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epa05090901 An investor remains in his seat as an electronic board has halted display of stock market data at a securities brokerage house in Beijing, China, 07 January 2016. Trading was halted for the day on the Shanghai and Shenzhen stock exchanges on 07 January after a steep drop in prices triggered an automatic 'circuit breaker' for the second time this week. Prices on the CSI 300 Index plummeted more than 7 per cent in the first 30 minutes of trading.  EPA/ROLEX DELA PENA

Über diesen Screen flimmern sonst Zahlen: Ein Investor in Peking guckt in die Röhre, nachdem der Börsenhandel in Shanghai und Shenzhen eingestellt worden ist. 
Bild: ROLEX DELA PENA/EPA/KEYSTONE

Die Kurse purzeln weiter: China stoppt den Börsenhandel schon wieder

Die Kurse sind um mehr als sieben Prozent eingebrochen, China setzt deshalb den Börsenhandel für den Rest des Tages aus. Es ist der kürzeste Handelstag in der Geschichte der Aktienmärkte des Landes – und das zweite Mal, dass ein neuer Schutzmechanismus aktiviert werden musste.



Chinas Börsen sind wieder in den Keller gesackt. Nach dem zweiten Kursrutsch in dieser Woche wurde der Börsenhandel in dem Land am Donnerstag erneut für den Rest des Tages ausgesetzt. Die Aktienmärkte in Shanghai und Shenzhen waren zuvor um mehr als sieben Prozent gefallen.

Es war mit 30 Minuten der kürzeste Handelstag in der 25-jährigen Geschichte der Aktienmärkte Chinas. Die neuen Turbulenzen und die Sorgen um den Zustand der zweitgrössten Volkswirtschaft haben diese Woche weltweit Schockwellen ausgelöst.

Milliarden in den Markt gepumpt

Wie am Montag kam erneut der zum Jahresanfang eingeführte Schutzmechanismus zum Zuge, der bei einem Kursrückgang um mehr als fünf Prozent erst eine 15-minütige Unterbrechung und dann bei einem Minus von mehr als sieben Prozent einen völligen Abbruch des Handels vorsieht. Die Messlatte für diese Art Notbremse ist der China Securities Index (CSI) mit 300 führenden Werten an beiden Börsen.

Nach dem Einbruch zum Wochenanfang hatte die chinesische Regierung Milliarden in den Markt gepumpt. Auch wurden neue Massnahmen angekündigt, um die Kurse zu stützen, was zunächst auch kurzfristig gelungen war. Doch fehlt das langfristige Vertrauen der Anleger.

Auch gibt es neue Irritationen über die anhaltende Abschwächung der chinesischen Währung gegenüber dem US-Dollar. Der Yuan fiel am Donnerstag mit einem Kurs von 6.5646 auf den niedrigsten Stand seit fast fünf Jahren. Die Kursschwäche weckt Sorgen um eine wachsende Kapitalflucht aus China.

Unsicherheiten belasten Börse in Tokio

Die Unsicherheiten in China, der jüngste Atomtest in Nordkorea und die Spannungen zwischen den wichtigen Ölförderländern Iran und Saudi-Arabien hatten am Mittwoch auch die Wall Street ins Minus gedrückt. Die Unterbrechung des Handels in China am Donnerstag belastete auch die Börse in Tokio.

Spannungen in Teheran: Iraner greifen saudische Botschaft an

Der Nikkei-Index für 225 führende Werte rutschte unter die psychologisch wichtige Marke von 18'000 Punkten. Zur Handelsmitte notierte das Börsenbarometer einen Abschlag von 324.28 Punkten oder 1,78 Prozent beim Zwischenstand von 17'867,04 Zählern. Der breit gefasste Topix büsste bis dahin um 24,19 Punkte oder 1,62 Prozent auf den Stand von 1464,65 Zählern ein.

Chinesische Wertpapieraufsicht plant «neue Massnahmen»

Angesichts der Turbulenzen plant die chinesische Wertpapieraufsicht nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg, das seit einem halben Jahr geltende und Freitag auslaufende Verkaufsverbot für einige Grossinvestoren zu verlängern. Zuvor hatten die Aufseher schon angekündigt, «neue Massnahmen» ergreifen zu wollen, die einen massiven Verkauf von Aktien «unwahrscheinlich» machen sollen.

Die Zentralbank pumpte diese Woche über sogenannte Reverse-Repo-Geschäfte so viele Milliarden in den Markt wie seit September nicht mehr. Dabei kauft die Notenbank Wertpapiere, wobei sie sich verpflichtet, diese zu einem vereinbarten Preis zu einem bestimmten Termin rückzuübertragen. Mit Stützungskäufen halfen auch staatlich kontrollierte Fonds, die Kurse wieder in die Höhe zu treiben.

Nach einem spekulativen und häufig auch kreditfinanzierten Boom an den chinesischen Aktienmärkten seit 2014 waren die Kurse im vergangenen Sommer eingebrochen. Seitdem gibt es eine Berg- und Talfahrt, während die Regierung mit massiven Interventionen verzweifelt versucht, die Märkte zu stabilisieren. (dwi/sda/dpa)

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