Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Fossiler Kot gibt Einblick in Leben von Tieren vor Millionen Jahren



Gewöhnlicher Tintenfisch

Bild: flickr/Richard

Durch die Analyse von fossilem Kot und hochgewürgten Nahrungsresten haben Forschende einen Einblick in die Lebensweise von Tieren vor 220 Millionen Jahren erlangt. Schalenreste in Speiballen und Fischschuppen im Kot geben dabei Auskunft über die Ernährung der Tiere.

Der Paläontologe Alexander Lukeneder vom Naturhistorischen Museum (NHM) Wien hat gemeinsam mit polnischen Kollegen 220 Millionen Jahre alten fossilen Kot sowie Speiballen aus den Reingrabener Schiefern Niederösterreichs mit verschiedenen Methoden analysiert.

In den fossilen Speiballen fanden sich hunderte zerbissene Schalen von Ammoniten und Armhäkchen von Tintenfischen, wie die Forschenden im Fachmagazin «Scientific Reports» berichten. Sie ordneten diese Nahrungsreste Acrodus zu, einem ein Meter grossen Meeresfisch der Triaszeit. «Es handelt sich dabei um einen marinen, haiähnlichen Knorpelfisch, der alle Ammoniten und Tintenfische jagte», sagte Lukeneder in einer Mitteilung des NHM.

Fische frassen andere Fische

Diese Beutetiere schwammen nahe am Meeresboden und im offenen Meer. Das besonders angepasste Gebiss von Acrodus mit flachen Zähnen erlaubte es dem Fisch, die hartschalige Beute zu knacken und zu verschlingen. Aber er konnte sie nicht vollständig verdauen und die störenden Schalenreste wurden wieder hochgewürgt.

Fossil in Äthiopien entdeckt

Die Funde legen den Forschern zufolge nahe, dass sich das als Durophagie bezeichnete Fressen hartschaliger Tiere erst in der Triaszeit durchsetzte und damit die Ökosysteme revolutionierte.

Der Hauptteil der untersuchten Fossilien sind Kotreste von kleineren Fischen wie den Strahlenflossern Gigantopterus, Saurichthys oder Polzbergia, die in grossen Schwärmen den Ur-Ozean Thetys bevölkerten. Diese frassen offensichtlich andere Fische, wie tausende Fischschuppen in ihrem Kot belegen.

(aeg/sda/apa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Ein kostbarer Fisch

Megalodon - der grösste Hai aller Zeiten

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Corona, Pest, HIV: Die Menschheit fällt immer auf die gleichen Lügen rein

Mittel zur Errichtung einer Diktatur und dem Labor entsprungen? Um die Corona-Pandemie kursieren zahlreiche Märchen. Der Blick in die Geschichte entlarvt die Masche, die dahinter steckt.

Im Herbst 1918 wurden in den USA die Särge knapp. Eine Seuche suchte den Globus heim, in der Schweiz notierte der Schriftsteller Stefan Zweig: «Sie frisst täglich 20'000 bis 40'000 Menschen weg.» Die Rede ist von der Spanischen Grippe, der verheerendsten Influenza-Pandemie, die jemals die Menschheit heimgesucht hat.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Der Erreger ist ein winzig kleines Virus, doch diese Erkenntnis sollte sich erst in den Dreissigerjahren einstellen. 1918 vermuteten viele …

Artikel lesen
Link zum Artikel