines Verkehrsvergehens verhaftet worden, Clooney wegen der Teilnahme an einer Demonstration. 

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