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Übergewicht, Adipositas, dicker Mann, Fast Food im Büro, Essen vor dem Bildschirm (Symbolbild)

Fettleibigkeit ist ein Risikofaktor für eine Reihe von Erkrankungen. Bild: Shutterstock

Zürcher Forscher entwickeln potenten Appetithemmer – Mäuse nehmen doppelt so schnell ab



Schweizer Männer und Frauen werden immer dicker: Derzeit sind zwei von fünf Erwachsenen und einer von fünf Jugendlichen übergewichtig. Dies ist keine Lappalie, denn Übergewicht ist ein Risikofaktor für eine Reihe von Erkrankungen, unter anderem Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes Typ 2, einige Krebsarten und Depressionen.

Fettleibigkeit ist also ein Gesundheitsrisiko, Abnehmen aber alles andere als einfach. Das liegt auch daran, dass Adipositas oft als blosses Lifestyle-Problem gilt und man übergewichtige Menschen vorschnell als willensschwach betrachtet. Dabei ist wissenschaftlich belegt, dass es sich um eine chronische Krankheit handelt, die überdies genetisch veranlagt sein kann.

Medikamente können beim Abnehmen helfen. Forscher der Uni Zürich sind mit einem Start-Up dabei, einen neuen Appetithemmer zu entwickeln, der bei Tierversuchen das Gewicht effizienter reduziert als Standardmedikamente.

Aus rund 10'000 Substanzen haben Josua Jordi und seine Kollegen von der Harvard University und der Universität Zürich einige wenige Wirkstoffkandidaten identifiziert, die den Appetit hemmen. Die wirksamste Substanz – ein sogenanntes «kleines Molekül» – liessen Jordi und seine Mitstreiter 2018 unter dem Namen «Era-107» patentieren und entwickeln es nun im Rahmen eines Start-Up namens «EraCal Therapeutics» weiter, wie die Universität Zürich am Dienstag mitteilte.

Appetithemmer, Schlankheitsmittel, Pille auf dem Teller, Medikament (Symbolbild)

Vielversprechendes Medikament: Die neu entwickelte Substanz hemmt den Appetit erfolgreich – zumindest bei Mäusen. Bild: Shutterstock

Im Vergleich zu in der Schweiz zugelassenen Standardmedikamenten wirkte Era-107 bei Versuchen mit Mäusen deutlich stärker: Die Tiere nahmen mit Era-107 mindestens doppelt so stark ab wie mit den anderen Wirkstoffen und verloren insgesamt 14 Prozent ihres ursprünglichen Körpergewichts.

Auch schien die neue Substanz zumindest bei den Mäusen keine Nebenwirkungen zu verursachen. Die Standardmedikamente hingegen können beim Menschen unter anderem Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerz oder Verdauungsprobleme hervorrufen.

Die Forscher hoffen daher, dass sich Era-107 beim Menschen als nebenwirkungsärmere Alternative erweisen könnte. Derzeit seien erste klinische Studien in Planung, die ab Ende 2021 starten sollen, schrieb die Uni Zürich. Wenn alle Studien positiv verlaufen und Era-107 zugelassen wird, könnte es 2028 auf den Markt kommen. (sda)

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