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Experten gehen davon aus, dass das Stresshormon Cortisol eine wichtige Rolle spielen könnte. Bild: shutterstock

Hormone könnten über Verlauf von Covid-19 entscheiden

Neue Studien zeigen: Das Stresshormon Cortisol könnte eine Infektion mit dem Coronavirus beeinflussen – und sogar den Krankheitsverlauf bestimmen. Eine Risikogruppe sollte daher besonders auf ihre Cortisolwerte achten.

Melanie Weiner / t-online



Ein Artikel von

T-Online

Verschiedene Faktoren können Einfluss auf den Krankheitsverlauf bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 haben. Experten gehen nun davon aus, dass auch das Stresshormon Cortisol eine wichtige Rolle spielen könnte.

Was ist Cortisol?

Cortisol (auch Kortisol) ist ein Hormon, das in der Nebenniere hergestellt und in der Leber abgebaut wird. Die Hauptaufgabe des Cortisols ist die Bereitstellung von Energie aus den Energiespeichern des Körpers. Gleichzeitig verringert es den Energieumsatz. Da dies besonders in anstrengenden Situationen (Nahrungsmangel, körperliche Anstrengung oder psychischer Stress ) wichtig ist, wird Cortisol umgangssprachlich auch als «Stresshormon» bezeichnet.

Spielen Hormone eine Schlüsselrolle bei Covid-19?

Durch die Corona-Pandemie nehmen die psychischen Belastungen weltweit zu. Bei vielen Menschen steigen die Spiegel des Stresshormons Cortisol. Insbesondere für Patienten mit Hormon- und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus könne dies ungünstige Folgen haben, berichteten Experten der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) Ende Juni.

Sie würden sich in besonderer Weise um ihre Gesundheit sorgen, da sie häufig als Risikopatienten gelten. Daher würden Betroffene schnell in einen Teufelskreis aus Angst, Stress und schlechter Stoffwechsellage geraten.

«Speziell Cortisol kann sowohl in einer Mangel­situation als auch bei Überdosierung zu lebensbedrohlichen Krankheitszuständen führen und hat einen starken Einfluss auf das Überleben bei schweren Infektionen», sagte Professor Dr. Matthias Weber, Mediensprecher der DGE und Leiter des Schwerpunktes Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen der Universitätsmedizin Mainz.

Zusammenhang zwischen Hormonkonzentration und Sterblichkeit

Dass Cortisol einen Einfluss auf den Infektionsverlauf von Covid-19 haben könnte, darauf weist auch eine aktuelle britische Kohortenstudie mit 535 Patienten hin. Sie zeigte erstmals, dass der Cortisolspiegel im Blut bei Patienten mit Covid-19-Erkrankung höher ist als bei Patienten ohne SARS-CoV-2 -Infektion. Der Gesundheitszustand von Betroffenen mit hoher Cortisolkonzentration verschlechterte sich deutlich schneller. Die Ergebnisse wurden im englischsprachigen Fachblatt «The Lancet» veröffentlicht.

«Die Studie stellt auch einen möglichen Zu­sammenhang zwischen erhöhten Hormonkonzentrationen und der Sterblichkeit auf», ergänzte Professor Dr. Weber. Cortisol könnte demnach als Biomarker für die Infektionsschwere fungieren. Weitere Studien müssten dies jedoch noch bestätigen.

Patienten sollten Werte engmaschig kontrollieren lassen

Der Endokrinologe betonte, dass es wichtig sei, gerade Patienten mit ei­ner Über- oder Unterfunktion des Cortisolstoffwechsels während der Pandemie besonders gut zu überwachen und vor einer Infektion zu schützen. Gleiches gelte für Patienten, die aufgrund anderer Erkrankungen hochdosierte Cortison-Präparate einnehmen müssen.

Verwendete Quellen:

