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Frauen und Geld

5 Frauen erklären dir, wie dein Geld die Welt besser machen kann

Du willst dein Geld nachhaltig anlegen, weisst aber nicht wie? Hier folgen 5 Tipps von 5 Finanz-Profis.

Olga Miler
Olga Miler



Immer, wenn ich im Supermarkt stehe und die verschiedenen Labels «Öko», «Aus der Region», «Max Havelaar» und wie sie alle heissen, sehe, frage ich mich, warum es bei den Finanzprodukten nicht genauso einfach ist zu erfahren, was drin ist? Und was das investierte Geld so bewirkt – oder eben vielleicht nicht bewirkt?

Ähnlich wie bei Kaufentscheidungen kann unser Geld und wie es angelegt ist ein Ausdruck der eigenen Werthaltung sein und so die Welt besser machen.

Studien zeigen, dass 8 von 10 Frauen (2017) sagen dass sie ihr Geld gerne mit einer positiven Wirkung anlegen würden. Welche Möglichkeiten gibt es? Worauf sollte man achten?

Hier sind 5 Fragen und Antworten von 5 Frauen zum Thema «Anlegen mit Wirkung».

Wie und wann starten?

Mette Rotboll, Mitgründerin von ThinkYellow:

«So schnell wie möglich! Klären, was einem wichtig ist. Dazu gibt es viele Möglichkeiten: Ein möglicher Startpunkt ist, eines oder mehrere der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) auszusuchen und Wege zu finden, diese Ziele zu unterstützen. Nicht nur wenn du eine Frau bist!»

Bei Mette Rotboll und Karina Storinggaard ging dieser Antrieb so weit, dass sie «Think Yellow» gegründet haben.

«Weniger reden, mehr Action!»

Mette Rotolo und Karina Storinggaard

Mette Rotboll und Karina Storinggaard, Gründerinnen «Think Yellow» bild: zvg

Mette Rotboll weiter:

«Karina und ich wussten, dass etwas fehlte – wir wollten nachhaltig, aber auch in Unternehmen investieren, welche die Gleichstellung von Mann und Frau fördern. Viele Studien zeigen eine positive Wechselwirkung zwischen einem höheren Frauenanteil in Führungspositionen, stärkerer Fokussierung auf soziale und ökologische Fragen und besseren wirtschaftlicher Ergebnissen.»

Auf was soll man bei der Auswahl von nachhaltigen Anlagen achten?

Stephanie Bilo verantwortlich für Kunden und Investitionslösungen bei ResponsAbility:

«Nachhaltigkeit ist ein sehr breit gefasster Begriff. Ausgangspunkt ist, sich zuerst einmal der eigenen Werte bewusst zu sein, und wie tief deswegen die Nachhaltigkeit einer Anlage gehen soll. Willst du, dass gewisse Kriterien, sogenannte ESG Kriterien – stehend für Enviromnent, Social & Governance – also Kriterien in Bezug auf Umwelt-, Soziales und Führungsstrukturen, bei der Anlage erfüllt werden sollen oder einen Schritt weitergehen und zusätzlich auch eine klare soziale Wirkung erreichen – sogenanntes Impact Investing? Ersteres schliesst in der einfachsten Form durch bestimmte Filter verschiedene Aktivitäten aus. Bei Impact Investing entscheidest du dich, in ganz bestimmte Themen zu investieren, die dir wichtig sind, aber genauso Rendite erreichen sollen. Solche Themen sind unter anderem durch die 17 UNO-Nachhaltigkeitsziele definiert.»

Stephanie Bilo

Stephanie Bilo, Leiterin Kunden und Investitionslösungen, «ResponsAbility». bild: zvg

Stephanie Bilo empfiehlt weiter:

«Inzwischen ist das Angebot so breit, dass ein gesamtes Anlageportfolio nachhaltig und diversifiziert aufgesetzt werden kann. Nebst ETFs und Fonds kann natürlich klassisch direkt in Aktien oder Obligationen von Unternehmen investiert werden oder auch in private Beteiligungen, z.B. über Crowdfunding Plattformen. Inzwischen hat sich das Angebot auch in die 3. A-Säule ausgebreitet. Zu beachten ist vor allem das Know-How des Anbieters bezüglich Nachhaltigkeit und wie Nachhaltigkeit definiert und ausgewiesen wird.»

