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Maria Catharina Swanenburg (Goeie Mie), Giftmischerin von Leiden

Maria Catharina Swanenburg, genannt «Goeie Mie». Bild: gemeinfrei

Frauen der Geschichte

Goeie Mie – die nette Giftmischerin von nebenan



Das Urteil fiel am 1. Mai 1885 und lautete auf lebenslänglich. Die 45-jährige Maria Catharina Swanenburg, bekannt als «Goeie Mie» («Gute Mia»), sollte die restlichen knapp 30 Jahre bis zu ihrem Tod im Zuchthaus verbringen. Drei Giftmorde wurden ihr zur Last gelegt. Begangen hat sie bedeutend mehr – vermutlich vergiftete die Frau, die als schlimmste Giftmörderin im «Guinness-Buch der Rekorde» verzeichnet ist, mehr als hundert Leute, von denen 27 nachweislich starben.

Die berüchtigtste Giftmischerin der niederländischen Geschichte war bis zu ihrer Verhaftung die gute Seele des Quartiers. Eines ärmlichen Quartiers, denn Goeie Mie lebte in einem der elendesten Viertel der holländischen Stadt Leiden, wo sie auch am 9. September 1839 zur Welt gekommen war. Wie die hilfsbereite Frau – die so beliebt war, dass die Polizisten bei ihrer Verhaftung beschimpft wurden – ihr mörderisches Handwerk betrieb und welche Motive sie dabei hatte, soll hier nachgezeichnet werden.

Kindheit im Elend

Leiden war Mitte des 19. Jahrhunderts eine Arbeiterstadt. Viele der rund 48'000 Einwohner arbeiteten unter erbärmlichen Umständen in der Industrie; auch Mies Vater, der sechs Tage in der Woche zwölf Stunden am Tag malochte und trotzdem kaum genug verdiente, um seine Familie ausreichend zu ernähren. Die Kinder mussten ebenfalls arbeiten, und doch gab es nicht viel anderes zu essen als Kartoffeln. So war in der Bruchbude, in der die Familie lebte, der Hunger stets zu Gast. Sieben der zwölf Kinder starben, bevor sie das Erwachsenenalter erreicht hatten. Als der Vater auch noch zu trinken begann, war das Elend perfekt. Mie war zwölf Jahre alt, als der Vermieter ihre Familie auf die Strasse setzte, weil sie die Miete nicht bezahlen konnte.

Es wurde nicht besser, als Mie erwachsen wurde. Sie verdiente mehr schlecht als recht, indem sie anderen Leuten die Wäsche besorgte, auf die Kinder aufpasste und Kranke pflegte. Durch ihre Arbeit war Mie bald im ganzen Quartier bekannt; sie war stets für alle da und ihre Hilfsbereitschaft trug ihr den Namen «Goeie Mie» ein. Dies erinnert an die 1831 hingerichtete Bremer Giftmörderin Gesche Gottfried, die vor ihrer Verhaftung als «Engel von Bremen» galt.

Doch Armut und Unglück verliessen Mie nicht: Zwei kleine Töchter wurden geboren und starben, bevor sie im Mai 1868 den fünf Jahre jüngeren Fabrikarbeiter Johannes van der Linden ehelichte. Innerhalb von nur elf Jahren verlor sie sechs ihrer neun Kinder. Nach dem Tod des letzten 1877 verfiel auch sie dem Alkohol. Zwei oder drei Jahre später begann das Morden.

Das Mordgift

Niemand weiss genau, wann Mie ihr erstes Opfer ins Jenseits beförderte. Irgendwann zwischen 1879 und 1881 begann sie damit, systematisch Nachbarn, Bekannte und selbst Familienmitglieder umzubringen – sogar kleine Kinder verschonte sie nicht. Das Mittel ihrer Wahl war Arsenik (Diarsentrioxid, As2O3). Die seit alters als Mordgift bekannte chemische Verbindung diente als Mittel zur Schädlingsbekämpfung und war leicht erhältlich.

