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Das haut dich aus den Schienen: Die besten Bahnrekorde der Welt

Bild: KEYSTONE

Vor 150 Jahren wurden in den USA der Atlantik und der Pazifik durch eine Bahnstrecke verbunden – die erste transkontinentale Eisenbahnverbindung der Welt. Zum Jubiläum stellen wir die spektakulärsten Bahnrekorde vor.



Am 10. Mai 1869 wurde im Norden des US-Bundesstaates Utah die letzten Schiene verlegt: Ein Meilenstein in der Geschichte der Eisenbahn. Die Reise von New York nach Sacramento dauerte dazumal rund siebeneinhalb Tage.

In dieser Zeit absolviert man in der heutigen Zeit die rund doppelt so lange Strecke Moskau – Wladiwostock, und damit kommen wir zum ersten Bahnrekord ...

Die längste Strecke

Mit ihren 9288 Kilometern ist die Linie der transsibirische Eisenbahn die längste der Welt. Sie verbindet die russische Hauptstadt Moskau mit der Ostküsten-Metropole Wladiwostok am japanischen Meer.

Transsibirische Eisenbahn

Bild: shutterstock

Die komplette Reise mit der transsibirischen Eisenbahn dauert gut sieben Tage und Nächte. Dabei durchquert man sieben Zeitzonen. Je nach Wunsch (und Reisebudget) reist man in der Holzklasse oder im Luxuswagen.

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Der Streckenplan der Transsibirischen Eisenbahn. bild: shutterstock / watson

Die höchstgelegene Strecke

Mit einem Scheitelpunkt von 5072 Metern ist die Lhasa-Bahn die höchstgelegenste Bahnstrecke der Welt. Benannt ist sie nach ihrem Zielbahnhof Lhasa, der Hauptstadt des autonomen Gebiets Tibet. Die Linie führt über 1956 km in die chinesische Stadt Xining.

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Der Tanggula-Pass mit der Lhasa-Bahnlinie. Im Winter kann die Temperatur hier unter –20°C fallen. bild: shutterstock

Die Strecke hält gleich mehrere Rekorde: Man passiert auch den höchstgelegensten Bahnhof (Tanggula, 5068 Meter über Meer) und Tunnel (Fenghuo-Shan-Tunnel, 4905 Meter über Meer).

Alle Personenwaggons der Lhasa-Bahn von Golmud nach Lhasa sind daher mit Sauerstoffgeräten ausgestattet, die Fahrt durch die dünne Luft könnte für die Passagiere sonst lebensbedrohlich werden.

Die Lhasa-Bahn wurde 2006 fahrplanmässig in Betrieb genommen und ist damit eines der grössten Eisenbahn-Bauprojekte, das im 21. Jahrhundert fertiggestellt wurde.

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Die Lhasa-Bahn auf der Karte. grafik: watson

watson-Reporter Klaus Zaugg hat die Strecke 2016 befahren und seine Erlebnisse dokumentiert.

Die längste Eisenbahnbrücke

In China steht die «Grosse Brücke Danyang-Kunshan». Sie ist mit 164,8 km das längste Eisenbahnviadukt der Welt. Die Brücke überquert grösstenteils Land. Dank ihr können Züge auf der Schnellfahrstrecke Shanghai – Peking bis zu 300 km/h schnell fahren. So verringert sich die Reisezeit von einst zehn auf unter fünf Stunden.

Die Bauzeit für die Brücke betrug vier Jahre. Sie wird von über zweitausend Pfeilern getragen. Gekostet hat sie 8,6 Milliarden Schweizer Franken.

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Die grosse Brücke Danyang-Kunshan. wikipedia

Die längste Eisenbahngerade

478 Kilometer ohne Kurve: Die längste Eisenbahngerade der Welt befindet sich zwischen Kilometer 797 und Kilometer 1275 der Transaustralischen Eisenbahn. Sie verbindet Sydney im Osten mit Perth im Westen.

