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Seit Donnerstag in den Schweizer Städten zu sehen: Gefälschte UBS-Plakate. bild: zvg

Die UBS macht sich auf Plakaten für das Klima stark – das steckt dahinter

UBS 100% klimaneutral – seit Donnerstag hängen die Plakate überall. Die Bank bedankt sich darauf für die staatliche Unterstützung während der Finanzkrise und will als Gegenzug das Klima retten.

Olivier Christe / ch media



Die Aussage ist eine Sensation: Die UBS will als erste Grossbank weltweit vollständig aus dem Geschäft mit fossilen Brennstoffen aussteigen. Dabei veröffentlichten die NGOs «Ran» und «Banktracker» im März diesen Jahres Zahlen, die belegten, dass die UBS seit dem Übereinkommen von Paris 2015 fossile Investitionen von insgesamt 25 Milliarden Dollar getätigt hatte.

Wie ist diese plötzliche Kehrtwende also zu erklären? Die Antwort lautet: gar nicht.

Krise der Vorstellungskraft

Hinter den Plakaten steht die Aktivistengruppe «Ignorance Unlimited». Über hundert Helfer haben in der Nacht vom 1. auf den 2. Mai schweizweit rund 400 Plakate auf bereits bestehende Litfasssäulen gekleistert.

Nach eigenen Angaben will die Gruppe mit dieser Aktion auf Möglichkeiten hinweisen und die UBS dazu drängen, entsprechende Schritte einzuleiten. «Wir befinden uns vor allem in einer Krise der Vorstellungskraft,» sagt eine der Aktivistinnen, die nicht genannt werden will. Kunst im öffentlichen Raum eigne sich als Aktionsform, um über Grenzen hinweg zu denken.

«Artivism» wird diese Mischung aus Kunst und Aktivismus bezeichnet und wurde in jüngerer Vergangenheit vor allem durch die amerikanische Netzkunst- und Aktivistengruppe «Yes-Man» bekannt. Diese verteilten etwa am 16. Januar diesen Jahres eine gefälschte Ausgabe der Washington-Post an tausende Abonnenten. Unter dem Titel «Unpresidented», verkündete der Leitartikel, dass Donald Trump aufgrund von Protesten fluchtartig zurücktreten würde. Datiert war die Zeitung auf den 1. Mai.

Die UBS gibt sich amused

Die Wirkung solcher Kampagnen ist schwer zu messen. Und die von «Ignorance Unlimited» skizzierte Utopie in der Realität kaum vorstellbar. Fragt man Leute wie den Finanzökonom und Professor an der Universität Fribourg Sergio Rossi, haben Grossbanken kaum Interesse daran, aus dem Geschäft mit fossilen Brennstoffen auszusteigen, da die Gewinne nach wie vor enorm hoch seien. «Wenn die Politik keine klaren Vorschriften macht, wird sich das in mittlerer Zukunft kaum ändern.»

Anders sieht das die UBS. Sie distanziert sich auf Anfrage zwar von der Plakatkampagne, schreibt aber, dass «diese witzige Aktion auf ein wichtiges Thema aufmerksam macht, das uns in der Tat sehr am Herzen liegt.» Sustainable Investing würde in jedem Kundengespräch zum Thema gemacht und das Angebot an Anlagemöglichkeiten laufend erweitert. In einem angefügten Papier zu Mythen und Fakten der firmeneigenen Klimastrategie betont die Bank den Entschluss, keine weiteren Kohlekraftwerke zu finanzieren. Ein Schritt, der im März dieses Jahres bekannt gegeben wurde.

Die UBS ist mit dieser Massnahme anderen Grossbanken wie etwa der Credit Suisse tatsächlich weit voraus. «Banktrack» hält in einer Medienmitteilung jedoch fest, dass die Bank trotzdem weiter in die Förderung von Öl und Gas aus extremen Quellen wie Teersanden und Schiefer investiert. Eine Kunstaktion allein wird sie wohl kaum zurückhalten. (bzbasel.ch)

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