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    Alle Leser-Kommentare
  • maude 27.07.2020 11:27
    Highlight Highlight Blöde Frage aber welche Krankheit begünstigen zuviele Stresshormone die aufs Immunsystem schlagen nicht?
  • RozaxD 26.07.2020 14:27
    Highlight Highlight Wie? Ist ja klar, dass eine Person mit COVID-19 einen höheren Stresspegel hat als jemand ohne?
    Dann kann man auch sagen, das Bett verursacht Corona: Leute, die Corona haben, sind häufiger im Bett als Leute ohne Infektion. Wtf
    • ATOR 27.07.2020 14:33
      Highlight Highlight Haben denn Hypochonder allgemein einen erhöhten Kortisol Spiegel? Was dazu führen würde das sie anfälliger auf Corona sind und deswegen eher im Bett liegen.Was den Kortisol Spiegel natürlich zusätzlich erhöht. Das Bett ist raus ;)
  • rodolofo 26.07.2020 08:16
    Highlight Highlight Dass zu viel Stress nicht gesund ist, weiss ich schon lange...
  • formi50+ 26.07.2020 01:01
    Highlight Highlight In der Schweiz sind 97% ü60 - kann dies einen Zusammenhang mit dem Kortisol haben? Könnte der erhöhte Kortisolspiegel ein Zeichen von geschwächten Immunsystem sein?
  • ATOR 25.07.2020 23:47
    Highlight Highlight Ich Rauche seit Jahrzehnten (Negativer Einfluss),aber nicht nur Tabak... (Positiver Einfluss). Ich hatte vor 13 Jahren 2 Lungenembolien (Negativer Einfluss), Nehme deswegen aber seit 13 Jahren Blutverdünnung (Positiver Einfluss). Andere haben nicht die Blutgruppe 0...(Negativer Einfluss),Ich 0- ....(Positiver Einfluss). Andere sind übergewichtig..(Negativer Einfluss).Ich nicht..(Positiver Einfluss). Usw........ Ich finde das Glas ist halb Voll............ findet was ihr wollt. ;)
  • ATOR 25.07.2020 22:27
    Highlight Highlight Cortisol......Cortison ? und wo liegt jetzt der Zusammenhang? beim Cor... wie Corona?
    Könnte ein Fachmann aufklären?
    Danke
    • Leela 25.07.2020 23:42
      Highlight Highlight Cortisol= Körpereigenes Hormon, Cortison=synthetisch hergestellt
    • sealeane 26.07.2020 00:34
      Highlight Highlight Cortisol ist die natürliche vom naturaus im Körper vorhandene Variante von Cortison. Es ist ein Stresshormon das aber auch viel Zusammenhang mit Entzündungen etc. hat. Wie fast alle Hormone beeinflust es nicht nur etwas sondern diverse sachen, manche positiv manche negativ. Eine belastung durch Cortisol auf lange Zeit ist schädlich für den Körper.
      Das die Cortisol Werte steigen unter einer Krankheit ist nicht Verwunderlich, scheinbar stiegen sie aber beil anchrn deutlich mehr wie zu erwarten war (so interpretiere ich den Text).
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 26.07.2020 01:27
      Highlight Highlight Cortison ist die durch Oxidation inaktivierte Form des Glucocorticoids Cortisol, das im Kohlenhydrathaushalt, dem Fettstoffwechsel und dem Proteinumsatz Bedeutung besitzt. Cortison ist eine Vorläufersubstanz und selbst biologisch inaktiv.
      Benutzer Bild
    Weitere Antworten anzeigen
  • Plan B 25.07.2020 22:11
    Highlight Highlight Ich würde gerne mal was zu diesen zweiten Wellen sagen. Vor allem aber über die Schweiz. In der Schweiz gab es im beim höhepunkt um die 7000 cases wöchentlich. Da wurden aber nur die Risikopersonen getestet. Nun sind wir bei 700 aber mit jeder Person getestet. Wenn man davon aber nur die Risikopersonen rausnimmt, sind wir zwischen 50-100 wöchentlich. Was einen Tagesschnitt von von 7-14 ergibt.
    Sind wir wirklich in so einer präkeren Lage im Moment?
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 25.07.2020 22:30
      Highlight Highlight Ich wurde nicht getestet. Somit ist die Behauptung, dass jede Person getestet wird, ganz einfach Unsinn.

      Wirklich mehr wird aber ohnehin nicht getestet. Es gab mal einen Testhöhepunkt anfangs Juli, als die Clubs öffneten, aber nun sind wir sogar unter den Testzahlen, als der Lockdown anstand.

      https://covid-19-schweiz.bagapps.ch/de-3.html

      Inzwischen hüsteln die Leute fröhlich herum und gehen nicht zu den Tests. Auch sagt die reine Testzahl nichts aus. Jemand kann sich fünf mal testen lassen, andere lassen sich gar nicht testen.

      Prekäre Lage? Nein. Aber Infektionen können sprunghaft steigen.
    • Plan B 25.07.2020 22:45
      Highlight Highlight Moment, diese Behauptung habe ich nicht gemacht. Dies wird so öffentlich kommuniziert.
      Ich habe die Zahlen +/- mit den Hospitalisierungen und den täglichen Meldung einfach intepretiert und hinterfragt.
      Fröhlich gehustet hat die Menschheit schon immer.
      Das wird auch eine Pandemie nicht ändern.
      Anhand der Todeszahlen liegen aber meine Feststellungen nicht 100% falsch.
    • Plan B 25.07.2020 22:47
      Highlight Highlight Und ich habe nichts über die Anzahl der tests gesagt. Sondern über die wöchentliche Anzahl der infektionen.
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