Haben nachhaltige Anlagen einen Performance-Nachteil?

Claudia Bläuenstein, Leiterin Investment Development bei Postfinance:

«Anlegen unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien hinsichtlich Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung hinterlässt in der aktuellen Zeit ein positives Gefühl. Es gilt Anlagen zu wählen, die sich mit dem persönlichen Anlegerprofil und der gewählten Strategie vereinbaren. Ausgewählte Nachhaltigkeitsfonds bieten gute Möglichkeiten an der Entwicklung von nachhaltig orientierten Themen zu partizipieren – ohne Performancenachteile gegenüber herkömmlichen Portfoliozusammensetzungen.»

Claudia Bläuenstein

Claudia Bläuenstein, Leiterin Investment Development bei Postfinance. bild: zvg

Was ist der grösste Fehler beim nachhaltigen Anlegen?

Edith Aldewereld, Finanzexpertin:

«… dass immer noch nicht genug nachhaltig angelegt wird. Wir brauchen jährlich 2,5 Billionen USD, um die Ungleichheiten in unserer Gesellschaft auszugleichen – Klimaschutz, Gesundheitsversorgung, sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen. Das sind Themen, die uns alle angehen. Mit unserem Geld können Privatanleger, Pensionskassen, Versicherungen, Zentralbanken in neue Lösungen investieren. Es geht nicht darum, etwas zu «umgehen», sondern vielmehr etwas zu ermöglichen. Auch wenn man kein oder nur wenig Geld hat, kann man z.B. bei der Versicherung oder Pensionskasse nachfragen nach welchen Prinzipien angelegt wird und so zum Ausdruck bringen, dass diese Themen ein Anliegen sind.»

«Zusammen können wir viel mehr erreichen als jede von uns alleine»

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Edith Aldewereld, Finanzexpertin und Mitgründerin Women In Sustainable Finance (WISF).

Um Frauen in der Finanzindustrie zu fördern und das Thema «Nachhaltigkeit» gezielt vorwärts zu bringen, hat Edith letztes Jahr zusammen mit Dr. Marta Ra und Taeun Kwon das Netzwerk Women In Sustainable Finance (WISF) gegründet. Heute hat WISF über 400 Mitglieder und fördert den Austausch und die Kooperation mit Netzwerkveranstaltungen, Kursen und Coachings zu Nachhaltigkeit und Finanzen.

Was würde helfen, nachhaltige Anlagen schneller vorwärts zu bringen? Hat die Schweiz eine Vorreiterrolle?

Sabine Döbeli, Geschäftsleiterin Swiss Sustainable Finance:

«Per Ende 2018 haben 21% aller in der Schweiz verwalteten Anlagen Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt. Global liegt dieser Anteil nur bei 11%, also halb so hoch. Die Schweiz kann beim Thema nachhaltige Anlagen in der Tat auf viel Innovationskraft bauen, verfügt sie doch über zahlreiche Spezialisten, sei es im Bereich Research oder nachhaltige Vermögensverwaltung. Schweizer Asset Manager verwalten z.B. mehr als einen Drittel aller globalen Mikrofinanzanlagen für Privatinvestoren. Auf solchen Stärken müssen wir aufbauen, um im dynamischen Umfeld global eine führende Position zu behalten.»

Sabine Doebeli

Sabine Döbeli, Geschäftsleiterin Swiss Sustainable Finance.

Und wie würde es noch schneller gehen?

Dazu sagt Sabine Doebeli: «Die Wachstumsraten von nachhaltigen Anlagen sind heute schon hoch. Wenn sowohl private wie auch institutionelle Kunden konsequent nach nachhaltigen Anlagenlösungen fragen, setzt sich der positive Trend fort. Mehr Transparenz zur Nachhaltigkeit verschiedener Produkte würde Kunden sicher helfen, Nachhaltigkeit in ihren Anlageentscheiden noch höher zu gewichten.»

