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In this April 11, 2020 photo, released by Xinhua News Agency, a staff member tests samples of a potential COVID-19 vaccine at a production plant of SinoPharm in Beijing. In the global race to make a coronavirus vaccine, the state-owned Chinese company is boasting that it gave its employees, including top executives, experimental shots even before the government OK'd testing in people. (Zhang Yuwei/Xinhua via AP)

Bild: keystone

24 Kandidaten werden getestet: Das ist der Stand im Rennen um einen Corona-Impfstoff

Alles deutet darauf hin, dass es keinen Impfstoff geben wird, der bei einmaliger Impfung einen lebenslangen Schutz vor Covid-19 bietet. Gemäss Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden momentan 24 Impfstoffe klinisch erprobt.

Christoph Bopp / ch media



Um sich für das Zulassungsverfahren zu qualifizieren, muss ein Impfstoff-Kandidat drei klinische Phasen durchlaufen.

Wie viele im Rennen sind

Laut der Übersicht der WHO befinden sich momentan 24 Impfstoff-Kandidaten gegen Covid-19 in klinischer Erprobung. Das heisst, der Impfstoff wird bereits an Freiwilligen getestet. 142 Impfstoff-Kandidaten befinden sich noch in der vorklinischen Phase. Zwei Impfstoffe werden bereits im Grossversuch (Phase III) getestet, drei haben einen Grossversuch beantragt, aber noch keine Probanden rekrutiert.

Ein Super-Impfstoff ist nicht zu erwarten

Was man bis jetzt vom Sars-CoV-2-Virus weiss, deutet darauf hin, dass es wohl keinen Impfstoff geben wird, der bei einmaliger Applikation einen 100-prozentigen lebenslangen Schutz vor Covid-19 bietet. Wenn sich gegenüber einer Kontrollgruppe nur halb so viele Geimpfte anstecken wie Ungeimpfte, spricht man von einer Wirksamkeit von 50 Prozent. Wie hoch die Anforderungen diesbezüglich sein sollen, ist noch nicht sicher (50 bis 70 Prozent). Diese Probanden, welche die Basis für die Wirksamkeitsberechnung liefern, sollten noch keinen Kontakt mit dem Virus gehabt haben.

In Phase III sollte der Impfstoff aber auch breit ausprobiert werden: Unter den Probanden sollte es Freiwillige verschiedenen Alters geben, auch solche mit Vorerkrankungen und auch Patienten, die schon eine Infektion hinter sich haben.

Laut WHO haben schon fünf Kandidaten die Phase III erreicht oder stehen an der Schwelle. Die Phasen können sich auch überlappen, bei allen diesen Kandidaten laufen auch die Phasen I und II noch.

Uni Oxford und AstraZeneca in Führung

A general view of AstraZeneca offices and the corporate logo in Cambridge, England, Saturday, July 18, 2020. An Oxford University vaccine progress paper is to be published the the Lancet on Monday. Human trials of a potential coronavirus vaccine being developed by scientists are reported to have shown promising results. Pharmaceutical company AstraZeneca reached an agreement with Europe's Inclusive Vaccines Alliance (IVA) to supply up to 400 million doses of the University of Oxford's COVID-19 vaccine â?? at no profit â?? with deliveries starting by the end of 2020. (AP Photo/Alastair Grant)

Der Sitz von AstraZaneca in Cambridge. Bild: keystone

In Brasilien wird seit Ende Juni der Impfstoff der Universität Oxford an Probanden getestet, der Impfstoff-Hersteller AstraZeneca soll auch bereits mit der Grossproduktion begonnen haben, mit dem Risiko, die bereits produzierten Dosen wegwerfen zu müssen, wenn die Ergebnisse nicht zufriedenstellend ausfallen. Es handelt sich um einen Impfstoff, der das Antigen mit einem harmlosen Vektorvirus einschleust. Diese Methode hat man bei einem Ebola-Impfstoff erfolgreich ausprobiert.

In China und in den VAR wird der Impfstoff des Wuhan Institute of Biological Products und der Firma Sinopharm getestet. Dieser Impfstoff besteht aus inaktivierten Virus-Bestandteilen.