Arsenikpuder, Arsentrioxid
https://de.wikipedia.org/wiki/Arsen(III)-oxid#/media/Datei:Arsenic_trioxide.jpg

Arsenikpuder. Bild: Wikimedia

So kam auch Mie zu dem Gift: Sie beschaffte es sich bei der Drogerie De Ruyter in Form eines Mittels gegen Wandläuse (Wanzen). Der Drogist verkaufte Arsenikpuder zwar nicht in reiner Form, sondern mit Weisskalk vermischt, doch oft war dieses sogenannte Operment nicht sorgfältig gemischt. Dann war es möglich, etwas von dem Gift abzuschöpfen. Viel benötigte man nicht: Schon weniger als ein Zehntelgramm Arsenik können letal sein.

Wer es verabreicht bekam, starb einen schrecklichen Tod. Bereits nach wenigen Stunden kommt es zu Durchfällen und Erbrechen, danach treten starke Schmerzen und Krämpfe auf. Später kommen Bewusstseinstrübungen und Sehstörungen hinzu. Der Tod tritt durch Dehydrierung oder Organversagen ein.

Arsenikesser

Arsenik ist als Mordgift schon seit der Antike bekannt. Um sich gegen eine Vergiftung durch dieses Mittel zu schützen, nahmen manche Leute regelmässig geringe Mengen zu sich. Der Körper entwickelt zwar keine wirkliche Toleranz gegen das Gift, aber die Aufnahme über Magen und Darm wird deutlich reduziert. Deshalb war man so gegen Anschläge zumindest einigermassen gewappnet.
In sehr geringen Mengen von etwa 2 mg wirkt Arsenik appetitanregend und steigert das allgemeine Wohlbefinden. Es wurde daher auch als Stimulans verwendet. Im Tirol und in der Steiermark wurde Arsenik unter der Bezeichnung «Hüttenrauch» noch bis ins 20. Jahrhundert konsumiert.
Rosstäuscher machten sich diese Eigenschaft von Arsenik zunutze, um ausgezehrte Pferde besser aussehen zu lassen. Sie nahmen an Gewicht zu und ihre Haare erschienen glänzender.

Quelle: Wikipedia

Das Geschäftsmodell

Was auch immer Mie dazu trieb, Menschen zu vergiften – Geldgier gehörte dazu, vor allem am Anfang ihrer «Karriere». Mie profitierte dabei von einer eigentümlichen Einrichtung des zeitgenössischen Versicherungswesens, die uns heute absonderlich erscheinen mag: Damals war es möglich, auch für fremde Personen eine Bestattungsversicherung abzuschliessen. Auch konnte man dieselbe Person mehrmals versichern, solange man nur die Prämien pünktlich bezahlte. Genau dies tat Mie – sie versicherte Bekannte, Freunde, Familienmitglieder. Dann brachte sie die nichtsahnenden Versicherten um und strich das Geld ein.

Weitere Einkünfte erzielte sie dadurch, dass sie sich bei all den Dingen, die bei der Beerdigung ihrer Opfer zu erledigen waren, nützlich machte – und dafür den einen oder anderen Obolus erhielt. Manchmal wurde sie auch in einem Testament bedacht. Und sie brachte Leute um, bei denen sie Schulden hatte. Schätzungsweise verdiente sie mit ihrem mörderischen Handwerk zwei- bis dreitausend Gulden – damals ein kleines Vermögen.

Maria Catharina Swanenburg (Goeie Mie), Giftmischerin von Leiden, gezeichnet von Victor de Stuers bei ihrem Prozess
https://www.nationaalarchief.nl/beleven/nieuws/unieke-tekeningen-van-gifmengster-goeie-mie

Goeie Mie während ihres Prozesses, gezeichnet von Victor de Stuers. Bild: Nationaal Archiev

