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MoneyTalks

Sprichst du «ETF»? – 5 Dinge, die du wissen solltest

Was genau ist ein ETF, welche Vor- und Nachteile gibt es und wie du in ETFs investieren kannst.

Olga Miler
Olga Miler



Er ist eines der beliebtesten Finanzprodukte, der Exchange Trade Fund (ETF). Gemäss Schätzungen gab es 2020 über 6,500 ETFs mit einem globalen Gesamtbestand von über 7,6 Billionen US Dollar. Damit ist der ETF weiterhin sehr beliebt – kaum ein anderes Finanzprodukt konnte in den letzten 20 Jahren so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Das Rezept? Einfach, transparent und vor allem kostengünstig.

Grund genug ETFs genauer unter die Lupe zu nehmen – hier ein paar Fakten rund um das beliebte Finanzvehikel.

Was genau ist ein ETF?

ETFs sind Fonds, die an der Börse gehandelt werden und in der Regel die Wertentwicklung eines Index, wie z.B. den MSCI World abbilden.

Anders gesagt – ein Investmentvehikel, das (Spezialfälle ausgenommen) drei Sachen gleichzeitig macht:

Welche Vor- und Nachteile haben EFTs?

Anlage bereits mit kleinen Beträgen möglich.

Flexibel: jederzeit einfach kaufen und verkaufen.

Breit diversifiziert: anlegen in ganze Märkte oder Industrien möglich.

Transparent: Anlagestrategie und was drin ist relativ einfach nachvollziehbar.

Sicherheit: ETFs gelten als Sondervermögen und bieten Schutz bei Insolvenz der Kapitalanlagegesellschaft.

Der ETF kann in der Regel nicht besser «performen» als der Index, den er abbildet.

Zeit- und Recherchenaufwand, wenn man sich selbst um die Auswahl, Kauf und Verkauf des ETF kümmert.

Hintergrundwissen zur Funktionsweise des Index kann nützlich sein – z.B. Indexart (z.B. Preis oder Performance), Berechnungsart, Gewichtung (z.B. von Ländern, Regionen und Sektoren), Überprüfung und Anpassung.·

Risiken: Neben dem Wertschwankungsrisiko haben ETFs allenfalls Währungsrisiken, Tracking-Error Risiken. Zudem Gegenparteirisiken aus Wertpapierleihe und aus Derivaten bei synthetischen ETFs – beide sind jedoch im Umfang durch die Aufsichtsbehörden begrenzt und die Anbieter sind gehalten, diese Risiken abzusichern. Details zu Risiken von ETFs.

Das eigene vollständige Risikoprofil oder andere Präferenzen können vielleicht nicht vollständig abgebildet werden. Selbstverständlich kann man aber mit mehreren ETFs ein noch diversifizierteres ETF-Portfolio bauen, in einen ETF Sparplan investieren, einen Robo-Advisor oder auf neue innovative ETF-Produkte (z.B. Balanced ETFs ) setzen.

ETFs vereinen die positiven Eigenschaften von klassischen Anlagefonds und Wertpapieren, unterliegen aber – wie andere Wertpapiere auch – Markt und Währungsrisiken.

Welche Arten von ETFs gibt es?

Mittlerweile gibt es ganz viele unterschiedliche ETFs und es kommen immer neue hinzu, sie unterscheiden sich thematisch, geographisch, nachhaltig etc. je nach dem Index, welchen sie abbilden, aber auch in der Machart wie sie den Index abbilden und wie mit der Dividende verfahren wird, z.B.:

Weiter gibt es physische und synthetische ETFs und es kommen auch immer neue Formen hinzu wie Aktive ETFs, thematische ETFs und SmartBeta ETFs.

Neuere ETF-Formen

Waren vor 3 Jahren noch 80% der Anlagen in ETFs passive Strategien, schätzt Morgan Stanley in seiner globalen ETF-Studie 2020, dass neuere Formen von ETFs an Bedeutung zunehmen werden. So sollen gemäss den Prognosen Aktive ETFs und Smart Beta ETFs in den nächsten 2-3 Jahren bis zu 49% der Anlagen ausmachen.

Aktive ETFs: Bei aktiven ETFs kommt ein Fondsmanager ins Spiel, der aktiv Wertpapiere kauft und verkauft und so versucht, auf Trends im Markt zu reagieren.

Smart Beta ETFs: Das Ziel dieser ETFs ist es, den Markt zu schlagen oder mit weniger Risiko abzubilden. Dazu werden z.B. unterbewertete, hochprofitable, innovative Unternehmen dem Index hinzugefügt.

Wie kannst du in ETFs investieren?

Die grössten globalen ETF-Provider sind iShares (Blackrock), Vanguard, StateStreet, in Europa gibt es weitere Anbieter. ETFs werden wie Aktien an der Börse gehandelt. Zum Kauf und Verkauf benötigst du ein Depot, entweder bei einem Online-Broker oder bei einer Bank, oder du nutzt einen Robo-Advisor.

Für den Start und langfristigen Erfolg beim Investieren haben sich diese Grundregeln bewährt:

Was du bei der Wahl deines ETF beachten solltest:
Zur Auswahl kannst du eine Reihe von Kriterien heranziehen, z.B.:

Verschiedene Plattformen bieten eine Reihe von Vergleichsmöglichkeiten und Suchfunktionen für den ETF-Dschungel an. In der Schweiz ist eine breite Palette von ETFs zum Vertrieb zugelassen, eine Übersicht und Vergleichsdaten bieten z.B. Swiss Fund Data oder der Fonds & ETF Guide von Cash.

Was kosten ETFs?

ETFs berechnen eine laufende jährliche Produktgebühr – meistens sehr gering (ca. 0,2 - 0,6%). Zusätzlich kommen aber noch je nach Online-Broker oder Bank allfällige Kosten für dein Depot und Transaktionskosten für den Kauf/Verkauf (Courtage) hinzu, sowie Steuern. Ein Vergleich – vor allem bei kleineren Summen – lohnt sich.

Für den Vergleich gibt es verschiede Vergleichsrechner – am besten mehrere ausprobieren – Beispiele: Moneyland.ch, Online Broker Vergleich, Kalkulator für ETFs mit verschiedenen CH-Brokern.

ETFs sind sehr beliebt. Mit zunehmendem Erfolg nimmt aber auch die Kritik zu, z.B. dass diese Instrumente die Stabilität des Finanzsystems gefährden, wegen der passiven Strategie alles träge machen oder zu künstlich verursachten Aufwertungen und Abwertungen führen können. Für alle, die das näher interessiert, ein Detailartikel dazu hier. Tatsache ist, dass ETFs Anlegen zu günstigen Konditionen für viele Kleinanleger möglich machen. Alles nur Hype oder hat der ETF wirklich eine Zukunft? Was meint ihr?

5,50 Franken für einen Kaffee?!?! Liebe Schweiz, nicht so!

Video: watson/Emily Engkent, Lea Bloch

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bild: zvg

Olga Miler ...

... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm und den UBS Gender ETF aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse und Workshops zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Letztes Jahr schrieb Miler den watson-Blog «Frauen und Geld» und wird uns dieses Jahr mit «MoneyTalks» an ihrer Expertise teilhaben lassen.

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