Zwei weitere Kandidaten kurz vor der Phase III aus China arbeiten ebenfalls mit inaktivierten Viren. Phase III angekündigt, aber noch keine Versuchspersonen rekrutiert, hat der Impfstoff-Kandidat der Firma Moderna, die Produktion soll dann bei Lonza erfolgen. Das ist ein Impfstoff der auf mRNA (messenger RNA) basiert. Das sind ausgewählte Gene des Virus, die im Geimpften die Immunantwort auslösen sollen. Dieses Verfahren wurde bisher noch bei keiner Krankheit ausprobiert.

Horizont Ende 2020 nicht mehr unrealistisch

Wie schnell der Impfstoff verfügbar ist, hängt nicht nur von der klinischen Evaluation ab, sondern auch davon, wie schnell die Grossproduktion und die Verteilung hochgefahren werden können. Verschiedene Firmen haben angekündigt, die Produktionsanlagen für Millionen von Dosen verfügbar zu haben. Vier Pharma-Giganten (AstraZeneca, GlaxoSmithKline, Pfizer (BioNTech) und die Johnson&Johnson-Tochter Janssen) versprechen, den Impfstoff auf Selbstkostenbasis zur Verfügung zu stellen.

Ohne eine Phase-III-Erprobung soll kein Impfstoff freigegeben werden. Bei einer erfolgreichen Phase III könnte allenfalls ein Kandidat im Eilverfahren freigegeben werden. Im optimalen Fall ist der Horizont Ende 2020 mindestens nicht völlig unrealistisch. (aargauerzeitung.ch)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
56Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • echter Züricher 23.07.2020 06:03
    Highlight Highlight Die aktuell verbreitete Mutation scheint ja nicht mehr gefährlich. Wieso nicht einfach anstecken lassen? https://www.cell.com/cell/fulltext/S0092-8674(20)30820-5
    • PC Principal 23.07.2020 10:53
      Highlight Highlight "Glaub nicht alles, was du im Internet liest" - Aristoteles
  • Spooky 23.07.2020 03:06
    Highlight Highlight Ich habe gehört, Bill Gates habe sich als freiwilliger Proband zur Verfügung gestellt. Stimmt das?
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 23.07.2020 00:39
    Highlight Highlight "Coronavirusimpfstoffe umfassen unter anderem Impfstoffe gegen HCoV-HKU1, HCoV-NL63, HCoV-OC43, HCoV-229E, SARS-CoV, MERS-CoV und SARS-CoV-2. Es gibt verschiedene verfügbare Impfstoffe für Tiere gegen Coronaviren, beispielsweise gegen das Aviäre Coronavirus, das Canine Coronavirus und das Feline Coronavirus. Für die humanpathogenen Coronaviren SARS-CoV und MERS-CoV existieren experimentelle Impfstoffe, die im Tierversuch getestet wurden."

    Das Problem: Coronavirenimpfungen wirken kaum oder haben sogar einen negativen Einfluss. Die für Tiere zugelassenen Impfstoffe werden nicht mehr empfohlen.
  • Grötzu 22.07.2020 23:42
    Highlight Highlight Freiwillige?
  • Mirnichtegal 22.07.2020 23:38
    Highlight Highlight Das ist doch prima, dann kann man ja als erstes alle Risikopatienten impfen. Und wenn die dann sterben war sicher nicht die Impfung schuld....so „erfolgreich“ und „sicher“ war sicher noch kein Impfstoff vorher. (Ironie off)
    • PC Principal 23.07.2020 10:51
      Highlight Highlight Kannst dir deine Ironie sparen. Das Verfahren mit den klinischen Tests ist sehr zuverlässig und hat sich seit langer Zeit bewährt. Nur weil einige Youtube-Videos das Gegenteil behaupten, ist Jahrhundertelange Wissenschaft nicht einfach ungültig.
  • Choume 22.07.2020 23:34
    Highlight Highlight Das Rennen um "Wer wird Milliardär"
  • Kritisch Hinterfragen 22.07.2020 23:31
    Highlight Highlight Spannend. Der Begriff "RNA" ist wir vom Erdboden verschluckt.

    Es geht nicht mehr um eine Impfung im eigentlichen Sinne des Wortes.