Nicht einmal ihre eigene Familie war sicher vor Mies mörderischem Tun. 1881 vergiftete sie ihre Schwägerin Cornelia van der Linden, im gleichen Jahr starben ihre Neffen Willem und Arend de Hees. Diese drei Morde brachten ihr insgesamt 149 Gulden ein. Piet, den Bruder der beiden Neffen, hatte sie ebenfalls vergiftet. Er überlebte jedoch und kam ins Krankenhaus – wohin sie ihm, ganz die «fürsorgliche» Tante, vergiftete Brötchen schickte. Auch ihre Tante dürfte ihr zum Opfer gefallen sein. Später hiess es, sie habe sogar ihre Eltern und ihre zwei vorehelich geborenen Töchter umgebracht, aber dafür gibt es keinen Beweis. Die Töchter starben vermutlich an der Cholera, die 1866 in Leiden etwa 800 Todesopfer forderte und dabei die Armenviertel besonders hart traf.

Obwohl in ihrem Umfeld immer mehr Leute starben, fiel kein Verdacht auf Mie. Im Gegenteil: Sie gewann an Ansehen, weil sie scheinbar selbstlos am Bett der Sterbenden ausharrte und sie bis zum Tod pflegte. Selbst als sie das Nachbarsmädchen Suzanna Aben mit vergifteter Milch tötete und dabei auch die Katze einging, die von dieser Milch getrunken hatte, wurden die Leute nicht misstrauisch. Ihr spielte auch in die Hände, dass ihre Opfer kaum je von einem Arzt untersucht wurden. Einerseits stammten sie ohnehin aus der niedrigsten sozialen Schicht, andererseits gelang es Mie, die Angehörigen oft mit irgendwelchen Geschichten davon abzuhalten, einen Arzt zu rufen. Falls doch einer am Krankenbett auftauchte, fiel die Untersuchung oberflächlich aus.

Maria Catharina Swanenburg (Goeie Mie), Giftmischerin von Leiden, Poster De Leidsche Giftmengster (1885)

Poster aus dem Jahr 1885: «De Leidsche Giftmengster» («Die Giftmischerin von Leiden»). Es zeigt oben links die Vergiftung, oben rechts die letzten Opfer, danach die Verhaftung, das Wohnhaus, die Exhumierung der Leichen und die Beerdigung der Opfer. Bild: gemeinfrei

Mit der Zeit wurde Mie aber immer unvorsichtiger. Es scheint auch, dass finanzielle Motive bei ihren Morden allmählich in den Hintergrund traten – sie tötete zusehends wahlloser. Als sie beispielsweise Suzanna Aben und deren Schwester umbrachte, verlor sie damit eine Einkommensquelle, denn sie hatte zuvor regelmässig auf die beiden Kinder aufgepasst. Vollends aus dem Ruder lief das Morden, als eines der beiden toten Mädchen zuhause aufgebahrt wurde und Mie alle Trauergäste vergiftete, indem sie Arsenik in den Kaffee schüttete. Möglicherweise erging es Mie wie anderen Serienmördern, die zu Beginn aus finanziellen Beweggründen töteten. Vielleicht wurde das Gefühl, Macht über Leben und Tod der Leute in ihrem Umfeld zu haben, immer wichtiger für sie – zumal sie als Frau in der sozialen Hackordnung dieser Zeit weit unten stand.

Die Verhaftung

Im Dezember 1883 wurde Mie eine weitere Mordserie zum Verhängnis. Neben einem fünfjährigen Nachbarsmädchen vergiftete sie auch drei Mitglieder der Familie Frankhuizen. Während die Mutter Maria und ihr kleiner Sohn Hendrik nach einem kurzen und heftigen Todeskampf starben, schaffte es der Vater Hendrik vor seinem Tod noch, einen Arzt aufzusuchen. Dieser vermutete eine Vergiftung und erstattete Anzeige.

