Wirtschaft
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Russian President Vladimir Putin speaks at an opening session of the newly elected State Duma, Russia's lower house of parliament, in Moscow, Russia, Wednesday, Oct. 5, 2016. In his speech to members of the newly-elected lower house, Putin said the State Duma must help make Russia stronger. (Natalia Kolesnikova/Pool photo via AP)

Wladimir Putin in seiner Rede an die Duma. Bild: AP/POOL AFP

Absurde Forderungen: Was Putin von den Amerikanern verlangt

Der russische Präsident legt dem Parlament ein neues Gesetz vor. Es listet Forderungen auf, welche die USA erfüllen müssen, damit Russland nicht aus dem nuklearen Abrüstungsprogramm aussteigt.



Nach den jüngsten Gräueltaten in Aleppo hat US-Aussenminister John Kerry die Gespräche mit den Russen abgesagt. Die Antwort aus dem Kreml erfolgte postwendend: Präsident Wladimir Putin hat der Duma einen Gesetzesentwurf vorgelegt. Darin droht er, den nuklearen Abrüstungsvertrag platzen zu lassen, falls die USA nicht folgende Bedingungen erfüllen:

USA und Russland sprechen wieder über Syrien

Zwei Tage nach dem Abbruch der Syrien-Gespräche haben die Aussenminister der USA und Russland wieder Kontakt aufgenommen. Sergej Lawrow und John Kerry hätten miteinander telefoniert, teilte das russische Aussenministerium am Mittwoch mit. Frankreich kündigte zudem an, dass Aussenminister Jean-Marc Ayrault in den kommenden Tagen nach Moskau und Washington reisen werde, um beide Staaten zur Annahme einer UNO-Resolution für die umkämpfte Metropole Aleppo zu bewegen.

Natürlich sind diese Forderungen absurd und werden selbst in Russland belächelt. Bloomberg-Kolumnist Leonid Bershidsky zitiert den Putin-Kritiker Leonid Wolkow, der auf Facebook gepostet hat:

«Putin hat zu wenig verlangt. Er hätte auch fordern müssen, dass Alaska an Russland zurückgegeben wird, ewige Jugend, Elon Musk und ein Eintrittsbillett für Disneyland.»

Leonid Bershidsky

FILE- In this file frame grab taken from video on Wednesday, Aug. 17, 2016, which provided by the Syrian anti-government activist group Aleppo Media Center (AMC), 5-year-old Omran Daqneesh sits in an ambulance after being pulled out or a building hit by an airstirke, in Aleppo, Syria. Nearly 100 children were killed in a single week in Aleppo as Syrian and Russian warplanes sought to bombard into submission the rebel eastern districts of the city that have held out against Syrian government forces for five years. Without hope for the future, no regular schooling and little access to nutritious food, the children of Aleppo and their parents struggle to survive and fear the threat an imminent ground offensive.(Aleppo Media Center via AP, File)

Ikone für das Leid in Aleppo: der verletzte Knabe. Bild: AP/Aleppo Media Center

Insgesamt jedoch ist die Situation alles andere als lustig. In Syrien geht Putin aufs Ganze, weil er damit rechnet, dass Präsident Barack Obama in seinen letzten Tagen im Weissen Haus nichts mehr unternehmen wird. Wie einst die tschetschenische Hauptstadt Grosny lässt er deshalb Aleppo in Schutt und Asche bomben, ohne Rücksicht auf zivile Verluste.

Auch der Angriff auf einen UN-Hilfskonvoi, bei dem 20 Menschen getötet wurden, wurde höchstwahrscheinlich von russischen Jets ausgeführt. Ebenso steht nun fest, dass der Passagier-Jet der Malaysia Airlines über der Ukraine von russischen Raketen abgeschossen wurde. 298 Menschen fanden damals den Tod.

Der Westen beginnt zu reagieren

Längst hat Putin den Traum einer westlichen Demokratie begraben. Russland ist heute eine autoritäre Diktatur mit faschistoiden Zügen geworden. Stalin wird wieder verehrt, die Wirtschaft von ein paar Oligarchen beherrscht und die Gesellschaft vom Geheimdienst kontrolliert. Mit Macho-Posen und Kriegsdrohungen wird die Bevölkerung stillgehalten.

New York Times columnist Thomas L. Friedman speaks during the International New York Times Energy for Tomorrow Conference at the Hotel Potocki, the Chamber of Commerce and Industry in Paris, France December 9, 2015 on the sidelines of the COP21 United Nations conference on climate change. REUTERS/Mandel Ngan/Pool

Fordert eine härtere Gangart gegen Putin: Thomas Friedman, Kolumnist der «New York Times». Bild: POOL/REUTERS

Allmählich wächst der Widerstand im Westen. In der «New York Times» schreibt Thomas Friedman – einer der einflussreichsten Journalisten der Welt – in seiner jüngsten Kolumne:

«Putins Verhalten in Syrien und der Ukraine grenzt an Kriegsverbrechen, und seine Cyberattacken auf das amerikanische Politsystem bedrohen die Legitimität unserer nächsten Wahl.»

Thomas Friedman

Obama habe mit seiner Zurückhaltung gegen Putin in der Theorie zwar Recht gehabt, fährt Friedman weiter. «Aber nun wird klar, dass wir unterschätzt haben, wie gross der Druck sein muss, dass Putin sein Verhalten ändert. Deshalb müssen wir nun einen Gang höher schalten. Es geht nicht mehr nur um Syrien und die Ukraine. Es geht jetzt um Amerika, Europa, grundlegende Normen der Zivilisation und die Integrität unserer demokratischen Institutionen.»

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