Geld kann auch ein Werkzeug sein, der eigenen Werthaltung Ausdruck zu verleihen. Für diesen Artikel konnte ich nur mit wenigen Menschen sprechen, die sich dafür einsetzen, neue Optionen zu schaffen und etwas zu bewirken. Egal, wofür man sich entscheidet, – ob Spenden, nachhaltig Anlegen oder anstatt Geld seine Zeit und Wissen zur Verfügung zu stellen – es zählt. Denn unsere Welt geht uns alle an.

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bild: zvg

Olga Miler ...

... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm Unique aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse, Workshops und Coachings zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Ab dem 27. Januar wird uns Miler im watson-Blog «Frauen und Geld» an ihrer Expertise teilhaben lassen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Sherlock.H 28.02.2020 11:59
    Highlight Highlight Frauen können sich auch das Buch von Madame Moneypenny bzw ihren Blog durchlesen, da steht konkret drin, was man machen kann und machen sollte (Männer auch, aber die meisten haben sich eh schon informiert). Mehr zum Thema nachhaltige Fonds:
    https://www.finanzwesir.com/blog/esg-sri-etf-finanzwesir-rockt-folge59
    https://www.geldfrau.de/vermoegensaufbau/nachhaltige-etf-vermoegensaufbau-seg-sri/
  • Lucas29 28.02.2020 06:48
    Highlight Highlight Geld, das nicht ausgegeben wird, ist immer noch am nachhaltigsten (zumindest für die Umwelt)...
    • Sherlock.H 28.02.2020 11:38
      Highlight Highlight Dann darfst du es aber auch nicht auf's Bankkonto legen, sonst legt es nämlich die Bank so an, wie sie es mag.
  • sheshe 27.02.2020 14:41
    Highlight Highlight Ich finde den Blog auch toll, aber es ist ein bisschen Wischiwaschi, so ein paar Aussagen von Frauen zu posten, welche nicht wirklich Hand und Fuss haben.
    Wenn ihr schon Leute (nicht nur Frauen) dazu bringen möchtet, zu investieren und am besten noch nachhaltig, dann macht doch auch mal ein Listicle mit verschiedenen Titeln und Performance etc.
  • gupa 27.02.2020 14:16
    Highlight Highlight Ich finde den Blog echt toll, nicht nur für Frauen.
    • Hogwarts 29.02.2020 00:26
      Highlight Highlight Kann mich dem nur anschliessen. Regt zum
      Nachdenken und Handeln an!
  • Hoci 27.02.2020 13:49
    Highlight Highlight Ich lege schon länger nachhaltig an und habe das Geld auf der Alternativen Bank.
    Das Geld hat sich sehr nett vermehrt, und ich kann so steuern WO es investiett wird und arbeitet.

    Ich beobachte leider auch, dass sich Frauen darum zu wenig kümmern. Mit ein Grund wieso sie bei Scheidungen, Lohnverhandlungen, Vermögen und Altersrente, Sozialversicherung unnötig schlecht dastehen.
    Wenn man Frauen fragt oder beraten will, kommt meist der Ehemann oder Vater zu Hilfe.
    Schade. Denn die Frauen die sich kümmern, stehen finanziell gut da UND bewirken meist gutes, da viele sozial und ökologisch anlegen.

Frauen verdienen immer noch weniger – hier der Beweis

Die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen existieren in der Schweiz noch immer. Wie gross die Differenz weiterhin ist, zeigt die heute publizierte Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (BfS).

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Gilt in der Schweiz noch immer nicht. Dies zeigen die heute publizierten Zahlen des Bundesamtes für Statistik. Die Schweizerische Lohnstrukturerhebung wird seit 1994 alle zwei Jahre mittels Direkterhebung bei den Unternehmen durchgeführt. Im Jahr 2018 wurden über 36'000 Unternehmen befragt. (Details in der Infobox am Ende des Artikels)

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