Maria Catharina Swanenburg (Goeie Mie), Giftmischerin von Leiden, Obduktionsbericht, Ausschnitt, Mageninhalt von Hendrik Frankhuizen jun.
https://web.archive.org/web/20170909125018/https://www.bibliotheek.universiteitleiden.nl/nieuws/2017/04/verslagen-slachtoffers-leidse-gifmengster-goeie-mie-ontdekt

Ausschnitt aus dem Obduktionsbericht, Mageninhalt von Hendrik Frankhuizen jun. Bild: Universitätsbibliothek Leiden

Bei den nun folgenden Ermittlungen wurde Mie zuerst als Zeugin einvernommen, nachdem Nachbarn ausgesagt hatten, sie hätten Mie gesehen, wie sie ins Haus der Familie Frankhuizen gegangen sei, als diese nicht zuhause waren. Als weitere Zeugen aber zu Protokoll gaben, Mie habe auffallend oft mit Bestattungsversicherungen zu tun, zählten die Fahnder eins und eins zusammen und führten bei ihr eine Hausdurchsuchung durch. Dort fanden sie neben weiteren ähnlichen Papieren eine Bestattungsversicherung, die auf den Namen des kleinen Hendrik Frankhuizen ausgestellt war. Am 15. Dezember wurde Mie verhaftet. Wenige Tage später gestand sie den Mord an der Familie Frankhuizen.

Maria Catharina Swanenburg (Goeie Mie), Giftmischerin von Leiden, bei ihrer Verhaftung, Ausschnitt aus dem Poster  De Leidsche Giftmengster (1885)

Mie wird verhaftet. Ausschnitt aus dem Poster «De Leidsche Giftmengster» (1885). Bild: gemeinfrei

Die drei Leichen der Familie wurden sofort obduziert. Daneben wurden weitere 13 Tote exhumiert, darunter auch Angehörige von Mie. Sämtliche Leichen wiesen Spuren von Arsenvergiftung auf. Im Laufe der knapp anderthalb Jahre dauernden Voruntersuchung nahmen die Ermittler weitere rund 90 Sterbefälle unter die Lupe. Auch die Zurechnungsfähigkeit der Verdächtigen wurde untersucht. Die beiden Experten kamen zum Schluss, Mies Gemüt zeuge in hohem Masse von Herzlosigkeit und sie sei «im vollständigen Besitz ihrer Verstandesfähigkeit».

Maria Catharina Swanenburg (Goeie Mie), Giftmischerin von Leiden, Exhumierung der Leichen, Ausschnitt aus dem Poster  De Leidsche Giftmengster (1885)

Die Leichen werden exhumiert. Ausschnitt aus dem Poster «De Leidsche Giftmengster» (1885). Bild: gemeinfrei

Der Prozess

Am 23. und 24. April 1885 fand am Gerichtshof von Den Haag der Prozess in einem proppenvollen Gerichtssaal statt. Mie stritt zuerst alles ab; sie behauptete, sie sei nicht im Haus der Frankhuizens gewesen. Als sie mit der Aussage der Nachbarin konfrontiert wurde, erklärte sie zunächst, sie habe die Familie «warnen» wollen. Danach gab sie zu, dass sie etwas in den Brei getan hatte, der dort auf dem Herd geköchelt hatte. Zuerst war es Pfeffer, dann behauptete sie, es sei Chlor gewesen. Sie habe die Familie jedoch nur krank machen wollen, damit das Geleier über eine ausstehende Schuld aufhöre. Später verlegte sie sich auf die Behauptung, sie habe sich rächen wollen, weil Frankhuizen ihr unehrenhafte Anträge gemacht habe. Schliesslich gestand sie, dass sie Arsenik verwendet hatte, sagte aber aus, sie sei zum Zeitpunkt der Tat betrunken und «von Sinnen» gewesen.

Maria Catharina Swanenburg (Goeie Mie), Giftmischerin von Leiden, gezeichnet von Victor de Stuers bei ihrem Prozess
https://www.nationaalarchief.nl/beleven/nieuws/unieke-tekeningen-van-gifmengster-goeie-mie

Der Prozess gegen Goeie Mie. Zeichnung von Victor de Stuers. Bild: Nationaal Archiev

Während der gesamten Verhandlung zeigte Mie, die unterdessen von den Medien «de Leidse gifmengster» («die Giftmischerin von Leiden») genannt wurde, kein einziges Mal Reue. Ihr Verteidiger C. A. Vaillant sagte in seinem Plädoyer, nie sei ein «grösserer Unmensch auf der Anklagebank» gesessen. Er beschrieb sie als «erreur de la nature» («Fehler der Natur») und erklärte, er habe sein Mandat mit einem Gefühl von Abscheu und Grauen übernommen.

