Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Früher in Stein gemeisselt, heute im Internet zuhause: Die 6 ältesten Listicles der Menschheit

Listicles sind keine Erfindung des Internets. In der Bibel finden sich bereits unzählige davon, und auch die alten Griechen erstellten sie – 6 Beispiele aus uralten Zeiten. 



Die ersten Gesetze für das auserwählte Volk

Bild

Die 10 Gebote nach dem 2. Buch Mose (Exodus). 
bild: watson

Die Israeliten sind aus Ägypten ausgezogen und der alttestamentarische Gott teilt Moses mit, dass er und sein Volk seine Auserwählten seien. Natürlich nur, wenn sie sich auch artig an seine Gesetze zu halten wissen, die er dem Propheten auf dem Berg Sinai feierlich und eigenhändig in Stein gemeisselt überreicht. Was unter anderem für die Auserwählten bedeutete: Wer den Sabbat entweiht, wird mit dem Tode bestraft.

Moses muss sehr lange auf dem Berg verweilt haben, denn inzwischen wurden die Israeliten ungeduldig und verlangten nach einem Gott, dem sie ihren Dank für das Ende ihres Sklavendaseins darbieten konnten. Und so schmolzen sie ihren Goldschmuck ein, und Moses Bruder Aaron goss daraus das unheilvolle Kalb, um das sie fröhlich herumtanzten.

Bild

Nicolas Poussin, ca. 1633: «Die Anbetung des Goldenen Kalb».
bild: wikipedia

Als Moses zurückkehrte und den Verrat sah, zerschlug er im Zorn die Gesetzestafeln und zermalmte das Kalb zu Pulver. Den Treuen befahl er, die Abtrünnigen zu töten – so wie Gott es ihm aufgetragen hatte: 

«Gürte ein jeglicher sein Schwert um seine Lenden und erwürge ein jeglicher seinen Bruder, Freund und Nächsten. Die Kinder Levi taten, wie ihnen Mose gesagt hatte; und es fielen an dem Tage vom Volk dreitausend Mann.»

2. Mose (Exodus) 32,27-28

Der tolerante Inzestverein

Bild

Die 12 olympischen Götter nach der griechischen Mythologie.
bild: watson

Um einiges toleranter als der Gott der Juden sind die olympischen Götter. Und das wahrscheinlich nur, weil sie kein Haar besser sind als die Menschen, die sie erschufen. Zusätzlich sind sie ein grandios inzestuöser Haufen.

Der Göttervater Zeus ist mit seiner Schwester Hera verheiratet, geht aber bei jeder nur erdenklichen Gelegenheit fremd. Mit ungefähr 35 anderen Königstöchtern, Nymphen, Schwestern und Halbgöttinnen zeugt er an die 60 Kinder (darunter die Supergötter Artemis und Apollon). Man kann also verstehen, dass Hera nicht selten vor Eifersucht tobt. 

The painting SATURN by the Spanish artist GOYA.

Eines der «pinturas negras» von Francisco de Goya, das im Prado in Madrid hängt, zeigt Kronos (röm. Version Saturn) wie er einen seiner Söhne verschlingt. 

Sein Dasein verdankt Zeus der List seiner Mutter Rhea. Sie versteckte ihn direkt nach der Geburt in einer Höhle, da ihr Gatte Kronos seine Kinder zu verspeisen pflegte. Damit er aber keinen Verdacht schöpfte, überreichte sie ihrem Gemahl einen in eine Windel gewickelten Stein, den er sofort genüsslich verschlang.

Kronos hatte nämlich seinen eigenen Vater Uranos mit einer Sichel entmannt, und sich danach auf seinem Thron niedergelassen. Nun fürchtete er, seine Kinder trachteten ihm ebenso nach dem Leben. Als Jüngling kehrte Zeus nach Hause zurück, mischte seinem Vater Drogen unters Essen, worauf dieser Zeus' Geschwister Hestia, Demeter, Hera, Hades und Poseidon wieder herauswürgte. 

Die Würdigung der Baukunst 

Bild

Die sieben antiken Weltwunder nach dem Reiseführer Anipatros von Sidon.
bild: watson

Diese erste vollständig überlieferte Liste der sieben Weltwunder findet sich im Reiseführer von Antipatros von Sidon, einem reisewütigen Dichter des alten Griechenlands. Bereits in der Antike gab es alternative Listen, die Römer empfanden zum Beispiel ihr Kapitol als besonders gelungen. Sie umfassten aber stets sieben Sehenswürdigkeiten, weil diese Zahl als vollkommen galt. 

«Der Tempel, der sich in Wolken verliert, heilig der Artemis, liess alles andere verblassen. Ich sprach: Vom Olymp abgesehen, hat Gott Helios solch Wunderwerk niemals erblickt!»

