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Unter PMS zu leiden, ist, als wäre man Bridget Jones an ihrem schlimmsten Tag. Ohne lustig.
Bild: rex features

Auf der Tür zur Hölle der Frau stehen 3 Buchstaben: PMS. Prämenstrueller Supergau



Okay, wir haben hier die Menstruation als Mythos und Tatsache schon ausführlich diskutiert. Dass wir Frauen hierzulande mit etwa 17'000 Franken für Tampons, Binden und Tabletten rechnen müssen. Dass unsere Schmerzen Monsterschmerzen sind. Dass das alles eine riesige Scheisszumutung der Natur und der Hygiene-Artikel-Branche ist. Bloss das Tor zur roten Hölle, das haben wir noch zu wenig genau angeschaut. Das Tor, das mit genau 3 Buchstaben angeschrieben ist: PMS. PMS wie Prämenstruelles Syndrom. Auch bekannt als: Perverse monatliche Saulaune.

So ein ganz normales PMS beginnt meist an einem Morgen kurz vor der Mens: Ich stehe auf, ich habe einen riesigen Katerschädel und das bei genau mal null Gläsern Alkohol am Vorabend. Im Spiegel stelle ich fest: Ich bin ja so fett! Also viiiiel fetter als normal! Erstens: Obenrum. Das ist nicht schlimm, tut dafür weh. Als hätten meine Brüste Muskelkater. Die Hüfte: das Desaster schlechthin.

Was anzuziehen hab ich natürlich auch nicht. Hatte ich eh noch nie. Ist das ein Pickel? Aaaahhh, meine Haare! Kann es sein, dass mein rechtes Bein länger ist als mein linkes? Absolut! Wieso seh ich das erst jetzt! Und alles so fett! Mein Liebesleben grinst und verzieht sich: «Ich sag nichts! Du bist sowas von PMS!»

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Bild: Giphy

Die Kaffeemaschine nervt. Arschmaschine. Das Wetter nervt. Welcher Wichser hat diese Delle in mein Veloschutzblech gemacht? Etwa die aus dem ersten Stock? Oder die von der Baustelle? Ich werde ihnen ein Mail, also sowas von einem Mail ... Überhaupt, ich hab ein Recht darauf, mich zu beschweren! 

«Hallo?! Ich bin die netteste Person, die ich kenne, und alle wollen mich verarschen! Das! Hab! Ich! Nicht! Verdient! Nein, alles ganz anders. Ich bin niemand.»

Wenn ich heute kündigen würde bei watson, kein Schwein würde es bemerken. Sind eh alle viel besser als ich. Und viel jünger. Und schöner. Ehrlich wahr! So fühlen sich wahrscheinlich arbeitslose Endfünfziger, die keine Stelle mehr finden. Vielleicht werde ich heute entlassen. Ich glaube, das werde ich. Da bin ich mir ziemlich sicher. Und ich finde nie mehr eine Arbeit. Wieso verkriech ich mich nicht in ein Loch?

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Okay, ich bin nur PMS, alles gut! Das mach ich alles ganz alleine. Also meine Hormone. Muss man ganz objektiv sehen. Das ist einfach so. Hormone, I hate you! Merkt mir aber keiner an, oder? Anna, die neben mir sitzt, sicher nicht. Anna fragt: «Bist du PMS?» Hmmm. Der Chef vom Ganzen kommt. Ob er realisiert, dass ich bloss PMS bin, oder ob er findet, ich sei eigentlich immer so? Dann würde ich mich an seiner Stelle echt entlassen. Leider. I hate myself today!

«Gebt! Mir! Schokolade! Jetzt! Und zwar solche mit Salz drin. Oder Speck. Und zum Mittagessen bitte ein sehr scharfes Tatar.»

Ich starte diverse Beschwerde-Mails: «Chef! Ich bin fassungslos wie inkompetent dieses watson ...» Löschen. Löschen! «Menschen von der Postfinance! Was verdammt nochmal habt ihr euch eigentlich gedacht, als ...» Löschen! Aua, mein Kopf tut SO weh, dabei hab ich schon die Tagesration Schmerztabletten intus. Ob ich mal eine Hormonbehandlung machen müsste? Um dann NOCH fetter zu werden? 

Ich bin so traurig. Ich glaube, trauriger war ich nur in der Pubertät. Nein, nicht einmal da. Ich bin genau JETZT so traurig wie niemals zuvor. Wie soll ein Mensch das denn aushalten? WIE??? Ich will weinen. Mich mit einer Wärmeflasche irgendwo verkriechen. Ich will liebe Worte und eine Hand, die mir übers Haar streicht. Und ein Caramel-Chöpfli. Oder zwei. Und «Germany's Next Topmodel». Ist das denn zu viel verlangt?

Irgendwann fliesst Blut. Dann gehts der Psyche wieder gut. Leider beginnt dann die Sache mit den Bauchschmerzen ...

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