Wirtschaft
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Erdbeben zum Börsenstart: Was Trump für Schweizer Anleger bedeutet

Wenn sich der Sieg von Donald Trump bei den US-Wahlen bestätigt, gilt es erstmal: Ruhig Blut bewahren! Denn bei der Eröffnung der Schweizer Börse ist ein kleines Erdbeben zu erwarten.

François Bloch / aargauer Zeitung



Die Anfangsverluste an der Schweizer Börse werden wohl mehr als 4.8% betragen. Hauptleidtragende werden die Werte der Schweizer Finanz- und Exportindustrie sein. Die Nationalbank (SNB) wird den Bestand an fremdländischen Währungen über Nacht um gut gefühlte 15 Milliarden Franken erhöht haben, um der Fluchtbewegung einigermassen Einhalt zu bieten. Der mexikanische Peso hat gegenüber dem US-Dollar um mehr als 12% an Wert eingebüsst.

Die Profiteure

Doch es gibt auch Profiteure. Zum Beispiel die Goldminenwerte, welche von einer Höherbewertung des Goldpreises um 4 Prozent profitieren und damit auf längere Periode von stabilen Verkaufspreisen ausgehen können. Für Schweizer Anleger bedeutet dies, dass unsere Wertpapierbestände durch den Trump-Effekt um mehr als 35 Milliarden Franken an Wert verloren haben. Doch diese Verwerfungen, erlauben uns, auf eine regelrechte Schnäppchenjagd zu gehen.

Konkret werden wir in den ersten Handelsstunden einen heftigen Preiszerfall erleben, welcher durch sogenannte Stopp-Loss-Orders ausgelöst werden. Das sind Handelsaufträge, die automatisch ausgelöst werden, sobald eine gewisse Untergrenze erreicht ist. Bei einer derart heftigen Preisbewegung verfallen derivate Produkte wertlos, während eine Minderheit dieser gehebelten Finanzinstrumente enorme Gewinne ermöglicht, weil niemand mit einem Gewinn von Donald Trump gerecht hat. 

Konkrete Auswirkungen auf die Schweizer Börse

In Mitleidenschaft gezogen werden wohl die Wertpapiere der Credit Suisse (Börsensymbol: CSGN VX), welche in diesem Jahr schon fast 40 Prozent an Wert eingebüsst haben. Ich gehe daher davon aus, dass der Wert unter die Marke von 12 Franken (Aktuell: 12.55 Franken) fallen wird und danach die Schnäppchenjäger in den späten Nachmittagsstunden auf Pirsch gehen. Auch die Basler Pharmagiganten Novartis (Börsensymbol: NOVN VX) und Roche (Börsensymbol: ROGN VX) können sich der negativen Kurstendenz nicht entziehen, aber mit einem Donald Trump an der US-Spitze wird der Druck weniger stark ausfallen.

Hillary Clinton hätte bei forschungsintensiven Medikamenten an der Preisschraube nach unten gedreht. Der kleinkapitalisierte Solarzulieferer Meyer Burger (Börsensymbol: MBTN SW)  könnte nach dem Kursschub nach unten vom Dienstag nochmals tiefer notieren. Dies eine Folge, dass die Ölpreise nochmals nach unten tauchen. Und bei all den negativen Nachrichten werden sich die Immobilienbesitzer richtig freuen können, die Hypothekenpreise werden auch auf absehbare Frist tief bleiben. Die Chance, dass die US-Notenbank im Dezember 2016 die Leitzinsen erhöht, haben sich um 50 Prozent reduziert.

Wer profitiert

Profitieren werden von dieser Situation auch schweizerische Binnenwerte, welche wenige Verknüpfungspunkte mit dem Ausland haben. Ich denke hier an eine Banque Cantonal Vaudoise (Börsensymbol: BCVN SW), welche eine stattliche Dividende von nahezu 5 Prozent aufweist. Doch haben Sie bitte einfach Geduld: Die guten Möglichkeiten laufen Ihnen nicht davon. Einsteigen würde ich erst gegen Donnerstagabend, wenn die notgedrungenen Verkäufe von kreditfinanzierten Aktien über die Bühne gegangen sind. 

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