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Canopus, Atompilz, französischer Atomtest auf Fangataufa, 1968

Der Atompilz der ersten französischen Wasserstoffbombe, August 1968.  Bild: Imgur

Bis wohin würde eine Atombombe über deinem Wohnort alles zerstören? Diese Karte zeigt es



Die Angst vor dem Atomkrieg gehörte zum Kalten Krieg wie das Fieber zur Grippe. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion trat die Gefahr einer nuklearen Apokalypse dann lange Jahre in den Hintergrund. Doch in der letzten Zeit – spätestens mit den nuklearen Ambitionen Nordkoreas und dem verbalen Schlagabtausch zwischen US-Präsident Trump und Kim Jong Un – ist der Schatten der Bombe wieder deutlich länger geworden. 

Es gibt verschiedene Projekte, die sich dem Kampf gegen die atomare Bedrohung verschrieben haben. Eines der bekannteren ist die sogenannte «Doomsday Clock» («Weltuntergangsuhr»), die aktuell bei 2 Minuten vor 12 steht – so knapp vor Mitternacht wie schon lange nicht mehr.

Vor drei Jahren waren es noch 5 Minuten:

Zum Kampf gegen die Bombe ruft auch die Outrider Foundation auf. Die gemeinnützige Organisation, die auch vor den Gefahren der Klimaerwärmung warnt, hat dafür ein interaktives Tool geschaffen, das die Zerstörungskraft der Atombombe drastisch vor Augen führt. 

«Wir leben in einer gefährlichen Welt. Atomwaffen machen uns nicht sicherer, ganz im Gegenteil.»

Tara Drozdenko, Outrider Foundation

Ähnlich wie das bereits seit längerem bekannte Tool «Nukemap» des Wissenschaftshistorikers und Programmierers Alex Wellerstein – der die Outrider Foundation bei der Programmierung ihres Tools beriet – visualisiert die neue Simulation mithilfe von Google Maps den Grad der Zerstörung, den die Detonation einer Atombombe über einem beliebigen Ort anrichten würde. 

Zur Auswahl stehen vier virtuelle Bomben: «Little Boy», die Atombombe, die 1945 Hiroshima verwüstete (15 kT); ein nordkoreanischer Sprengsatz auf der Interkontinentalrakete Hwasong-14 (150 kT); W87, ein thermonuklearer US-Sprengkopf (300 kT), und schliesslich die sowjetische «Tsar Bomba», mit 50'000 kT die stärkste je gebaute Bombe. Deren Test 1961 war die grösste je von Menschen verursachte Explosion. 

Karte: Atomwaffen, nukleare Sprengsätze, Virtuelle Detonation der Tsar Bomba über St.Gallen

Virtuelle Detonation der «Tsar Bomba» über St.Gallen: Die Hitzewelle der 50-Megatonnen-Explosion rast über den gesamten Bodensee und erreicht im Westen beinahe Zürich.  Bild: Screenshot Outrider.org

Die interaktive Karte zeigt – ausgehend vom gewählten Ort – die Ausmasse des nuklearen Feuerballs sowie den Radius der tödlichen Strahlung, der Schockwelle und der Hitzewelle. Überdies zeigt das Tool die geschätzten Opferzahlen – Tote und Verletzte – an. Zusätzlich kann man einstellen, ob die Bombe an der Erdoberfläche (insgesamt weniger Schaden, aber mehr radioaktiver Fallout) oder in der Atmosphäre «gezündet» wird. 

Für Tara Drozdenko, Geschäftsführerin der Outrider Foundation, ist es selbstverständlich, dass wir zusammenarbeiten müssen, um globale Herausforderungen anzugehen. «Zu den grössten Gefahren für die Zukunft der Menschheit zählen Atomwaffen und der globale Klimawandel. Outrider macht die Ansage, dass beide Gefahren besiegt werden können – und zwar nicht nur durch Politiker, sondern durch normale Leute mit Inspiration und den richtigen Instrumenten», sagte Drozdenko dem Gadget-Blog Gizmodo

«Wir leben in einer gefährlichen Welt», fügte Drozdenko an. «Atomwaffen machen uns nicht sicherer, ganz im Gegenteil.» Die Gefahren zu verstehen sei der erste Schritt hin zu einer sichereren Zukunft. 

(dhr)

Die britische, chinesische und französische H-Bombe

Nuklearkrieg, was bedeutet das eigentlich genau?

Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • AfterEightZuHauseUmViertelVorAchtEsser____________ 09.04.2018 09:36
    Highlight Highlight Ist diese Simulation richtig??? Wenn der verrückte Kim den Zürcher HB mit Washington DC verwechselt, kommt die Druckwelle nicht mal bis Zürich Affoltern.
  • freakykratos 07.04.2018 09:11
    Highlight Highlight Habe mal geschaut was eine tsar in Baden anrichtet.
    Benutzer Bild
  • Ratson 2.0 07.04.2018 08:12
    Highlight Highlight Naja, mich würde ein Tool interessieren, das beschreibt wie das ganze aussieht wenn eine AKW Katastrophe ala Fukushima passiert.
    • Fulehung1950 07.04.2018 13:06
      Highlight Highlight Das würde vermutlich Scheisse ausgehen.
  • Caturix⸮ 07.04.2018 00:00
    Highlight Highlight Das Tool beweist nur eines. Die Schweiz braucht diese Lustigen Teile auch. Ist billiger im Unterhalt so ein paar Bomben als die ganze jetzige Armee.
  • Hugo Wottaupott 06.04.2018 22:25
    Highlight Highlight Verstehe ich nicht. Uns wurde doch verklickert der kalte Krieg sei vorüber.
    • Fulehung1950 07.04.2018 13:07
      Highlight Highlight Herr Trump und die Damen Merkel und May sind gerade dabei, ihn am Köcheln zu halten.
  • Fulehung1950 06.04.2018 21:37
    Highlight Highlight Eine Tsar über Bern und byebye Helvetia! Aber vorher steigen wir noch mit neuen Flugis auf und setzen die neuen Lenkwaffen ein.

    Ich habe Freunde im Wallis. Ich glaube, ich würde vorher zu denen ziehen.....
  • el heinzo 06.04.2018 21:36
    Highlight Highlight Cool. Die ekelhafte Thuja-Hecke und der dämliche Buxbaum vom Nachbarn wären jedenfalls nachher weg. Sehr verlockende Idee.
    • Fulehung1950 07.04.2018 13:09
      Highlight Highlight Da bin ich mir nicht so sicher! Irgendwo wird ein Trieb in Bodennähe überleben. Allerdings könnte der radioaktive Ausfall eine Mutation bewirken und der Thuja und die Buxe wachsen plötzlich rasend schnell und effeuartig alles umschlingend. Nimm jedenfalls die Machete in den Schutzraum.
    • Illuminaughty 07.04.2018 13:27
      Highlight Highlight Wenn du den Buxbaum loshaben willst, könnte ich dir ein paar Zünslerraupen ausleihen ;P
  • N. Y. P. D. 06.04.2018 21:21
    Highlight Highlight «Wir leben in einer gefährlichen Welt. Atomwaffen machen uns nicht sicherer, ganz im Gegenteil.»
    Tara Drozdenko, Outrider Foundation


    Nein, da bin ich anderer Meinung.

    Dank den Atomwaffen gibt es zumindest mal keinen Krieg unter den Grossmächten.

    Dass aber zum Bsp. Kim einige A-Bomben hat, ist suboptimal.
    • Bullet-Tooth-Joni 07.04.2018 00:07
      Highlight Highlight Zum Glück habe ja nur absolut besonnene Menschen mit viel Anstand und Exempel für Rechtschaffenheit wie Trump und Putin den Finger auf dem Knopf 🙈🙉🙊
    • N. Y. P. D. 07.04.2018 00:37
      Highlight Highlight Kenne ich.

      Dort war es aber notwendig, dass die Amerikaner mit dem ganzen Arsenal drohten.

      Die USA hätten nur noch einige Minuten Vorlaufzeit gehabt, hätte man die Raketen auf Kuba geduldet.
    • willi22 07.04.2018 11:29
      Highlight Highlight Das intressante dabei ist, dass die USA in der Türkei Atombomben stationiert hatte VOR den Russen auf Kuba. Das ist eine ganz verworrene Geschichte. Und Waffen lösen nie Probleme. Sonst hätten wir schon lange keine mehr.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Roman Stanger 06.04.2018 20:03
    Highlight Highlight Das Tool geht aber auch nur für flache Gegenden, oder?

    Bei mir ging die Druckwelle einfach mal so durch einen Berg durch, bzw. auf der einen Seite hoch und auf der anderen wieder runter. Das ist ja wohl nicht realistisch ...
    • Me, my shelf and I 06.04.2018 20:39
      Highlight Highlight Bis zu einem gewissen Grad schon. H-Bomben werden in einer gewissen Höhe zur Detonation gebracht (bis zu 4000 m über Ziel). Je nach Entfernung zur Detonationsstelle und Höhe des Hindernisses kann es überwunden werden.
    • Bowell 06.04.2018 21:44
      Highlight Highlight Kommt drauf an was man mit der Bombe erreichen will. Für eine möglichst grosse radioaktive Kontamination muss man sie in Bodennähe zünden, für grösstmögliche Zerstören ein paar 100 Meter über Grund und für einen EMP-Schlag in einigen Kilometern höhe.
    • Mrlukluk 06.04.2018 22:10
      Highlight Highlight Kann mir vorstellen, dass es schon geht. Weil Wellen breiten sich kreisförmig aus, wenn sie ein Objekt umrundet haben füllen sie den Leerraum wieder aus. Deswegen geht Schall auch um Ecken. Aber die Welle würde sicher gedämpft - > nicht mehr kreisförmige Zonen. Das Tool ist also wahrscheinlich unabhängig von Topologie und soll nur die Zerstörung an etwas Bekanntem wie dem Heimort darstellen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hillbilly 06.04.2018 20:03
    Highlight Highlight Nach Fox News und Golf soll Nukemap, Gerüchten zufolge, der Lieblingszeitvertrieb eines gewissen Herrs mit Föhnfrisur sein.
  • Pasch 06.04.2018 19:03
    Highlight Highlight Nett... für angehende Bombenbastler!

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