    Wieso wird das so peinlich genau verschwiegen?
    • Matti_St 23.07.2020 11:09
      Highlight Highlight Artikel gelesen?
  • Joe Meier 22.07.2020 23:20
    Highlight Highlight Die ganze Welt wartet auf das Wundermittel Impfung. Schon erstaunlich dass bei Unsicherheit von Wirkung, Verträglichkeit, Langzeitschäden etc. Niemand auf die Idee kommt, auch mal einen Plan B zu entwickeln. Macht diese Abhängigkeit von der Pharmaindustrie dass wir wieder frei leben können nur mir etwas Sorge? Wo sind die echten Strategen die IMMER auch einen Plan B haben?
  • «Shippi» 22.07.2020 22:38
    Highlight Highlight Niemals werde ich mir so etwas reinspritzen lassen. Und dagegen könnt ihr nichts tun, liebe Panikmacherinnen und Panikmacher und liebe Pharmaunternehmen. 🕺🏻
    • Sputnik 22.07.2020 22:53
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
    • Ueli_DeSchwert 22.07.2020 22:58
      Highlight Highlight Wenn man fragen darf: weshalb?
    • guby 22.07.2020 23:05
      Highlight Highlight Das stimmt. Beratungs- und Faktenresistenz reichen nicht um jemanden zu entmündigen. Gallopierender Egoismus auch nicht. Das manifestiert sich in vielen Facetten des täglichen Lebens, du bist (leider) keine 'special snowflake'. Leider. Für die Menschheit wärs besser.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pixie13 22.07.2020 22:18
    Highlight Highlight Habe ich das richtig verstanden, dass der Impfstoff wie bei der Grippimpfung wirkt?
    Also 1x pro Jahr und hoffen, dass man nur mit dem „aktuellen“ Virus in Kontakt kommt?
    • Joe "I beat the socialist" Biden 22.07.2020 22:34
      Highlight Highlight Ich habe es bisher so verstanden: Statt den ca. 12 Monaten Schutzwirkung der Grippeimpfung, wird die der Coronavirus Impfung vermutlich eher 2-6 Monate halten.
    • Waseli 22.07.2020 22:42
      Highlight Highlight @Pixi:
      Wenn ich den Artikel richtig verstehe, ist eine Nachlassende Wirkung über Zeit wie bei der Grippe wahrscheinlich - jedoch noch nicht sicher.
      Betreff "aktuellem Virus" - anscheinend mutiert der Virus um einiges langsamer als die Grippeviren (vier mal weniger schnell) was hoffen lässt, dass man nicht jedes Jahr blind auf verschiedene Varianten impfen müsste.
      Ob auf diese weise der Virus auch "ausgerottet" werden könnte weiss ich nicht
    • Ich hol jetzt das Schwein 22.07.2020 22:53
      Highlight Highlight Nein, das hast du falsch verstanden. So wie es zurzeit aussieht, wird die Impfung wie Masern oder Hepatitis B wirken: 1 Dosis z.B. 60%, 2 Dosen 85%, 3 Dosen 98%. Die Zahlen habe ich jetzt erfunden, sind für die genannten Impfungen aber nachschlagbar. Vielleicht kommt auch noch etwas tetanusmässiges rein: Z.B. alle 10 Jahre nachimpfen. Bei Grippe ist es im Grunde genommen jedes Jahr ein neuer Impfstoff, da die Viren sehr schnell mutieren. Dieser Impfstoff hat aber immer die gleiche Basis, deshalb innert sehr kurzer Zeit entwickelt und produziert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Meinung 22.07.2020 22:08
    Highlight Highlight Den Impfstoff auf Selbstkostenbasis zur Verfügung zu stellen.
    Das möchte ich ja dann gerne von diesen Pharma Unternehmen erleben.

    • Walter Sahli 22.07.2020 22:49
      Highlight Highlight Es geht dabei um reine Imagepflege. Die Abgabe zum Selbstkostenpreis muss als Marketingmassnahme verstanden werden.
    • Kritisch Hinterfragen 22.07.2020 23:32
      Highlight Highlight Ja, das ist wirklich eine interessante Aussage. Unwahrscheinlich, oder?
    • Henzo 22.07.2020 23:57
      Highlight Highlight Entspricht das nicht deinem Weltbild bzw. Feindbild der bösen Pharmaindustrie?
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