Transaustralische Eisenbahn

Eisenbahnschienen in der australischen Wüste. Bild: shutterstock

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In der Wüste zwischen den Ortschaften Kalgoorlie und Port Augusta befindet sich auch die längste Eisebahngerade. Bild: https://de.wikipedia.org/wiki/Transaustralische_Eisenbahn

Die meistbefahrene Strecke

Zu den meistbefahrenen Bahnstrecken der Welt gehören die japanischen Shinkansen-Linien sowie das TGV-Trasse Paris – Lyon («Ligne à grande vitesse Sud-Est»). Dessen am stärksten belasteten Abschnitt zwischen Crisenoy und Passily (rund 145 km) befahren aktuell etwa 14 Züge pro Stunde und Gleis – was rund einem Zug alle vier Minuten entspricht. Bis 2030 will man auf 16 Züge pro Stunde und Richtung erhöhen.

Hauptbahnhof Zürich, aus dem 25h Hotel

Der Streckenabschnitt vor dem Zürcher Hauptbahnhof. Bild: watson

In der Schweiz liegt der Streckenabschnitt zwischen Hauptbahnhof Zürich und der Unterführung Langstrasse ganz vorne: Im Jahr 2018 waren hier auf den verschiedenen Gleisen knapp 740'000 Züge unterwegs, also rund 84 pro Stunde (in beide Richtungen) – und zu Spitzenzeiten deutlich mehr. Wenig überraschend lagen 2018 die meistbefahrenen Bahnstrecken der SBB rund um die Knotenpunkte Zürich und Bern:

  1. Zürich HB – Zürich Langstrasse: 84,2 Züge pro Stunde
  2. Zürich Oerlikon – Zürich Birchsteg (Abzweigung): 44 Züge pro Stunde
  3. Zürich Hardbrücke – Zürich Langstrasse: 38,4 Züge pro Stunde
  4. Bern Wyler – Bern Wankdorf: 36,6 Züge pro Stunde
  5. Bern Wyler West – Bern Wyler: 36,6 Züge pro Stunde
  6. Bern – Bern Wyler West: 36,6 Züge pro Stunde
  7. Schlieren – Einfach (Abzweigung): 27,5 Züge pro Stunde
  8. Einfang (Abzweigung) – Zürich Altstetten: 27,4 Züge pro Stunde
  9. Dietikon – Glanzenberg: 27,3 Züge pro Stunde
  10. Glanzenberg – Schlieren: 27,3 Züge pro Stunde

Die schnellste Strecke

Auf Teststrecken wurden bereits Fahrgeschwindigkeiten von über 500 km/h gemessen. Mit Magnetschwebetechnologien – wie sie (mit tieferer Geschwindigkeit) zum Beispiel am Flughafen Zürich im Einsatz sind – erreicht man wegen der geringen Reibung sogar noch höhere Tempi. Die Magnetschwebebahn «Shinkansen L0» erreichte 2015 in Japan auf einer Teststrecke 603 km/h.

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Dank seiner 15 Meter langen Nase ist der «L0» besonders aerodynamisch. bild: shutterstock

Die höchsten Durchschnittsgeschwindigkeiten innerhalb eines regulären Fahrplans erreichen die chinesischen Züge zwischen Guangzhou-Süd und Wuhan. Sie fahren im Schnitt 290 km/h, mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 350 km/h.

Der längste Eisenbahntunnel

Der letzte Rekord geht an die Schweiz: Der längste Eisenbahntunnel ist mit 57,1 Kilometern der Gotthard-Basistunnel. Er verbindet seit 2016 die Deutschschweiz noch schneller mit dem Tessin.

Würde man nebst Eisenbahntunnel auch Tunnel von U-Bahnen dazu zählen, ginge diese Runde jedoch an China. Die U-Bahn-Linie 3 in Guangzhou übertrifft den Gotthard-Basistunnel nochmals um drei Kilometer.

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