Antipatros von Sidon

Bild

So muss der Artemis-Tempel ausgeschaut haben.
bild: ephesus

Heute stehen von diesen hübschen Dingen leider nur noch die Pyramiden von Gizeh. Alle anderen wurden durch Erdbeben und Kriege zerstört. Oder sie zerbröselten im Laufe der Zeit.

«Let my People go!»

Bild

Die 10 biblischen Plagen nach dem 2. Buch Mose (Exodus).
bild: watson

Moses wird von Gott nach Ägypten gesandt, um das Volk Israel aus der Sklaverei zu befreien. Da sie der Pharao aber nicht ziehen lassen will, schickt der Herr nach jeder Weigerung eine weitere Plage über das Land. Und Moses dampft mit den Israeliten ab durch die Mitte des Meeres. Als das ägyptische Heer ihnen folgt, reckt der Prophet seine Hand über die geteilten Wogen und die Wassermassen brechen über dem Feind zusammen. 

Bild

«Pharaos Armee in den Fluten» von Frederick Arthur Bridgman, 1900.
bild: wikipedia

«Das Wasser kam wieder und bedeckte Wagen und Männer, das ganze Heer des Pharao, so dass nicht einer von ihnen übrig blieb.»

2. Mose (Exodus) 14, 28-29

Ein Halbgott tut Busse 

Bild

Die 12 Aufgaben des Herakles nach der griechischen Mythologie.
bild: watson

Herakles ist die stärkste Frucht, die aus einer der Seitensprünge seines Vaters Zeus entsprungen war. Da seine Mutter Alkmene die Rache Heras fürchtete, setzte sie den Säugling aus. Doch Athene fand ihn und brachte ihn zu Hera, die ihn glücklicherweise nicht erkannte und aus Mitleid stillte. Der kleine Herakles sog so fest an ihren Brüsten, dass die Milch bis in den Himmel hinauf spritzte, worauf dort oben, hoch über den Wolken, die Milchstrasse entstand. 

Bild

Peter Paul Rubens, «Die Entstehung der Milchstrasse», um 1636.
bild: kunstfueralle

Athene brachte ihn wieder zu seiner Mutter, wo er im Wagenlenken, Bogenschiessen, Fechten und in Musik unterrichtet wurde. Als er im Zorn seinen Musiklehrer mit der Leier erschlug, weil dieser ihn angeblich zu Unrecht getadelt hatte, schickte ihn Alkmene zu den Rinderherden, auf dass er als Hirte zu einem passablen Jüngling heranwachse.

Herakles hat die zwölf Aufgaben natürlich nicht aus reinem Vergnügen erledigt. Vielmehr waren sie die Wiedergutmachung für den Mord an seiner Frau und seinen drei Söhnen, die er im Wahnsinn – den Hera aus Eifersucht über ihn brachte – erschlug. 

Die menschlichen Schwächen

Bild

Die sieben Hauptlaster nach der klassischen Theologie.
bild: watson

Hier gilt es zu präzisieren: Theologisch spricht man von den sieben Hauptlastern. Denn Neid, Geiz, Wolllust, das sind schlechte Charaktereigenschaften, die zu sündigem Verhalten führen. Wenn dieses in seiner ausgeprägtesten Form ausgelebt wird, kann daraus eine Todsünde resultieren; also ein besonders schwerer, himmelschreiender (lat. peccatum clamans) Frevel.

Bild

Ausschnitt aus Hieronymus Boschs Garten der Lüste.
bild: wikipedia

Dafür müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Die Sünde muss einen Verstoss der zehn Gebote zum Gegenstand haben (Ehebruch, Mord, Glaubensabfall).
  2. Der Sünder muss sich über die Schwere seiner Sünde im Vornherein im Klaren sein; sie also bewusst begehen. 
  3. Und er muss dabei aus freiem Willen handeln.

Und nun zu einem etwas moderneren Listicle: Die 20 schönsten Bibliotheken der Welt

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Erdrutsch verschüttet Bahnstrecke bei Tenero TI

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

10 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10

Zürich hatte «vielfältige und relevante» Verbindungen zur Sklaverei

Die Stadt Zürich war an der Sklaverei und dem Sklavenhandel finanziell beteiligt und so mitverantwortlich für die Versklavung tausender Afrikanerinnen und Afrikaner. Die Unterstützung erfolgte durch Staatsanleihen, den Handel und Plantagen.

Die Verbindungen Zürichs zur Sklavenwirtschaft waren «vorhanden, vielfältig und relevant», wie Frank Schubert, Mitautor einer Studie der Universität Zürich, am Dienstag vor den Medien sagte.

Diese Verbindungen waren Ausdruck einer Tradition einer langen …

Artikel lesen
Link zum Artikel