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Tyrannosaurus rex and pteranodon looking at meteorite impact in Yucatan, Mexico, that created Chicxulub crater and induced end of dinosaurs.

Da der Krater unter mächtigen Sedimentgesteinen begraben liegt und dementsprechend kaum erodiert, zählt er bis heute zu den besterhaltenen grossen Einschlagkratern der Erde. Bild: Shutterstock

Chicxulub-Krater war jahrtausendelang riesiger dampfender Kessel

Bohrproben zeigen, dass der Asteroid, der vor rund 66 Millionen Jahren die Dinosaurier in Schwierigkeiten brachte, eine Magmablase und 400 Grad heisses Wasser im Krater zurückliess.



Jener Krater, der vor 66 Millionen Jahren entstand und mit dem Aussterben der Dinosaurier in Verbindung gebracht wird, war jahrtausendelang ein riesiger dampfender Kessel. Das zeigen Analysen von Bohrproben aus dem Chicxulub-Krater, die Wissenschaftler nun im Fachjournal «Science Advances» veröffentlicht haben.

Die Bohrkerne zeigen, dass sich nach dem Einschlag ein ausgedehntes sogenanntes hydrothermales System im Krater gebildet hat. Dabei zirkulierte heisses Wasser mit gelösten Mineralien durch die zertrümmerten und aufgeschmolzenen Gesteine des Ringgebirges. Das veränderte mehr als 100'000 Kubikkilometer der Erdkruste chemisch und mineralogisch, schreiben die Wissenschafter um David Kring von der Universities Space Research Association.

This 2015 image provided by the Woods Hole Oceanographic Institution shows the edge of the 2015 lava flow, above, at the Axial Seamount where it overlies older sedimented lavas, bottom. A study in the Wednesday, Feb. 7, 2018 journal Science Advances figures sometime after the asteroid crash creating the Chicxulub crater in the Yucatan 66 million years ago, unusual and extra strong eruptions happened on the floor of the oceans, probably the Pacific and Indian oceans. (Bill Chadwick/Oregon State University, ROV Jason, Woods Hole Oceanographic Institution via AP)

Erkaltetes Magma am Meeresgrund: Der Einschlag des Asteroiden vor rund 66 Millionen Jahren löste starke Vulkanausbrüche in den Ozeanen aus. Bild: AP/Oregon State University, ROV Jason, Woods Hole Oceanographic Institution

Das Wasser floss dabei rund um eine etwa drei Kilometer dicke Magmablase, die beim Einschlag entstanden ist und strömte zum Teil auch in das über dem Kraterboden befindliche Meer. Besonders intensiv war dieses hydrothermale System in dem Ringgebirge ausgebildet, das sich mit einem Durchmesser von 90 Kilometern rund um das Zentrum des Kraters erstreckte. Die Gesteinsproben sind von fossilen hydrothermalen Röhren durchzogen, an deren Wänden sich mehrfarbige Mineralien abgelagert haben.

Entstehung von Leben im Krater

Die identifizierten Mineralien deuten darauf hin, dass das hydrothermale System anfangs zwischen 300 bis 400 Grad Celsius heiss war. Entsprechend lange dürfte es auch gedauert haben, bis es sich abgekühlt hat. Anhand von Mineralien konnten die Forscher berechnen, dass die hydrothermale Aktivität im Krater mindestens 150'000 Jahre lang anhielt. Als weiteren Beleg für die Langlebigkeit dieses Systems werten die Forscher die ungewöhnlich hohe Mangankonzentration in den Sedimenten des Meeresbodens über dem Krater.

«Das Leben könnte sich in einem Einschlagskrater entwickelt haben.»

David Kring

Die Ergebnisse würden darauf hindeuten, «dass es eine etwa 300 Kilometer lange Kette von Heisswasserschloten gegeben hat und dass zusätzliche Öffnungen über den Kraterboden verstreut waren», sagte Kring. Das ist insofern von Bedeutung, als derartige Systeme Lebensraum für Mikroben schaffen könnten. «Das Leben könnte sich in einem Einschlagskrater entwickelt haben.»

Entstanden durch Asteroideneinschlag

Der Chicxulub-Krater, der im heutigen Golf von Mexiko beim Einschlag eines Asteroiden entstanden ist, hat einen Durchmesser von rund 180 Kilometern.

Paleogeographic reconstruction of Central and North America with locations Brazos River, Texas, and NE Mexico sections  and the Chicxulub impact crater. Paleomap from Blakey, R., NAU Geology website.
http://jan.uc.nau.edu/

Paleogeographische Rekonstruktion von Zentral- und Nordamerika mit dem Chicxulub-Einschlagskrater. Bild: jan.uc.nau.edu

Die Spuren des Einschlags auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan sind zum grössten Teil unter Hunderten Metern Meeresablagerungen verborgen. 2016 hat ein internationales Forscherteam erstmals Bohrungen im Ringgebirge durchgeführt, das sich im Zentrum des Kraters gebildet hat. (sda/apa)

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