Am 1. Mai wurde das Urteil verkündet. Mie erhielt eine lebenslängliche Freiheitsstrafe – die Todesstrafe war im zivilen Strafrecht 1870 abgeschafft worden. Das Kassationsgericht lehnte ihre Berufung am 29. Juni 1885 ab. Obwohl während des Prozesses festgestellt wurde, dass 65 Menschen vergiftet wurden, von denen 42 ernstlich krank wurden und 23 starben, wurde Mie lediglich für dreifachen Mord verurteilt. Heute geht man davon aus, dass sie mindestens 102 Personen vergiftet hat, von denen 27 zu Tode kamen.

Hier wohnte Maria Catharina Swanenburg (Goeie Mie), Giftmischerin von Leiden

Das Haus, in dem Mie zuletzt gewohnt hatte, wurde zu einer Attraktion für Besucher. Bild: gemeinfrei

Der Prozess gegen die Giftmischerin von Leiden machte Maria Catharina Swanenburg kurzzeitig weltberühmt. Das Haus in Leiden, in dem sie zuletzt gewohnt hatte, wurde zu einer Attraktion für Besucher. Allerdings warf der Prozess auch ein Licht auf einige Missstände – etwa die nachlässige Berufsauffassung von Ärzten gegenüber Patienten aus den Arbeitervierteln, die mangelnde Kontrolle beim Verkauf von toxischen Substanzen oder auch die Praxis, Bestattungsversicherungen auch ohne Wissen der Versicherten abzuschliessen.

Nach und nach geriet die Giftmöderin, besonders ausserhalb der Niederlande, in Vergessenheit. Am 11. April 1915 starb sie im Zuchthaus von Gorinchem.

Gin

Noch ist Maria Catharina Swanenburg nicht ganz vergessen: Eine niederländische Destillerie vertreibt einen nach ihr benannten Gin. Bild: goeiemiegin.com

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • atorator 04.05.2020 17:31
    Highlight Highlight Huber, Du bist einfach am besten wenn Du in Quarantäne bist. Muss mal mit Mo sprechen für die Zeit danach.
  • Calvin Whatison 03.05.2020 18:30
    Highlight Highlight Ein bisschen Grusel am Sonntagfrühabend. Bitte mehr davon. 👍🏻
  • lilie 03.05.2020 17:51
    Highlight Highlight Ha! Jetzt habe ich gerade erst heute gedacht: Wann kriegen wir wohl wieder einmal ein Anektoteles von Anna serviert? Und ein paar Stunden später gibts eine gruslig-faszinierende Geschichte von unserem liebsten Quizsieger. Danke schön! 🤗

    Aber einen Gin mit dem Konterfei einer mordenden Säuferin drauf zu verkaufen finde ich also schon sehr geschmacklos. 😬🙊
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 03.05.2020 18:14
      Highlight Highlight Gin kann nicht geschmacklos sein 🤣
    • lilie 03.05.2020 18:43
      Highlight Highlight @nadassagenwirjetzteinfachmal: Nicht? 🤔😅

      Bin keine Gintrinkerin. 😊
    • Daniel Huber 03.05.2020 18:57
      Highlight Highlight @lilie: Danke schön!
      Tja, bei der Frage, ob es geschmacklos ist, einen Gin nach einer serienmordenden Säuferin zu benennen, kommt vielleicht das Bonmot von Woody Allen zupass: «Comedy = Tragedy + Time.»
      Mit Gin hatte ich übrigens lange Zeit meine liebe Mühe. Aber das Zeug ist in der Tat gar nicht so schlecht.
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